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Der 11. Mai 2012 - Ein Stück Geschichte

Der 11. Mai 2012 war ein ganz besonderer Tag, es war der Drehtag für das Medienereignis des Jahres: Der Tag der Norddeutschen.

Wir haben für Sie deshalb die wichtigsten Meldungen des Tages archiviert - diese Seite ist ein Teil des Angebots.

Überblick
Der 11. Mai 2012 © dpa Fotograf: Jochen Lübke, Malte Christians, Holger Hollermann
 

Was war los am 11. Mai 2012?

Es war der Drehtag für der Tag der Norddeutschen. Was hat die Menschen an diesem Tag interessiert und bewegt? Die Nachrichten und Themen im Überblick. mehr

 

Kein Wort, nirgends?

von Korinna Hennig, NDR Info Kulturredaktion

Eine der häufigsten Vokabeln der Gegenwart ist das Wort "Krise". Die Folgen der Globalisierung, der Klimawandel, die Anarchie der Finanzmärkte: Weltweit nehmen Protestgruppen den Kapitalismus ins Visier - am medienwirksamsten die US-amerikanische "Occupy Wallstreet"-Bewegung und ihre europäischen Ableger. Doch wo bleiben in diesen gesellschaftlichen Debatten die "klassischen Intellektuellen"? Gibt es sie als Anwälte einer gesellschaftlicher Opposition überhaupt noch?

Eine lange Tradition

Émile Zola © picture-alliance / KPA/TopFoto Emile Zola setzte sich mit "J'accuse" 1898 für den jüdischen Hauptmann Dreyfuss ein. Adorno, Horkheimer, Marcuse mischten sich 1968 ein - auf den Spuren von Emile Zola, der vor über hundert Jahren die Rolle des kritischen Intellektuellen begründete. In den siebziger und achtziger Jahren folgten Jürgen Habermas und Walter Jens. Schriftsteller wie Günter Grass und Heinrich Böll wurden zu politischen Instanzen: Im Wahlkampf für Willy Brandt etwa oder im Kampf gegen die Methoden des aggressiven Boulevard-Journalismus.

Künstler im Wahlkampf werden immer seltener

Literaturnobelpreisträger Günter Grass kam ebenfalls zur Premiere der Literaturverfilmung "Die rote Zora" © NDR Fotograf: Patricia Batlle Detailansicht des Bildes Günter Grass ist vielleicht der letzte große Autor, der es mit seinen politischen Forderungen bis in die "Tagesschau" schafft. Die heutige Autorengeneration ist dagegen vergleichsweise still. Ingo Schulze, einer der wenigen politisch aktiven Schriftsteller, meint: "Viele jüngere Autoren werden einfach gar nicht mehr nach ihrer Meinung gefragt. Andere haben Vorbehalte, weil die Themen ihnen zu komplex erscheinen. Oder sie haben schlechte Erfahrungen gemacht." Die Debatte um Günter Grass' Israel-Gedicht scheint das zu belegen: persönliche Angriffe nicht ausgeschlossen. Dabei sei es eigentlich Zeit für einen Aufschrei, meint Schulze: "Die Gewinne werden seltsamerweise immer privatisert und die Verluste sozialisiert."

Der klassische Polit-Sänger stirbt aus

Tocotronic, Hamburger Band.  Fotograf: Jutta Pohlmann Detailansicht des Bildes Der Rückzug ins Private: Auch die Hamburger Band Tocotronic singt kaum über die Krise. Auch aus der Musik scheint sich die Politik ins Private zurückgezogen zu haben. Nach dem Tod der überaus bissigen Liedermacher Franz Josef Degenhardt und Georg Kreisler tut sich eine Lücke auf: Die Jüngeren, wie die Popbands der "Hamburger Schule", schreiben vor allem über Seelenzustände und Befindlichkeiten - auch wenn viele aus ihrer politischen Meinung sonst keinen Hehl machen. Im strengen Wettbewerb ist für Angreifbares wenig Platz.

Verdrängt - aber nicht überflüssig

Wenn sich junge Künstler engagieren, dann eher gezielt und überschaubar - bei Benefizkonzerten, für einzelne Hilfsprojekte. Hilfe im Klingeltonformat. Die Rolle des kritischen Intellektuellen haben Nichtregierungsorganisationen übernommen, oder große Bewegungen, die sich in die Maske des "Anonymous" kleiden. Die Rolle des Mahners, des Bänkelsängers und Philosophen wäre daneben allerdings immer noch frei.

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Heribert Prantl © dapd Fotograf: Sebastian Widmann
 
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Deutschlands Intellektuelle und die Krise

Patric Seibel fragt in seinem Beitrag, ob die Generation der kritischen Intellektuellen ausstirbt.

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