Sendedatum: 08.12.2017 10:50 Uhr

Hilfe für jugendliche Mütter

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Kerstina Peck (links), die Leiterin von "MaDonna", bietet jugendlichen Müttern Hilfe an. Cheyenne und Leo haben diese Unterstützung dankend angenommen.

"MaDonna" in Lüneburg ist eine ganz besondere Einrichtung der Diakonie für junge Mädchen, die schwanger sind. Bei "MaDonna" erhalten sie Hilfe - ambulant und stationär. Cheyenne war gerade 18 Jahre alt und auf sich allein gestellt, als Leo zur Welt kam. "Wenn du keine Unterstützung hast, dann ist es ungewohnt, dass plötzlich welche da sind, die dir die Hand geben und mit dir alles meistern." Das Jugendamt vermittelte der hochschwangeren Cheyenne den Kontakt zu "MaDonna". Cheyenne habe die Unterstützung dringend gebraucht, wie sie sagt. "Ich hatte Angst und war verzweifelt, wie ich mit dem Kleinen allein zurechtkommen würde."

"MaDonna": "Wir sind für Sie da!"

Schwangeren Mädchen ab 15 Jahren steht das Familienzentrum bei Bedarf hilfreich zur Seite, sagt Kerstina Peck, Leiterin von "MaDonna": "Wir sind für Sie da!" steht auf dem Info-Blatt der Einrichtung. "Ich denke, dass Cheyenne in die Obdachlosigkeit gegangen wäre", so Peck. "Weil sie von ihrem Freund rausgeschmissen wurde. Von daher wäre eventuell eine Zukunft gemeinsam mit dem Kind nicht möglich gewesen." Stattdessen zog sie eine Woche nach Leos Geburt in das "MaDonna": Zwölf stationäre Plätze für junge Alleinerziehende bietet die Einrichtung - eine Vierer-WG und acht Einzel-Appartements.

Entscheidung für das Kind - Unterstützung von "MaDonna"

Über allem stehe die Frage: Was brauchen die Mädchen, um sich für ein Kind entscheiden zu können? Schließlich seien sie selbst noch fast Kinder, so die Sozialpädagogin: "Aber sie haben sich für ihr Kind entschieden und sollen dann auch die Unterstützung hier im Haus bekommen. Sie sind Teenager, sie wollen eigentlich ihr Leben leben und brauchen da besonders viel Unterstützung." Im "MaDonna" werden die jungen Frauen und ihre Babys rund um die Uhr betreut, 365 Tage im Jahr. Solange, wie sie Unterstützung brauchen. "Bei uns geht es um die Tagesstruktur. Manchmal müssen wir auch zusammen mit dem Jugendamt entscheiden, dass Mutter und Kind getrennte Wege gehen. Im Interesse des Kindes, aber auch der Mutter."

Auf einem guten Weg

Cheyenne und Leo leben nun in einer Mietwohnung. Mehr als ein Jahr war "MaDonna" ihr Zuhause. Eine hilfreiche Zeit, sagt die 19-Jährige. Während Leo in der Krippe ist, will sie jetzt ihren Hauptschulabschluss nachholen. Durch "MaDonna" fühle sie sich auf einem guten Weg, sagt sie lächelnd, während sie ihren kleinen Sohn zärtlich an sich drückt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 08.12.2017 | 10:50 Uhr