NDR Info Nachrichten von 09:00 Uhr

Demonstranten verurteilen Polizei-Einsatz in Istanbul

Istanbul: In der türkischen Stadt ist nach der gewaltsamen Räumung des Gezi-Parks durch die Polizei die Lage weiter angespannt. Das Istanbuler Protestbündnis verurteilte das Verhalten der Sicherheitskräfte. Das brutale Vorgehen der Polizei müsse aufhören, heißt es in einer Erklärung. Die türkische Regierung rief die Protestbewegung auf, eine für heute geplante Großdemonstration abzusagen. Der Gouverneur von Istanbul, Mutlu, bezeichnete die geplante Massenkundgebung als unangemessen. Vergangene Nacht hatten türkische Polizisten das Protestcamp im Gezi-Park gewaltsam geräumt. Augenzeugen berichteten von hunderten Verletzten. Bereits seit zwei Wochen wird die Türkei von einer beispiellosen Protestwelle gegen die Regierung erschüttert. Auslöser war ein umstrittenes Bauprojekt in Istanbul. Inzwischen richten sich die Proteste aber auch gegen den als autoritär empfundenen Regierungsstil von Ministerpräsident Erdogan.

Hochwasserlage an der Elbe entspannt sich

Hitzacker: In den Hochwassergebieten entlang der Elbe in Norddeutschland entspannt sich die Lage weiter. Die Pegelstände sinken, wenn auch vielerorts nur sehr langsam. Die Behörden in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg gehen davon aus, dass die durchgeweichten Dämme in Niedersachsen dem Druck der Wassermassen standhalten. Die meisten Bewohner von Hitzacker und von Lauenburg in Schleswig-Holstein sind inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurückkehrt. Im Kreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern bleibt der Krisenstab dagegen weiter in Alarmbereitschaft. Wegen des anhaltend hohen Wasserstandes und neuer Regenfälle sickert an vielen Stellen Wasser durch den Deich. In Sachsen-Anhalt konnte der Riss im Deich in der Nähe von Fischbeck durch die Versenkung zweier Lastkähne fast vollständig geschlossen werden. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da in den vergangenen Tagen durch den Deichbruch riesige Wassermengen in die Region geflossen sind.

Westerwelle gratuliert Ruhani zur Wahl

Berlin: Bundesaußenminister Westerwelle hat den Sieg des moderaten Geistlichen, Ruhani, bei der Präsidentschaftswahl im Iran begrüßt. Westerwelle bezeichnete den Ausgang der Abstimmung als ein Votum der Menschen für Reformen im Land. Die EU-Außenbeauftragte Ashton zeigte sich entschlossen, mit der neuen iranischen Führung bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung im Atomstreit zusammenzuarbeiten. UN-Generalsekretär Ban forderte die neue Führung in Teheran auf, regional und international eine konstruktive Rolle zu spielen. Der Kandidat des gemäßigten Lagers, Ruhani, war bei der Präsidentschaftswahl überraschend klar als Sieger aus dem Rennen um die Nachfolge Ahmadinedschads hervorgegangen. Ruhani forderte die Weltgemeinschaft nach der Abstimmung auf, sein Land mit Respekt zu behandeln.

SPD berät über Arbeits- und Sozialpolitik

Berlin: Rund 100 Tage vor der Bundestagswahl will die SPD heute auf einem Parteikonvent ihre Pläne in der Arbeits- und Sozialpolitik konkretisieren. Zur Diskussion steht unter anderem ein Leitantrag für eine schrittweise Abschaffung der Beiträge für Kinderkrippen und Kitas. Darin wird als mittelfristiges Ziel eine gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni genannt. Als Redner auf dem Konvent treten neben Parteichef Gabriel, der Chef der Gewerkschaft IG BAU, Wiesehügel, aus dem SPD-Wahlkampf auf - ebenso wie Kanzlerkandidat Steinbrück. Überschattet wird das Treffen von einem Streit innerhalb der Führungsriege der Sozialdemokraten. Kanzlerkandidat Steinbrück hatte in einem Interview mangelnde Loyalität und zu wenig Unterstützung durch Parteichef Gabriel beklagt.

Heynckes schließt Trainer-Comeback aus

Berlin: Fußball-Trainer Jupp Heynckes schließt nach seinem Rückzug beim FC Bayern München ein neues Engagement als Coach aus. Er habe nicht vor, noch einmal zu trainieren, sagte der 68-Jährige dem "Spiegel" - weder einen Fußball Verein noch die Nationalmannschaft. Er habe einen würdigen Abschluss gehabt, so Heynckes. Der ehemalige Trainer des FC Bayern München hatte die Mannschaft erstmalig zum Gewinn des sogenannten Triples geführt. Die Mannschaft gewann in dieser Saison die Meisterschaft, die Champions-League und den DFB-Pokal.

Wettervorhersage

Das Wetter: Heute Wechsel von Sonne und Wolken, nach Norden hin einige Schauer, sonst meist trocken. Von Nord nach Südost maximal 15 bis 21 Grad. Morgen anfangs heiter, ab dem Nachmittag ganz im Westen Schauer- und Gewitterneigung, 17 bis 25 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Dienstag Sonne und Wolken im Wechsel, örtlich Schauer oder Gewitter, Höchstwerte von Nord nach Süd 19 bis 31 Grad. Am Mittwoch heiter, später von Westen her Schauer und Gewitter, maximal 21 bis 32 Grad.

Wasserstandsvorhersage

Die Wasserstandsvorhersage Am Sonntag werden das Abend-Hochwasser an der Deutschen Nordseeküste und in Emden sowie das Nacht-Hochwasser in Bremen und Hamburg einen bis drei Dezimeter höher als das mittlere Hochwasser eintreten.