Stand: 11.05.2012 23:30 Uhr
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Kein Alkohol mehr in der Nikolaistraße
Alkoholisierte Jugendliche und junge Erwachsene machen die Nikolaistraße zur Problemstraße. (Themenbild)
Seit Jahren gilt die Nikolaistraße in Göttingen als Problemstraße. Nach und nach hat sie sich zu einem Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt. Sie trinken dort Alkohol, zerbrechen Glasflaschen, urinieren in Hauseingänge, werfen Schaufensterscheiben ein und zetteln Schlägereien an. Der Rat der Stadt will dem jetzt einen Riegel vorschieben: mit einem Alkoholverbot. Am Freitag beschlossen die Ratsmitglieder, dass in der Nikolaistraße und auf dem Nikolaikirchhof am Wochenende von 0 bis 8 Uhr morgens künftig kein Alkohol mitgebracht oder konsumiert werden darf. Nur in den Gaststätten vor Ort darf weiterhin getrunken werden.
Skepsis bei Anwohnern
Polizei und Ordnungsamt haben laut Stadtsprecher Detlef Johannson mit dem Beschluss eine rechtliche Grundlage, um das Verbot durchzusetzen. Für die Anwohner und Ladenbesitzer, die vielfach unter den nächtlichen Randalierern leiden mussten, wäre dies ein Segen. Manche sind allerdings skeptisch, wie effektiv ein Verbot ist - und ob die Jugendlichen dann nicht einfach eine Straße weiterziehen, um zu trinken.
250 Straftaten im Jahr
Ein Verkaufsverbot, das vor allem die beiden Kioske in der Straße treffen würde, soll es aber nicht geben. Auch könne die Nikolaistraße laut Johannson nicht rund um die Uhr kontrolliert werden. Dennoch hoffen die Verantwortlichen, durch den Beschluss die Straftaten in der Nikolaistraße drastisch reduzieren zu können. Diese belaufen sich derzeit auf 250 Taten im Jahr - und das auf einer gerade einmal gut 200 Meter langen Straße.