Der Hamburger Hafen
Mehr als Container und Warenumschlag - ein Blick hinter die Kulissen. mehr
Die "Alexander von Humboldt II" ist der erste Großsegler seit 1958, der in Deutschland gebaut wurde: Damals, vor 53 Jahren, lief die "Gorch Fock" vom Stapel, das Segelschulschiff der Bundesmarine. Auch die "Alex II", wie sie bereits liebevoll genannt wird, ist ein Schulschiff, allerdings zu zivilen Zwecken. Die Jungfernfahrt führte das Schiff von Oktober 2011 bis April 2012 über die Kanarischen Inseln bis zu den Kapverden und zurück in den Heimathafen Bremerhaven. Ihre legendäre Vorgängerin mit den markanten grünen Segeln, die "Alexander von Humboldt", war im Oktober 2011 als Schulschiff außer Dienst gegangen und hat mittlerweile einen neuen Heimathafen auf den Bahamas gefunden.
Rund 15 Millionen Euro kostete der Bau der neuen Bark auf einer Bremer Werft. Nach zwei Jahren Bauzeit taufte die Mutter des Werftschefs, Brigitte Rönner, sie am 24. September 2011 auf den Namen "Alexander von Humboldt II". Mit 65 Metern ist der neue Großsegler knapp zweieinhalb Meter länger als die "Alex I" und damit nach der "Gorch Fock" das zweitgrößte deutsche Segelschiff. An die alte Bark erinnert noch der grüne Rumpf. Die Segel allerdings sind nicht mehr grün, sondern weiß - auch, weil der Hauptsponsor, eine Bremer Brauerei, auf dem neuen Schiff nicht mehr mit an Bord ist.
Baujahr: 2011
Stapelhub: 26. Mai 2011
Schiffstyp: Dreimastbark
Gesamtlänge: 65 Meter
Breite: 10 Meter
Segelfläche: 1.360 Quadratmeter
Nation: Deutschland
Bauwerft: Brenn- und Verformtechnik (BVT) Bremen
Eigner: Deutsche Stiftung Sail Training
Insgesamt 79 Segler haben auf der "Alex II" Platz. Das Schiff ist nach modernsten Standards ausgestattet, so besitzen alle Kabinen eigene Duschen und Toiletten, eine biologische Kläranlage reinigt das Abwasser. Auf dem Schulschiff dürfen auch interessierte Laien ohne Segelkenntnisse als Trainees mitsegeln. Die Eignerin "Deutsche Stifftung Sail Training" will aber vor allem Jugendlichen das Erlebnis einer Segelreise ermöglichen. Eine 25-köpfige Stammbesatzung weist sie in das Segelhandwerk ein.
Der 1769 in Berlin geborene Naturforscher und Humanist wurde vor allem durch seine Forschungsreisen nach Südamerika berühmt, die ihm den Ruf eines "zweiten, wissenschaftlichen Entdeckers Amerikas" einbrachten. Er gilt als einer der letzten Universalgelehrten und Mitbegründer der modernen Geografie.
In seinem Werk "Kosmos" versuchte Humboldt, "die ganze materielle Welt und alles, was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume und des Erdenlebens wissen, in einem Werk darzustellen." Das fünfbändige Werk blieb unvollendet - Alexander von Humboldt starb am 6. Mai 1859 im Alter von 89 Jahren in Berlin.