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Die Köhlbrandbrücke © fotolia Fotograf: Marco2811
 

Der Hamburger Hafen

Mehr als Container und Warenumschlag - ein Blick hinter die Kulissen. mehr

Stadtgeschichte
Luftaufnahme der Speicherstadt, eines der Wahrzeichen Hamburgs. © Hamburger Hafen und Logistik AG Fotograf: Hamburger Hafen und Logistik AG
 
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Von der Hammaburg zur Hafencity

Überblick zur Stadtentwicklung Hamburgs vom Mittelalter bis heute. mehr

 

Hamburgs Hafen: Von den Anfängen bis heute

von Irene Altenmüller, NDR.de

Mit dem Läuten der Schiffsglocke des historischen Großseglers "Rickmer Rickmers" beginnen in Hamburg alljährlich die Feiern für ein ganz besonderes Geburtstagskind: den Hafen. Als offizielle Geburtsstunde gilt der 7. Mai 1189. Dieses Datum trägt ein Freibrief des deutschen Kaisers Friedrich Barbarossa, in dem er den Hamburgern wichtige Privilegien wie die zollfreie Fahrt auf der Unterelbe bis zur Nordsee zusichert.

Per Fälschung zum Erfolg

Blick auf den Hamburger Hafen im 19. Jahrhundert. © picture-alliance / Mary Evans Picture Library Detailansicht des Bildes Segelschiffe prägten jahrhundertelang das Bild des Hamburger Hafens. Heute weiß man: Diese Urkunde, die sich mittlerweile im Hamburger Staatsarchiv befindet, ist eine Fälschung. Mit ihr setzten die findigen Hamburger im 13. Jahrhundert ihre Interessen gegenüber der damals bedeutenderen Handelsstadt Stade durch. 10.400 Mark ließen sich die Ratsherren die Fälschung kosten - damals ein gewaltiger Betrag, der nach heutiger Kaufkraft fast zwei Millionen Euro entspricht.

Ein erster Hafen entsteht an der Alster

Tatsächlich gibt es in Hamburg bereits im 9. Jahrhundert einen etwa 120 Meter langen hölzernen Hafenanleger an einem Arm der damals noch nicht aufgestauten Alster. Doch erst ab 1188 lassen die Grafen von Schauenburg Hafenanlagen am damaligen Hauptmündungsarm der Alster, dem heutigen Nikolaifleet, errichten - die Urzelle des heutigen Hafens. Die Grafen werben Kaufleute und Schiffer an, um den neuen Hafen zu fördern.

Mit dem Beitritt Hamburgs zum Städtebund der Hanse im Jahr 1321 nimmt der wirtschaftliche Aufschwung des Hafens Fahrt auf. Anders als der Großteil der anderen Hansestädte, die an der Ostsee liegen, hat Hamburg einen Zugang zur Nordsee und sichert sich Handelsprivilegien mit England, Flandern und Holland. Der Handel floriert: Tuche aus Braband, Stockfisch aus Schottland und Norwegen oder Wein aus Frankreich werden in Hamburg umgeschlagen, Kupfer aus dem Harzer Rammelsberg  geht nach England und Flandern. Hamburg selbst ist bekannt für sein Bier, das es nach Skandinavien und Holland verschifft.

1816: Das erste Dampfschiff läuft ein

Ausfahrt des damals größten Schiffes der Welt aus dem Hamburger Hafen: der Dampfer "Imperator" der Hamburg-Amerika-Linie. © dpa Detailansicht des Bildes Hafenszene aus dem Jahr 1913: Der Dampfer "Imperator", das damals größte Schiff der Welt, läuft aus dem Hamburger Hafen aus. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts weitet sich der Handel auch auf den amerikanischen Kontinent aus. Nach einem wirtschaftlichen Einbruch durch Napoleons Kontinentalsperre zwischen 1806 und 1814 geht es im 19. Jahrhundert mit Hamburgs Hafen weiter bergauf. 1816 fährt mit der "Lady of the Lake“ das erste Dampfschiff in den Hafen ein - die erste Vorbotin eines neuen Zeitalters der Seefahrt. Doch noch bis ins 20. Jahrhundert hinein bestimmen die Segelschiffe weiter das Bild, wenn auch zunehmend ausgerüstet mit zusätzlichem Dampfantrieb.

