Stand: 30.11.2015 14:57 Uhr

Spielerisch die deutsche Sprache lernen

Viele Flüchtlinge kommen zurzeit nach Europa, die sich mangels Sprachkenntnissen nicht verständigen und ihre Sorgen und Ängste so nicht mitteilen können. Auch die ganz Kleinen beherrschen die deutsche Sprache nicht. In Melle (Landkreis Osnabrück) gibt es deswegen in der Krippe Charly's Kinderparadies eine besondere Sprachförderung für die Kinder. Das Konzept lautet "Literacy" - damit wird bereits bei den bis zu drei Jahre alten Kindern spielerisch die Sprachkompetenz gefördert. Möglich ist das auch mit einer Gruppe von Kindern, deren Muttersprache deutsch, polnisch, türkisch, griechisch oder arabisch ist. Anhand unterschiedlicher Methoden - mit beispielsweise Bilderkarten - wird bei den Kleinen ein bestimmtes Bild mit der Sprache zusammengebracht. So lernen Kinder schnell, deutsch zu sprechen.

Handpuppe und Bilderkarten helfen beim Lernen

Symbole auf Karten erkennen und nennen

In der Charly's-Kinderparadies-Krippe wird viel mit Symbolkarten gearbeitet. Äpfel, Bienen oder Schmetterlinge sind auf den Karten abgebildet. Im Spiel ziehen die Krippenkinder eine der Bilderkarten und erzählen in einem Sitzkreis, was sie darauf sehen. Burak ist eines der Kinder und ist erst seit Oktober in der Krippe. Anfangs sprach er nur türkisch, konnte kein Wort Deutsch. Heute, erzählt die 25-jährige Krippenleiterin Thalea Künker, gehören Worte wie "Wasser", "Essen" oder "Hallo" zu seinem normalen Sprachgebrauch dazu. Zu der Krippen-Gruppe gehört auch der 15 Monate alte Rodi. Seine Familie ist aus Syrien geflüchtet. Während Rodi in der Krippe spielerisch Deutsch lernt, besuchen seine Eltern einen Sprachkurs: "Die Kommunikation war zu Beginn nicht so leicht, weder mit Kind, noch mit den Eltern. Die Eltern können hauptsächlich nur Englisch sprechen. Die deutsche Sprache war noch nicht vorhanden. Wir haben erst einmal versucht, uns mit Händen und Füßen zu verständigen." Anfangs hat Rodi viel beobachtet, sagt Künker. Doch so langsam blüht er immer mehr auf. Er fange an, die Bewegungen im Singkreis mitzumachen und vereinzelt ein paar Wörter von Liedern zu singen.

Deutsch in kurzer Zeit

In der Krippe gibt es neben Rodi sechs Kinder mit Migrationshintergrund und fünf deutsche Kinder. Probleme wegen der Sprachunterschiede hat es noch nie gegeben, so Künker. Viele beobachten zuerst, dann werden Bewegungen aus dem Singkreis nachgemacht und schließlich sprudeln die Wörter aus den Kleinen heraus. Jedes Kind nach seinem eigenen Tempo. Dauert es etwas länger, wird zur Not mit Händen und Füßen kommuniziert. Das sei der Reiz an ihrer Arbeit, sagt Künker lächelnd. "Ich finde es ganz schön, dass wir Kinder mit verschiedenen Sprachen haben! Sie bringen uns ebenfalls unterschiedliche Sachen bei."