In Hamburgs Straßen und Gassen spielt sich um 1900 ein Großteil des Lebens der Arbeiter und ihrer Familien ab - in den Wohnungen ist kaum Platz.
Arbeiterwohnung in Hamburg: Zwölf Menschen müssen mit einer Wohnküche auskommen.
Viele leben unter prekären Bedingungen. Diese Männer verdienen ihren Lebensunterhalt mit Holzhacken. Die Sozialdemokratie hat großen Zulauf bei den Arbeitern. August Bebel spricht von der "Hauptstadt des deutschen Sozialismus".
Die Bevölkerung in Hamburg wächst seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewaltig - von rund 150.000 im Jahr 1850 auf fast eine Million um die Jahrhundertwende.
In den 1880er-Jahren ist die Situation der Arbeiter noch wesentlich schlechter. Als Reichkanzler Bismarck in Berlin die Sozialistengesetze durchbringt, müssen viele Menschen das Land notgedrungen verlassen, zum Beispiel über den Hamburger Hafen.
Doch vorher stecken viele wieder in drangvoller Enge fest - wie hier in den "Auswandererhallen".
1892 bricht eine Cholera-Epidemie aus. Die SPD spielt in der dramatischen Situation eine entscheidende Rolle. Die Sozialdemokraten kooperieren mit den staatlichen Institutionen.
Viele Arbeiter wählen in Hamburg sozialdemokratisch - die Partei erzielt bei Reichstagswahlen schon 1890 die Mehrheit. Doch bis der erste SPD-Bürgermeister in Hamburg ins Amt kommt, dauert es bis 1930.
Arbeit gibt es in Hamburg genug - zum Beispiel beim Bau der U-Bahn um 1910. Doch die Löhne reichen oft kaum zum Leben.
Die Arbeit auf den Baustellen ist gefährlich, erst nach und nach gibt es für die Arbeiter Kranken- und Unfallversicherungen.
Auch die Sielarbeiten erfordern um die Jahrhundertwende vor allem eines: Menschenkraft. Die SPD setzt sich dafür ein, dass die Arbeitsbedingungen besser werden.