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Die Viermastbark Sedov © Stema Service Fotograf: Vallery Vasilivsky
 

Die schönsten Schiffe des Nordens

Geschichtsträchtige Großsegler und Dampfschiffe im Porträt. mehr

 

Die "Mir" - schneller Segler aus Russland

Das Segelschulschiff "Mir" im Hafen von Wismar © Picture-Alliance / dpa Das russische Segelschulschiff im Hafen von Wismar. Mit 19,4 Knoten gilt die Mir als einer der schnellsten Großsegler der Welt.

Mit einer Gesamtlänge von fast 110 Metern und rund 2.800 Quadratmetern Segelfläche zählt die "Mir" zu den größten Segelschiffen der Welt. Sie ist das dritte von sechs modernen Segelschiffen, die die Danziger Leninwerft in den 1980er-Jahren gebaut hat. Schwesterschiffe sind die Vollschiffe "Nadeschda", die "Pallada", die "Khersones", die "Druschba" und die etwas kleinere "Dar Młodzieży", das erste Schiff der Serie. 1987 läuft die "Mir" - zu deutsch Frieden - vom Stapel. Eigner ist die traditionsreiche staatliche Admiral-Makarov-Akademie, die Hochschule für Schiffsingenieure in Sankt Petersburg, für die das Segelschulschiff vom sowjetischen Ministerium für Handelsmarine und Fischerei in Auftrag gegeben wurde.

Seemannstugenden als studentisches Pflichtprogramm

Technische Daten der Mir

Baujahr: 1987
Gesamtlänge: 109,60 Meter
Breite: 14 Meter
Maximale Masthöhe: 49 Meter
Tiefgang: 6,60 Meter
Segelfläche: 2.771 Quadratmeter
Maximale Geschwindigkeit unter Segeln: 19,4 Knoten
Nation: Russland
Heimathafen: St. Petersburg
Eigner: Admiral-Makarov-Akademie

Studenten der Fachbereiche Nautik, Funk- und Radartechnik sowie Schiffsbetriebstechnik absolvieren fortan auf dem Windjammer ein Praxissemester. Die traditionelle seemännische Ausbildung ist bis heute Pflichtbestandteil des Studiums und soll der Charakterbildung und dem Erlernen klassischer Seemannstugenden wie Teamgeist und Disziplin dienen. Neben der praktischen Arbeit an Bord stehen aber auch Theoriestunden bei den mitreisenden Professoren auf dem Ausbildungsplan.

Die Stammbesatzung der "Mir" besteht aus rund 55 Personen, Zusätzlich kann das Schiff etwa 140 Kadetten oder andere Mitreisende aufnehmen. Zur Finanzierung des laufenden Betriebs sowie teurer Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten dürfen heute auch zahlende Mitsegler aus anderen Ländern als Trainees an Bord kommen. Auch auf Tagestouren nimmt die "Mir" zahlende Segelfreunde mit.

Gewinner zahlreicher Regatten

Die "Mir" bei der Auslaufparade des 819. Hafengeburtstags © dpa Fotograf: Maurizio Gambarini Detailansicht des Bildes Um den Unterhalt des Schiffes zu finanzieren, dürfen auch zahlende Trainees auf der Mir mitsegeln. Die "Mir" ist ein gern gesehener Gast bei Hafenfesten, bei denen sie als maritime Botschafterin Russlands für die Völkerverständigung wirbt. Außerdem nimmt das Vollschiff regelmäßig an internationalen Windjammer-Regatten teil. Dabei hat sich die "Mir" den Ruf als eines der schnellsten Segelschiffe der Welt ersegelt. Besonders unter ihrem früheren langjährigen Kapitän Victor Antonov, der mit seinem seemännischen Geschick das Schiff zu der beeindruckenden Höchstgeschwindigkeit von rund 19 Knoten  - gut 35 Kilometer pro Stunde -  unter vollen Segeln führte, errang die Crew der "Mir" zahlreiche Regatta-Siege bei sogenannten Tall Ship Races, 1996 gewann sie die Baltic Sail. Ein besonders beeindruckender Triumph gelang der "Mir" jedoch im Jahr 1992: Beim Grand Columbus Race, der Transatlantik-Regatta anlässlich der 500-Jahr-Feier zur Entdeckung Amerikas, ersegelte sie sich den Gesamtsieg als schnellster Großsegler der Welt.

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Überblick

Segelschiffstypen

Brigg: Zweimastiges Segelschiff mit Rahsegeln (= rechteckige oder trapezförmige Segel) an beiden Masten und einem zusätzlichen Schratsegel (= Segel, das in Ruhestellung in Richtung der Längsachse des Schiffs gesetzt wird) am Großmast
Schoner: Ursprünglich Segelschiff mit zwei Masten, wobei der vordere Mast kleiner oder gleich groß wie der hintere Mast ist. Mittlerweile werden zuweilen auch Schiffe mit drei Masten als Schoner bezeichnet ("Dreimastschoner")
Brigantine: Mischform aus Brigg und Schoner. Zweimaster mit Rahsegel am vorderen und (teilweise oder ausschließlich) Schratsegeln am hinteren Mast.
Schonerbrigg /Halbbrigg: Untertyp der Brigantine, die am hinteren Mast (Großmast) nur Schratsegel führt.
Bark: Segeltyp mit mindestens drei Masten, das an den vorderen Masten Rahsegel, am letzten Mast ein Schratsegel trägt.
Schonerbark / Barkentine: Mischtyp aus Bark und Dreimastschoner
Toppsegelschoner / Rahschoner: Bezeichnung für alle Schoner, die an einem oder mehreren Masten mit Rahsegeln fahren.
Fregatte: Im 18. und 19. Jahrhundert Bezeichnung für ein Schiff mit Vollschiff-Takelage. Heute bezeichnet der Begriff hauptsächlich ein Kriegsschiff.
Vollschiff: Segelschiff mit mindestens drei ausschließlich rahgetakelten Masten.

Links

Offizielle Homepage (engl.) des Segelschulschiffs aus St. Petersburg mit Informationen zur Geschichte und allen Regatta-Siegen.

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