Weitere Traditionsschiffe
Die Viermastbark Sedov © Stema Service Fotograf: Vallery Vasilivsky
 

Die schönsten Schiffe des Nordens

Geschichtsträchtige Großsegler und Dampfschiffe im Porträt. mehr

Stichwort

Feuerschiffe

Feuerschiffe sind Wasserfahrzeuge, die fest an einer bestimmten Position auf dem Wasser liegen. Anders als der Name vermuten lässt, sind sie nicht dazu gedacht, Feuer an Bord anderer Schiffe zu löschen. Wie Leuchttürme an Land dienen sie als Navigationshilfe, indem sie ein Leuchtsignal aussenden.

Überblick

Segelschiffstypen

Brigg: Zweimastiges Segelschiff mit Rahsegeln (= rechteckige oder trapezförmige Segel) an beiden Masten und einem zusätzlichen Schratsegel (= Segel, das in Ruhestellung in Richtung der Längsachse des Schiffs gesetzt wird) am Großmast
Schoner: Ursprünglich Segelschiff mit zwei Masten, wobei der vordere Mast kleiner oder gleich groß wie der hintere Mast ist. Mittlerweile werden zuweilen auch Schiffe mit drei Masten als Schoner bezeichnet ("Dreimastschoner")
Brigantine: Mischform aus Brigg und Schoner. Zweimaster mit Rahsegel am vorderen und (teilweise oder ausschließlich) Schratsegeln am hinteren Mast.
Schonerbrigg /Halbbrigg: Untertyp der Brigantine, die am hinteren Mast (Großmast) nur Schratsegel führt.
Bark: Segeltyp mit mindestens drei Masten, das an den vorderen Masten Rahsegel, am letzten Mast ein Schratsegel trägt.
Schonerbark / Barkentine: Mischtyp aus Bark und Dreimastschoner
Toppsegelschoner / Rahschoner: Bezeichnung für alle Schoner, die an einem oder mehreren Masten mit Rahsegeln fahren.
Fregatte: Im 18. und 19. Jahrhundert Bezeichnung für ein Schiff mit Vollschiff-Takelage. Heute bezeichnet der Begriff hauptsächlich ein Kriegsschiff.
Vollschiff: Segelschiff mit mindestens drei ausschließlich rahgetakelten Masten.

 

Grüne Segel ahoi: die "Alexander von Humboldt"

Mit ihren markanten grünen Segeln und dem grünen Rumpf war die "Alexander von Humboldt" jahrelang der Star auf den Weltmeeren und in den TV-Werbespots eines Bremer Bier-Produzenten. Doch das Schiff kreuzte nicht immer als Windjammer über die Meere. Auch war es ursprünglich nicht grün, sondern feuerrot. Denn die Dreimastbark war früher ein Feuerschiff.

80 Jahre als schwimmender Leuchtturm

1906 läuft in Bremerhaven ein Feuerschiff mit dem Namen "Reserve Sonderburg" vom Stapel, benannt nach dem damaligen Heimathafen. Wie bei Feuerschiffen üblich, ist der Anstrich des Stahlrumpfes rot, ergänzt von großen weißen Schriftzeichen. Als eine Art mobiler Leuchtturm liegt die "Sonderburg" in den folgenden Jahren an verschiedenen Positionen auf der Nord- und Ostsee vor Anker und erleichtert dort Kapitänen die Orientierung. Am 4. Januar 1957 gelingt das nicht ganz so gut: Ein finnisches Motorschiff rammt das mittlerweile mit einem Dieselmotor ausgestattete Feuerschiff. Es muss repariert und modernisiert werden, bevor es zwei Jahre später wieder auf seine Position zurückkehren kann.

Der Windjammer Alexander von Humboldt © www.gruene-segel.de Detailansicht des Bildes Den schlanken Rumpf verdankt das Segelschiff noch seiner ursprünglichen Aufgabe als Feuerschiff. Eigner und Namen wechseln in der Geschichte des Schiffes mehrfach. Den Dienst als schwimmenden Wegweiser versieht es bis ins Jahr 1986. Am 17. September 1986 - das Feuerschiff ist jetzt in der Wesermündung stationiert - kommt es zu einer erneuten Kollision, dieses Mal mit einem liberianischen Motorschiff. Nach 80 Jahren wird das Feuerschiff außer Dienst gestellt.

