AKTUELLES AUS DER REGION
  • Niedersachsen Regionen Niedersachsen Hannover Heide Osnabrück Oldenburg Harz
    Möglichkeit zur Auswahl der Region
Geschichte
Ein Junge spielt in den Trümmern der Hamburger Innenstadt nach dem Feuersturm. © dpa-Bildarchiv
 

Das Grauen: NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg

Die Jahre 1933 bis 1945 sind geprägt von der Schreckensherrschaft der Nazis und dem Krieg. mehr

Die Region
Blick auf das Hahnenmoor im Emsland. © picture-alliance / HB Verlag
 

Das Emsland

Wasser, Moore und Felder prägen die Region. mehr

 

Ein Ort, der bewegt: Gedenkstätte Esterwegen

von Kathrin Weber, NDR.de

Bäume, Lavasteine und Stahlelemente auf dem Außengelände der Gedenkstätte Esterwegen. © NDR Fotograf: Kathrin Weber Detailansicht des Bildes Im Sommer dominiert in der Außenanlage der Gedenkstätte saftiges Grün. Doch die Idylle täuscht. Auf den ersten Blick sieht hier alles ganz idyllisch aus. Das Gras steht kniehoch, der leichte Sommerwind streift durch die Baumgruppen, im Hintergrund sind Felder und ein Wäldchen zu sehen. Nur die hohen rostbraunen Stahlelemente am Rand lassen erahnen, dass das Gelände kein Park ist. Während der Naziherrschaft existierte hier im Emsland das Konzentrationslager und spätere Strafgefangenenlager Esterwegen. Es war eines von insgesamt 15 Lagern in der Region. Heute steht auf dem Gelände eine zentrale Gedenkstätte, die an die Opfer aller Lager erinnert.

Unmenschliche Unterbringung und Zwangsarbeit

Bis zu 2.000 Häftlinge gleichzeitig - politisch Verfolgte, Kriegsgefangene, aber auch "normale" Straffällige - waren zwischen 1933 und 1945 in Esterwegen interniert, in 20 unbeheizten, engen Baracken. Von den Behausungen ist heute nichts mehr zu sehen, sie wurden nach dem Krieg abgerissen und verkauft.

Kurt Buck (r.) zeigt bei einer Führung durch die Gedenkstätte Esterwegen das Fundament eines Springbrunnens. © NDR Fotograf: Kathrin Weber Detailansicht des Bildes Von den Gebäuden sind auf dem Gelände nur noch einige Fundamente zu sehen, wie das eines Springbrunnens. Kurt Buck deutet auf eine großes, rundes Steinfundament am Rande des Weges. Hier, so der Mitarbeiter der Gedenkstätte, stand einst ein Springbrunnen - die Wachmannschaften sollten sich auf dem Gelände wohlfühlen. Überhaupt wurde alles getan, dem Personal das Leben auf dem Gelände möglichst angenehm zu gestalten. Sie konnten Gärten, einen Sportplatz und ein Schwimmbad nutzen und mussten selbst auf Kultur nicht verzichten - im mehrstöckigen Kameradschaftshaus mit Kinosaal und Bühne wurden Schauspiel, Filme und Musik dargeboten.

Die Emslandlager

Nicht nur in Esterwegen, sondern in 14 weiteren Orten im Emsland und der Grafschaft Bentheim unterhielt das NS-Regime zwischen 1933 und 1945 Gefangenenlager. Drei davon (Börgermoor, Esterwegen, Neusustrum) waren bis 1936 Konzentrationslager und wurden von der SS bewacht. In den Lagern waren insgesamt etwa 200.000 Menschen inhaftiert - politische Häftlinge, Straf- und Kriegsgefangene. Sie alle litten unter schlechten Lebensbedingungen und brutaler Gewalt. Mehr als 20.000, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, starben oder wurden getötet.

Häftlinge fahren an der Lagerstraße des KZ Esterwegen Loren aus dem Lager. © Bundesarchiv Berlin Fotograf: Sohst, Kurzbein Detailansicht des Bildes Das Lagertor von Esterwegen. Häftlinge fahren während der Arbeiten an der Lagerstraße Loren aus dem Lager. Ganz anders erging es den Gefangenen im Lager. Wenig zu essen, schlechte hygienische Bedingungen sowie brutale Übergriffe des Wachpersonals machten ihnen das Leben zur Hölle. Hinzu kamen unmenschliche, kräftezehrende Arbeitseinsätze im umliegenden Moor. Bis zu zwölf Stunden mussten sie dort Torf stechen oder Böden kultivieren - eine unmenschliche Quälerei, die viele nicht überlebten. Heute führt ein Steg aus Stahl vom Ausstellungsgebäude ins benachbarte Moor und erinnert an die Zwangsarbeit.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/geschichte/schauplaetze/esterwegen193.html
Porträt
Carl von Ossietzky, Berlin 1933. © picture-alliance/AKG
 

Carl von Ossietzky: Ein mutiger Pazifist

Von 1934 bis 1936 war der spätere Friedensnobelpreisträger im KZ Esterwegen interniert. mehr

Links

Informationen über die Dauerausstellung, das Außengelände und die Geschichte der Emslandlager.

Link in neuem Fenster öffnen