Stand: 11.05.2012 17:50 Uhr
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Volle Kraft voraus: Hamburg feiert seinen Hafen
Der 823. Hamburger Hafengeburtstag ist am Freitag offiziell eröffnet worden. Der indische Handelsminister Anand Sharma und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) läuteten am Nachmittag die Glocke an Bord des Museumsschiffs "Rickmer Rickmers" und leiteten damit die dreitägige Veranstaltung ein. Zuvor fand traditionell ein internationaler ökumenischer Gottesdienst im Michel statt. Der Höhepunkt des ersten Tages war die Einlaufparade. Unzählige Menschen drängten sich dicht an dicht an der Kaimauer und am Elbufer, um einen möglichst guten Blick auf die Hauptakteure zu ergattern: die mehr als 300 Schiffe aus aller Welt. Angeführt wurde die Formation von der deutschen Marinefregatte "Mecklenburg-Vorpommern" und von Booten der Hamburger Wasserpolizei. Diese feiert in diesem Jahr ihren 225. Geburtstag.
Impressionen vom 823. Hafengeburtstag
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Der indische Handelsminister Sharma (li.) und Hamburgs Bürgermeister Scholz geben am Freitag mit einem Glockenschlag an Bord der "Rickmer Rickmers" das Startsignal für den 823. Hafengeburtstag.
An der Einlaufparade beteiligen sich der Großteil der rund 300 erwarteten Schiffe.
Tausende Schaulustige begrüßen an den Landungsbrücken die "Kruzenstern" auf dem Hafengeburtstag.
Auch die "Cap San Diego" ist bei der Einlaufparade dabei. Bloß die Sonne verzichtet auf einen Besuch.
Neben liebevoll gepflegten alten Segelschiffen dürfen auch Marineboote beim Hafengeburtstag nicht fehlen.
Mehr als 1,5 Millionen Besucher werden am Wochenende zum weltgrößten Hafenfest in Hamburg erwartet.
Auf der insgesamt 3,6 Kilometer langen Festmeile gibt es kulinarische Leckereien und kulturelle Highlights.
Dicht gedrängt verfolgen die Besucher das Programm. Der Andrang zu den Hafenrundfahrt-Schiffen ist groß.
Partnerland des Hafenfestes ist in diesem Jahr Indien. Der indische Minister für Industrie und Handel, Anand Sharma, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Hamburg im Rathaus ein.
Partnerland des Hafenfestes ist in diesem Jahr Indien. Der indische Minister für Industrie und Handel, Anand Sharma, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Hamburg im Rathaus ein.
Die Stars der Parade waren aber fünf Großsegler: die "Alexander von Humboldt II", die "Star Flyer", die russische Viermastbark "Kruzenstern", die russische "Mir" und ihr polnisches Schwesterschiff "Dar Mlodziezy". Bei Windstärke vier bis fünf wurden die fünf Windjammer von Schleppern in den Hafen gezogen. Ihre Segel waren eingezogen. Die "Alexander von Humboldt II" ist zum ersten Mal beim Hafengeburtstag dabei. Besucher können die Bark am Sonnabend besichtigen. Die "Star Flyer" ist ebenso erstmals zu Besuch. Die anderen Großsegler sind bereits Stammgäste im Hamburger Hafen.
Die Veranstaltung ist gespickt mit vielen Highlights. Zum weltweit größten Hafenfest werden bis Sonntag 1,5 Millionen Besucher erwartet. "Abhängig vom Wetter können es auch zwei Millionen werden", sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). "Wir feiern dieses Jahr ein ganz außergewöhnliches Hafenfest." Auch weil der Hafengeburtstag in diesem Jahr ein exotisches Flair hat, denn Indien ist Partnerland.
Drei Schwesterschiffe begleiten "AIDAmar" - Feuerwerk nach Taufe
Ein weiteres Highlight soll die Taufe des neuen AIDA-Schiffes "AIDAmar" am Samstagabend werden. Auch die drei baugleichen Ozeanriesen "AIDAluna", "AIDAblu" und "AIDAsol" sind dabei. Die Taufpatin mit dem schönsten Kussmund war in einem bundesweiten Casting ausgesucht worden und kommt aus Hamburg. Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises ist neuer Hauptsponsor des Volksfestes. Nach der Taufe soll es ab 22.30 Uhr ein riesiges Feuerwerk geben.
"Queen Mary 2" kommt am Sonntag
Die "Queen Mary 2" darf beim Hafenfest nicht fehlen.
Für Sonntag hat sich die "Queen Mary 2" angekündigt. Der Gigant legt allerdings nur für eine Stippvisite an: Gegen 12.30 Uhr soll die "QM2" einlaufen, ihr Auslaufen um 23 Uhr ist der letzte offizielle Programmpunkt des Volksfests. Die große Auslaufparade soll am Sonntag um 16.30 Uhr starten.
Indien-Festival am Fischmarkt
Auf der insgesamt 3,6 Kilometer langen Festmeile bilden Hunderte Schausteller eine maritime Themenlandschaft, elf Bühnen stehen für Live-Auftritte von Musikern bereit. An der Uferpromenade nahe der Altonaer Fischauktionshalle am Fischmarkt steigt ein Indien-Festival. Neben indischen Speisen, Getränken und Kunsthandwerk gibt es landestypische Tänze und Shows. Fast 150 Künstler und Handwerker sind dabei. Indien sei ein wunderbares Land und ein wichtiger Handelspartner, sagte Senator Horch.
Straßensperrungen bis Montag - NABU will demonstrieren
Noch bis Montag gibt es zahlreiche Straßensperrungen, vor allem im Bereich der Landungsbrücken in St. Pauli. Besucher des Hafengeburtstages sollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, da es nicht genügend Parkplätze gibt. Autofahrer sollten den Bereich weiträumig umfahren.
Am Rande des Hafenfestes wird es auch kritische Töne geben. Der NABU kündigte an, am Sonnabend in der Hafencity gegen Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe zu demonstrieren. Die "AIDAmar" sei umwelttechnisch von gestern. Der Reederei wirft die Umweltorganisation vor, die Großveranstaltung zu nutzen, um am sauberen Image der Kreuzfahrtindustrie zu arbeiten.