NDR Info Nachrichten vom 16.05.2013:

Behördenversagen bei NSU-Ermittlungen

Berlin: Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages hat den deutschen Sicherheitsbehörden Totalversagen vorgeworfen Der Vorsitzende Edathy sagte in der Abschlusssitzung, bei den Ermittlungen gegen die rechtsextreme Terrorzelle hätten Polizei und Nachrichtendienste vorurteilsbeladen und mit Scheuklappen gearbeitet. Informationen seien nicht ausreichend ausgetauscht und die Gefahr des Rechtsextremismus in Deutschland massiv unterschätzt worden, betonte der SPD-Politiker. Der Obmann der FDP, Wolf, sagte, das Versprechen von Kanzlerin Merkel, alles zu tun, um die Mordserie aufzuklären, sei höchstens zur Hälfte erreicht. Geschwärzte Akten und ahnungslose Zeugen hätten die Aufklärung immer wieder blockiert. Der Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses soll Anfang September im Bundestag beraten werden.| 16.05.2013 14:15 Uhr

NSU-Prozess stockt weiter

München: Im NSU-Prozess hat das Oberlandesgericht noch nicht mit der Vernehmung der Angeklagten begonnen. Auch am vierten Verhandlungstag verzögern Anträge der Verteidigung den Fortgang des Verfahrens. Der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe wird vorgeworfen, Mittäterin bei zehn Morden, zwei Bombenanschlägen und fünfzehn Banküberfällen gewesen zu sein. Vier weitere Angeklagte sollen der Terrorgruppe NSU geholfen haben.| 16.05.2013 14:15 Uhr

Opposition kritisiert de Maiziéres Bundeswehrreform

Berlin: Verteidigungsminister de Maizière steht wegen der Bundeswehrreform weiter in der Kritik. SPD, Grüne und Linke warfen dem CDU-Politiker im Bundestag vor, die Schwerpunkte falsch zu setzen. So bemängelte der Verteidigungsexperte der Sozialdemokraten, Arnold, die Reform sei nur finanziell begründet und führe lediglich zu weniger Personal und Material. Er forderte den Minister auf, den Soldaten mehr zu zu hören. Nach Ansicht von Grünen und Linken sind die Streitkräfte auch nach der Reform noch überdimensioniert und zu teuer. De Maizière hatte zuvor in einer Regierungungserklärung im Bundestag die Reform der Truppe grundsätzlich verteidigt, gleichzeitig aber Nachbesserungen angekündigt.| 16.05.2013 14:15 Uhr

Ethische Debatte nach US-Klonexperiment

Berlin: Das Klon-Experiment von US-Wissenschaftlern hat die ethische Debatte über die Stammzellenforschung neu entfacht. Der Präsident des Zentralkomittees der deutschen Katholiken, Glück, forderte allgemein verbindliche Regeln für die Biomedizin. Der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Liese, nannte das reproduktive Klonen ethisch nicht vertretbar. Der Biomediziner, Martin, von der Universität Hannover wies auf NDR Info aber darauf hin, dass das Klonen gen-gleicher Menschen bislang in allen westlichen Ländern geächtet sei. Seiner Ansicht nach bedeuten die Forschungergebnisse auch keinen Durchbruch, da es bereits ethisch unbedenkliche Alternativen gibt, um vergleichbare Zellen zu gewinnen - etwa aus Haut- oder Haarzellen. Gestern war bekannt geworden, dass US-Forscher erstmals menschliche Hautzellen in embryonale Stammzellen umgewandelt haben.| 16.05.2013 14:15 Uhr

Kodex für Textilkonzerne in Kraft

Dhaka: Drei Wochen nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mehr als 1.100 Toten ist ein Abkommen für bessere Arbeitsbedingungen in Kraft getreten. 31 führende Konzerne haben die Vereinbarung unterzeichnet, darunter H&M, C&A, Tchibo, Aldi, Esprit und Benetton. Sie verpflichten sich, den Brandschutz und die Gebäudesicherheit in den Fabriken zu erhöhen. Internationale Gewerkschaftsvertreter sprechen von einer historischen Wende für die Bekleidungsindustrie in Bangladesch. Die Kampagne für Saubere Kleidung kritisierte, dass zahlreiche Handelsfirmen an ihrem bisherigen Vorgehen festhalten. So haben der US-Konzern Wal-Mart und deutsche Unternehmen wie Metro, Ernstings oder Otto das Abkommen nicht unterzeichnet.| 16.05.2013 14:15 Uhr

Börse Kompakt

Zur Börse: Der Dax steigt um 0,4 Prozent auf 8.394. Der Euro wird mit einem Dollar 28 80 gehandelt.| 16.05.2013 14:15 Uhr

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Radio Nachrichtensprecher im Studio © NDR Fotograf: Christine Raczka
 

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