Es war der Drehtag für der Tag der Norddeutschen. Was hat die Menschen an diesem Tag interessiert und bewegt? Die Nachrichten und Themen im Überblick. mehr
Stand: 11.05.2012 08:47 Uhr
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Im Norden schlägt die Stunde der Gartenvögel
Wie sieht es aus bei Rauch- und Mehlschwalbe? Was machen Blau- und Kohlmeise? Wie geht es der Amsel nach dem schlechten Zählergebnis im Winter? Und: Schafft der Spatz es wieder auf Platz eins im Norden? Hobby-Ornithologen in ganz Norddeutschland sind gefragt - und können von Freitag an wieder wichtige Daten für Naturschützer erheben, indem sie die Vögel in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon zählen und bestimmen. Bis Sonntag ruft der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur Stunde der Gartenvögel auf.
Heimische Gartenvögel erkennen
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Die Amsel ist einer der am häufigsten in Deutschland anzutreffenden Vögel und gut an ihrer wunderschönen Singstimme zu erkennen. Die Männchen haben schwarzes Gefieder und einen gelben Schnabel, die Weibchen sind durchgehend braun.
Die kleinen flinken Meisen sind einfach zu erkennen, aber bei der Bestimmung muss man ganz genau hinsehen, denn es gibt verschiedene Arten. Die Kohlmeise ist die größte und häufigste Art in Deutschland. Sie hat einen schwarz-weißen Kopf, gelbe Seiten- und einen schwarzen Bauchstreifen.
Der Name sagt schon alles: Leuchtend blau sind der obere Teil des Kopfes sowie Flügel- und Schwanzfedern der Blaumeise. Ansonsten ist ihr Gefieder weiß und gelb. Blaumeisen sind ständig in Bewegung und meist auf Bäumen unterwegs.
Der Haussperling ist besser unter dem Namen Spatz bekannt und ausgesprochen anpassungsfähig. Selbst in Städten findet er überall Unterschlupf. Während bei den Männchen Scheitel, Wangen und Brust grau sind, ist das Weibchen durchgehend grau-braun. Der Gesang des Sperlings ist eher eintönig und besteht immer aus demselben Ruf.
Der Eichelhäher besticht nicht nur durch seine Größe (bis zu 35 Zentimeter), sondern auch durch sein schönes Federkleid, das an den Flügeln blau schillert. Wie der Name verrät, sind seine Leibspeise Eicheln. Aber auch Nüsse und Beeren frisst der Rabenvogel gern. Stimmlich ist er ein meisterhafter Imitator und vor allem an seinem Alarmruf zu erkennen.
Rein äußerlich ist der Zaunkönig mit seinem braunen Gefieder und seiner kleinen Statur eher unauffällig. Aber sein Gesang hat es in sich - laut und kräftig trällert in hohen Tönen.
Leuchtend rot ist die Brust des Gimpels oder Dompfaffs. Im Gegensatz zum Rotkehlchen hat dieser Vogel einen schwarzen Kopf und Schwanz sowie einen grauen Rücken. Die Weibchen sind weniger farbenprächtig als die Männchen. Der Gesang des Gimpels ist leise und eher unauffällig.
Er ist im wahrsten Sinne des Wortes der Star unter den Singvögeln. Und das hat seinen Sinn, denn das Weibchen wählt den Kandidaten mit der schönsten Stimme als Partner. Auch das glänzende Federkleid der Stare, das von Herbst bis Frühsommer schöne Tupfen aufweist, kann sich sehen lassen.
Ebenfalls ein hervorragender Sänger ist die Singdrossel, die besonders abends auf einem Kamin oder Dach sitzend ihr Ständchen vorträgt. Auffällig ist die schön gesprenkelte Brust der Tiere. Männchen und Weibchen sehen fast identisch aus.
Tok, tok, tok: Wer dieses Geräusch hört, weiß: Da ist ganz in der Nähe ein Specht zugange. Der schwarz-weiß-rote Buntspecht ist die Art, die in Deutschland am häufigsten anzutreffen ist. Abgestorbene Bäume und Äste ziehen die Tiere magisch an.
Die orange-rote Brust und die bräunliche Oberseite machen es leicht, das Rotkehlchen zu erkennen. Der Sänger lebt in Gebieten mit viel Baumbestand und Gebüsch und sucht seine Nahrung hüpfend am Boden.
Nicht ganz so farbig, aber mit seinen gelben Flügel- und Schwanzfedern schön anzusehen, ist der Grünfink. Als Pflanzenfresser mag er Samen, Beeren und Knospen. Seine Stimme klingt ein wenig wie die eines Kanarienvogels.
Diese großen schwarz-weißen Vögel sind heute sehr häufig in Städten anzutreffen, wo sie in Parks und Gärten leben. Typisch für Elstern sind ihre hüpfenden Bewegungen, wenn sie am Boden auf Nahrungssuche sind. Ihre Stimme klingt ein wenig wie das Meckern einer Ziege.
Die Amsel ist einer der am häufigsten in Deutschland anzutreffenden Vögel und gut an ihrer wunderschönen Singstimme zu erkennen. Die Männchen haben schwarzes Gefieder und einen gelben Schnabel, die Weibchen sind durchgehend braun.
Gefahr durch Vermaisung
Ihre Ergebnisse können die Vogelzähler dem NABU per Smartphone-App, Postkarte, Telefon oder über die Internet-Seite der Naturschützer mitteilen. Dazu einfach die höchste Anzahl der innerhalb einer Stunde beobachteten Vögel notieren und dem NABU übersenden. Meldeschluss ist der 21. Mai. Telefonisch nehmen die Naturschützer die Daten am 12. und 13. Mai zwischen 10 und 18 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer (0800) 115 71 15 entgegen.
Der NABU vergleicht die Zahlen dann mit den vorliegenden wissenschaftlichen Daten. Von besonderem Interesse ist nach Angaben des niedersächsischen NABU-Bezirksgeschäftsführers Rüdiger Wohlers, wie es mit den Beständen einiger Gartenvogelarten aussieht, die einst häufig waren, aber immer weniger werden: "Selbst einstige Allerweltsarten, wie zum Beispiel der Star, sind im rapiden Sinkflug und auch Grünfink, Goldammer, Rauch- und Mehlschwalbe geht es schlecht", so Wohlers. Und auch die Siedlungsränder seien von Interesse: "Zum Beispiel im Oldenburger Land, zwischen Wangerooge und Dümmer, sehen wir mit großer Sorge, dass die Zahl einst häufiger Vögel längst abnimmt - durch Vermaisung, die Versiegelung für ausufernde Siedlungsflächen und den Verlust von naturnahen Wegrändern und Feldgehölzen."
Viele Anfragen von Schulen und Vereinen
In diesem Jahr sei bereits ein Trend bei den interessierten Teilnehmern erkennbar: "Wir erhalten besonders viele Anfragen von Schulklassen und Vereinen, die neben Privatpersonen teilnehmen wollen und - wie in den Vorjahren - von Großeltern, die sich mit ihren Enkeln an der Vogelzählung beteiligen wollen."
Unter allen Teilnehmern verloste der NABU auch in diesem Jahr wieder Preise, unter anderem eine vogelkundliche Reise ins Havelland.