Vom Feuerschiff zum Windjammer

Auf Anregung zweier Kapitäne - Manfred Hövener, damals Professor an der Hochschule Bremerhaven, und Hans Freiherr von Stackelberg, früherer Kommandant der "Gorch Fock" - kauft die "Deutsche Stiftung Sail Training" (DSST) das Feuerschiff, um es zu einer Dreimastbark umzubauen. Wegen seiner Rumpfkonstruktion ist es dafür besonders geeignet: Es weist die klassische S-Spant-Konstruktion eines schlanken Segelschiffes auf. Diese Bauweise war für das Feuerschiff gewählt worden, da es an seiner jeweiligen Position auch schwere Unwetter vor Anker liegend überstehen musste.

Der grüne Rumpf - eine Hommage an die Rickmers-Reederei

Technische Daten der Alex I

Baujahr: 1906
Schiffstyp: Dreimastbark
Gesamtlänge: 62,55 Meter
Breite: 8,02 Meter
Maximale Masthöhe: 33,9 Meter
Tiefgang (voll beladen): 4,88 Meter
Nation: Deutschland
Heimathafen ab 2012: Freeport (Bahamas)
Eigner: Manfred Spitzkowsky

Nach dem Umbau zum Windjammer versieht das Schiff seinen Dienst als Jugend- und Ausbildungsschiff. Als Referenz an die berühmten Segelschiffe der Rickmers-Reederei bekommt es einen grünen Anstrich. Am 20. Mai 1988 erhält die Dreimastbark ihren neuen Namen: "Alexander von Humboldt", nach dem deutschen Naturforscher und Humanisten.

Bis 2011 segelt die "Alexander von Humboldt" - von ihren Freunden auch liebevoll "Alex" genannt - als Segelschulschiff und "Windjammer für die Jugend" über die Weltmeere. Sie legt mehr als 360.000 Seemeilen zurück, nimmt an zahlreichen Regatten teil und umrundet zwei Mal das Kap Hoorn. Im Oktober 2011 geht die Veteranin der Weltmeere außer Dienst - der Unterhalt des alten Schiffes war für den Eigner, die Deutsche Stiftung Sail Training, teurer geworden als ein neues Schiff bauen zu lassen. Die Nachfolgerin "Alexander von Humboldt II" ist ähnlich groß und ebenfalls eine Dreimastbark. Sie ist der erste Neubau eines Segelschiffes seit 1958 die "Gorch Fock" vom Stapel lief. Zwar sind die Segel nicht mehr grün, doch der grüne Rumpf erinnert weiter an die Vorgängerin.

Altersruhesitz Karibik

Die "Alexander von Humboldt" landete übrigens nicht in der Schrottpresse, sondern legte im Januar 2012 einmal mehr in Richtung Karibik ab. Dort schippert sie künftig Touristen auf Segeltörns durch die Gewässer. Ihr neuer Heimathafen heißt Freeport auf den Bahamas- kein übler Lebensabend für die stolze Dreimastbark.

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Die Nachfolgerin
Das neue Segelschiff Alexander von Humboldt II. © picture alliance / dpa Fotograf: Maurizio Gambarini
 

Weiße Segel, grüner Rumpf: Die neue "Alex"

Die "Alexander von Humboldt II" ist die Nachfolgerin des legendären Schulschiffs. mehr

Der Namensgeber

Alexander von Humboldt

Der 1769 in Berlin geborene Naturforscher und Humanist wurde vor allem durch seine Forschungsreisen nach Südamerika berühmt, die ihm den Ruf eines "zweiten, wissenschaftlichen Entdeckers Amerikas" einbrachten. Er gilt als einer der letzten Universalgelehrten und Mitbegründer der modernen Geografie.

In seinem Werk "Kosmos" versuchte Humboldt, "die ganze materielle Welt und alles, was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume und des Erdenlebens wissen, in einem Werk darzustellen." Das fünfbändige Werk blieb unvollendet - Alexander von Humboldt starb am 6. Mai 1859 im Alter von 89 Jahren in Berlin.

Links

Offizielle Homepage der Alexander von Humboldt.

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Homepage des Nachfolgeschiffs "Alexander von Humboldt II".

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