Stand: 11.05.2012 16:50 Uhr
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Kehrtwende: Schmadtke bleibt bei 96
Jörg Schmadtke (r.) bleibt Hannover 96 und Präsident Martin Kind (l.) erhalten.
Jörg Schmadtke setzt seine Arbeit bei Bundesligist Hannover 96 fort. Der Verein teilte am Freitag mit, dass der Manager seine Bitte um eine Vertragsauflösung zurückgezogen habe. Schmadtke wollte die "Roten" ursprünglich wegen privater Probleme verlassen, um bei seiner Familie in Düsseldorf zu sein. Nun die Kehrtwende: Die Familie wird so schnell wie möglich in die niedersächsische Landeshauptstadt übersiedeln. "Die gefundene Lösung ist optimal, weil sie Jörg Schmadtke und seine Familie unterstützt und auch für Hannover 96 gut ist. Der sehr erfolgreich arbeitende Sportdirektor hat in den vergangenen drei Jahren mit seiner Arbeit Maßstäbe gesetzt. So kann der kontinuierliche Weg von 96 erfolgreich fortgesetzt werden", freute sich 96-Präsident Martin Kind.
Schmadtke dankt für Unterstützung
Wie die gefundene Lösung aussieht, gaben die Hannoveraner allerdings nicht bekannt. Zuletzt war über eine Auszeit Schmadtkes oder einen Teilzeitjob spekuliert worden. Kind wollte auf den abwanderungswilligen Sportchef mit dem guten Auge für Spieler mit Potenzial und sein Verhandlungsgeschick nicht verzichten und war deshalb zu Kompromissen bereit. "Der Aufwand ist zu groß, dass ich beides geregelt bekomme", hatte Schmadtke zu seiner Situation erklärt. Nun sagte er: "Ich danke dem Club, dass wir eine Lösung gefunden haben, die ich vorher so nicht für möglich gehalten hätte. Ich nehme aus unseren Gesprächen mit, welchen Stellenwert das private Wohlergehen seiner Mitarbeiter für den Club besitzt. Ich bedanke mich ausdrücklich auch bei allen Mitarbeitern für ihre Unterstützung in den vergangenen Wochen." Von einer Teilzeit ist keine Rede mehr. In der Erklärung des Vereins heißt es lediglich, Schmadtke werde "die noch ausstehenden Transfers erfolgreich abschließen. Dann wird er seinen Urlaub antreten." Als sicher gilt die Verpflichtung des Japaners Hiroki Sakai.
Platz für Spekulationen
Arbeiten auch in Zukunft für 96 zusammen: Jörg Schmadtke (l.) und Mirko Slomka (r.).
Vielmehr lassen die Worte von Kind Platz für Spekulationen. "Die Herausforderung bestand darin, eine außergewöhnliche Situation zu lösen. Jörg Schmadtke, Mirko Slomka und ich haben in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt. Ich danke beiden ausdrücklich für ihre Offenheit in diesen Gesprächen." Ging es also doch bloß um das als angespannt geltende Verhältnis zwischen dem Manager und Trainer Slomka? Wurden Kompetenzen geklärt, um die in der Vergangenheit einige Male gerungen wurde? Wie auch immer es ist, Slomka brachte das Ergebnis auf den Punkt: "Jörg Schmadtke ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg von 96. Gut, dass es so bleibt."