Hamburg als Tor zur Neuen Welt

Neben der Frachtschifffahrt nimmt ab Mitte des 19. Jahrhundert die Bedeutung der Passagierschifffahrt stark zu: Getrieben vom der Hoffnung auf ein besseres Leben in Amerika kehren Millionen von Menschen Europa den Rücken. Hamburg wird neben Bremerhaven zum wichtigsten Auswanderhafen Deutschlands. Zwischen 1838 und 1914 verlassen 3,6 Millionen Menschen das Land.  

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Auswanderer marschieren Anfang des 20. Jahrhunderts von Auswandererlager Ballinstadt in Hamburg zum Hafen. © BallinStadt Auswanderermuseum Hamburg Fotograf: BallinStadt Auswanderermuseum Hamburg
 

Von Hamburg in die weite Welt

Um 1900 war Hamburg einer der bedeutendsten europäischen Auswandererhäfen. Vor allem Osteuropäer gingen hier an Bord eines Schiffes - mit dem Ziel Amerika. mehr

Tidehafen oder Dockhafen? Dalmanns Plan geht auf

Im 19. Jahrhundert fällt eine Entscheidung, die den wirtschaftlichen Erfolg des Hamburger Hafens langfristig sichert: Statt den Hafen zu einem Dockhafen wie etwa in London umzubauen und mit Dämmen und Schleusen gegen den Strom mit seinem Tidenhub abzuriegeln, folgt die Stadt den Plänen des Wasserbaudirektors Johannes Dalmann für einen offenen Tidehafen. Damit schaffen die Verantwortlichen eine bis heute wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Hafens, da der Güterumschlag auf diese Weise sehr viel zügiger als in einem mit Schleusen gesicherten Hafen erfolgen kann.

Sandtorhafen, etwa 1889: Seeschiffe liegen umringt von kleineren Schuten an der Kaimauer, dahinter die gerade errichtete Speicherstadt. © Hamburger Hafen und Logistik AG Fotograf: Hamburger Hafen und Logistik AG Detailansicht des Bildes Der Sandtorhafen um 1889: Die Seeschiffe konnten hier direkt an der Kaimauer gelöscht werden - eine wichtige Neuerung. Zwischen 1863 und 1866 entsteht mit dem Sandtorhafen das erste moderne Hafenbecken. Die Schiffe machen dort direkt an den Kaimauern fest und können mit Hilfe von Kränen schnell gelöscht werden. Die Ware wird entweder direkt auf die Straße oder das Eisenbahnwaggons verladen oder im nahen Schuppen zwischengelagert. Schon bald gilt Hamburg als besonders schneller Hafen.

Ein riesiger Lagerhauskomplex entsteht

1881 schließt sich Hamburg auf Drängen des Reichskanzlers Otto von Bismarck dem Zollgebiet des Deutschen Reiches an und muss als Konsequenz die Zollfreiheit, die bislang für das gesamte Stadtgebiet gilt, aufgeben. Lediglich das Freihafengebiet bleibt zollfrei, hier dürfen weiterhin Waren zollfrei lagern und umgeschlagen werden. Deshalb beschließt die Stadt, dort die Speicherstadt zu errichten. Bislang wohnen in dem Areal zwischen Sandtorhafen und Zollkanal Hafenarbeiter, Handwerker und Kaufleute. Sie alle, insgesamt etwa 24.000 Menschen, müssen dem riesigen Lagerhauskomplex weichen. 1888 wird die Speicherstadt eingeweiht und in den Folgejahren weiter ausgebaut.

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Aufnahme im Stadtviertel Wandrahm/Brook, das der Speicherstadt weichen musste.
 
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"Leb dann wohl du altes Haus!"

NDR Fernsehen: Hamburg Journal

Die Speicherstadt ist aus dem Hamburger Hafen nicht mehr wegzudenken. Aber dem heutigen Wahrzeichen mussten 1.000 Häuser und mit ihnen 24.000 Menschen weichen. Ein Rückblick.

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