Stand: 11.05.2012 14:14 Uhr
|
Archiv
Neues Angebot bei UKSH-Tarifverhandlungen
Es ist bereits der zweite Warnstreik innerhalb von gut zwei Wochen.
Nach einem kurzen Warnstreik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nach UKSH-Angaben in den Tarifverhandlungen am Freitag angenähert. UKSH-Sprecher Oliver Grieve erklärte: "Wir sind einen entscheidenden Schritt voran gekommen" und bezeichnete das Angebot des Klinikums als fair. Ver.di-Nord-Sprecher Frank Schischefsky wollte allerdings noch nicht von einer Annäherung sprechen. Bis Dienstag werde die Gewerkschaft das komplexe Angebot genau prüfen. Eine weitere Verhandlungsrunde könnte dann nächsten Mittwoch stattfinden. Ver.di forderte zuletzt sieben Prozent mehr Lohn und höhere Schichtzulagen für die rund 6.500 nicht-wissenschaftlichen Klinikbeschäftigten. Zudem sollen Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit vergütet werden.
Warnstreiks erhöhen Druck
Hunderte Mitarbeiter in Kiel und Lübeck hatten am Donnerstag für mehr mehr Lohn und höhere Schichtzulagen demonstriert. Zu dem ganztägigen Warnstreik hatte die Gewerkschaft ver.di aufgerufen. Sie wollte damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Es war bereits der zweite Warnstreik. Die nicht-wissenschaftlichen UKSH-Mitarbeiter hatten zuletzt am 24. April für drei Stunden die Arbeit niedergelegt. Dazu gehören Krankenschwestern, Pfleger und Verwaltungskräfte. Ärzte und Hochschuldozenten sind von den Tarifverhandlungen nicht betroffen.
Demonstration in Lübeck
Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn und höhere Schichtzulagen.
In Lübeck demonstrierten Krankenschwestern, Verwaltungsmitarbeiter und andere Beschäftigte des nichtwissenschaftlichen Bereichs mit lauter Musik und bunten Transparenten. Sie waren in einem Demonstrationszug vom Klinikum in die Innenstadt gezogen. Die Stimmung sei "sehr gut", obwohl der Arbeitgeber Druck ausübe, sagte ver.di-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt. Aber auch die Gewerkschaft macht unverhohlen Druck auf die Klinikleitung. "Wir erwarten endlich ein verhandlungsfähiges und wertschätzendes Angebot", sagte Kühhirt. "Sollte dies ausbleiben, werden wir ein turbulentes Frühjahr am UKSH erleben." Das Universitätsklinikum hat insgesamt 11.000 Beschäftigte. Es gilt als größter Arbeitgeber in Schleswig-Holstein.