Stand: 11.05.2012 14:22 Uhr
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JadeWeserPort-Bauer weist Schuld von sich
Bunte-Sprecher Wendt wies die Kritik als unrealistisch ab.
Am 5. August soll Deutschlands einziger Tiefwasserhafen in Betrieb gehen. Doch Baumängel behindern derzeit den reibungslosen Ablauf des Probebetriebs, sodass der Betreiber Eurogate den Starttermin bereits anzweifelte. Nach der harschen Kritik ist Bauunternehmer Bunte am Freitag in die Offensive gegangen: Bei einer Pressekonferenz in Wilhelmshaven hat Bunte-Sprecher Manfred Wendt die Kritik am Bau des Tiefwasserhafens zuwückgewiesen. "Die Kritik von vielen selbst ernannten Gutachtern entspricht nicht einmal in Ansätzen der Realität", sagte Wendt. Die Risse seien nicht durch falsche Bauausführung entstanden. Mit den Sanierungsarbeiten an der Kaje soll in den kommenden Tagen begonnen werden. 50 Millionen Euro soll dies zusätzlich kosten. Wendt rechnet mit der Fertigstellung Ende Juni.
Kritische Stimmen aus dem Landtag
Bereits am Mittwoch hatte die Opposition im Niedersächsischen Landtag der schwarz-gelben Regierungskoalition ein verspätetes Krisenmanagement vorgeworfen, das die termingerechte Inbetriebnahme gefährde. Erst sieben Monate, nachdem die ersten Schäden an der Spundwand aufgetaucht waren, hätte die Koalition mit Sanierunsgvorschlägen reagiert.
Bode: Steuerzahler muss nicht aufkommen
Bauunternehmer Bunte will die Mängel bis Ende Juni beheben.
Bode verteidigte sich gegen die Kritik, räumte aber ein, dass die Probleme ärgerlich seien. Damit der Starttermin am JadeWeserPort eingehalten werden kann, habe es auf der Baustelle umfangreiche Absprachen gegeben. Die Reparaturen an der Kaje könnten nach Schätzungen des Wirtschaftsministers 50 Millionen Euro betragen. Jörg Bode (FDP) geht von einem Versicherungsschaden aus und betonte, dass der niedersächsische Steuerzahler nicht auf den Kosten für die Reparaturen sitzen bleiben werde.
"Starttermin wird eingehalten"
Enno Hagenah, Wirtschaftsexperte der Grünen, befürchtet jedoch, dass sich das Land als Bauherr am Ende an den Reparaturkosten beteiligen muss. Nach den gültigen Verträgen muss das Land in jedem Fall für Schadensersatzansprüche aufkommen, wenn der Starttermin nicht eingehalten werden kann. Bode betonte in diesem Zusammenhang, dass das Land darauf bestehe, dass der Start des JadeWeserPorts am 5. August eingehalten wird.
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