Der Holocaust
Gedenkstein an die Ofer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © dpa Fotograf: Bernd Wüstneck
 

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. mehr

weitere Gedenkstätten
Das Außengelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
 

Die KZ-Gedenkstätte Hamburg-Neuengamme

Ein Mahnmal und mehrere Ausstellungen erinnern an die Opfer. mehr


Stätte des Erinnerns in Ladelund

Die älteste KZ-Gedenkstätte Schleswig-Holsteins. mehr


Ein stiller Ort der Erinnerung

Rundgang durch die Gedenkstätte für die Häftlinge der NS-Lager im Emsland. mehr

Geschichte
Der Spruch "Jedem das Seine" über dem Eingang zum Konzentrationslager Buchenwald © AP Fotograf: Jens Meyer
 

Die Befreiung des KZ Buchenwald

Am 11. April 1945 erreichen US-Truppen das KZ Buchenwald bei Weimar. mehr

 

Bergen-Belsen: Erinnerung und Mahnung

Gedenkstein in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Detailansicht des Bildes Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers. Mitten in der Lüneburger Heide wurde während der NS-Zeit ein erschreckendes Kapitel deutscher Geschichte geschrieben - im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Seit 60 Jahren hält die Gedenkstätte Bergen-Belsen die Erinnerung an diese dunkle Zeit wach. Etwa 300.000 Menschen besuchen das ehemalige Konzentrationslager jährlich. Die Ausstellung erinnert an das Leiden der Inhaftierten und die Opfer. Etwa 52.000 KZ-Häftlinge und mehr als 20.000 Kriegsgefangene kamen in Bergen-Belsen ums Leben.

Die Gedenkstätte umfasst das gesamte Gelände des damaligen Lagers, insgesamt etwa 55 Hektar Fläche. Obwohl sich Überlebende dagegen ausgesprochen hatten, die Spuren zu beseitigen sind von den Gebäuden nur noch einige Fundamente erhalten. Zwei Drittel der ehemalingen Lagerfläche sind heute parkartige Heidelandschaft. Schneisen in Wald und Heide zeichnen das frühere Lager nach. Mittelpunkt der Gedenkstätte ist ein modernes, 2007 eröffnetes Dokumentationszentrum, das außerhalb des ehemaligen Lagers unmittelbar an dessen Grenze errichtet wurde.

Dokumente in Text und Bild

Außenansicht des Dokumentationszentrums der Gedenkstätte Bergen-Belsen © Stiftung niedersächsische Gedenkstätten Fotograf: Bernd Horstmann Detailansicht des Bildes Das fast 200 Meter lange Dokumentationszentrum der Gedenkstätte wurde 2007 eröffnet. Besucher können sich auf verschiedene Weise vor Ort über die Geschichte des Lagers und des NS-Verfolgungssystems informieren: Eine Dauerausstellung über Bergen-Belsen und regelmäßige Sonderausstellungen setzen sich mit der nationalsozialistischen Verfolgung auseinander. Zusätzlich kann der Besucher in den Medienräumen verschiedene Filme zum Themenkomplex sehen, darunter Augenzeugen-Berichte und historische Aufnahmen. Der Film "Bergen-Belsen zum Beispiel" dokumentiert die Lage im KZ vor und nach der Befreiung durch die britischen Truppen am 15. April 1945. Kindern unter 14 Jahren wird alternativ ein Dokumentarfilm über Anne Frank empfohlen. Hinzu kommen Mediastationen, über die Zeitzeugen zu den Besuchern sprechen. Die Gedenkstätte hat 340 Interviews aufgezeichnet und aus ihnen Filme zusammengestellt, die die persönlichen Erinnerungen an das Lager widerspiegeln.

Führungen und eine Bibliothek

Bei Führungen über das Gelände können Besucher mehr über die Geschichte des Lagers und der Opfer erfahren. Der pädagogische Dienst bietet außerdem im Rahmen von Studientagen spezielle Weiterbildungen für Schüler, Studenten oder Teilnehmer der Erwachsenenbildung an. In einer Bibliothek stehen rund 8.000 Bücher und Dokumente zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaust.

Vom Arbeitslager zum Konzentrationslager

Bergen-Belsen war zunächst ein Arbeitslager für hauptsächlich russische Kriegsgefangene. Ab 1943 sollte es ein "Aufenthaltslager" für Juden werden, die für Gefangenenaustausche festgehalten werden sollten. Doch ab März 1944 war es ein Konzentrationslager wie Dachau oder Neuengamme. Immer mehr Menschen wurden während des Krieges in diesem Lager untergebracht. KZ-Arbeiter aus frontnahen Lagern wie Sachsenhausen wurden in Bergen-Belsen interniert. Im Dezember 1944 lebten 15.257 Menschen in dem überfüllten Lager. Tausende Menschen starben wegen der katastrophalen hygienischen Zustände, an Unterernährung oder sich schnell verbreitenden Krankheiten - allein in den Monaten Januar bis April 1945 waren es 35.000. Trotz der Befreiung überlebten weitere 14.000 Menschen die folgenden Monate nicht.

Anne Frank gehörte zu den Opfern

Undatiertes Bild von Anne Frank. © picture-alliance / dpa Detailansicht des Bildes Anne Frank starb im März 1945 in Bergen-Belsen. Ihr Tagebuch ist ein erschütterndes Dokument aus der Zeit des Nazi-Terrors. Eines der Opfer von Bergen-Belsen war die 15-jährige Anne Frank. Sie und ihre Familie wurden im August 1944 in ihrem Versteck in Amsterdam entdeckt und nach Bergen-Belsen deportiert. Nach dem Krieg wurde ihr Tagebuch veröffentlicht, das sie in ihrem Versteck geschrieben hatte. Dieses historische Dokument sorgte weltweit für Erschütterung.

Erste KZ-Gedenkstätte bundesweit

Die britische Militärregierung ordnete im Oktober 1945 die Errichtung eines Mahnmals und die Pflege der Grabstätten in Bergen-Belsen an. Die offizielle Einweihung fand im April 1946 statt, es folgten weitere Mahnmale. Am 30. November 1952 wurde die Gedenkstätte Bergen-Belsen eingeweiht - als erste ihrer Art bundesweit. 1966 eröffnete das Dokumentenhaus mit einer Ausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers. In den folgenden Jahren geriet die Gedenkstätte zunehmend in Vergessenheit. Erst 1985 beschloss der niedersächsische Landtag, das Gelände und eine Ausstellung neu zu gestalten. Die Wiedereröffnung erfolgte 1990.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/geschichte/schauplaetze/bergenbelsen2.html
Aktuell
Ein Mann legt an einer Gedenkwand des ehemaligen Konzentrationslager in Bergen-Belsen Blumen nieder. © dpa-Bildfunk Fotograf: Philipp Schulze
 

Bergen-Belsen: "Rückfall in die Barbarei"

Mit einem Festakt wurde der Befreiung des KZ vor 68 Jahren gedacht. (Nachricht vom 21.04.2013) mehr

Die Befreiung
Konzentrationslager Bergen-Belsen 1945: Waschplatz für weibliche Häftlinge. © picture-alliance / akg-images
 

Die letzten Tage des KZ Bergen-Belsen

Am 15. April 1945 nehmen britische Truppen das Lager ein. mehr

Besucherservice

Gedenkstätte Bergen-Belsen

Anne-Frank-Platz
29303 Lohheide
Tel. (05051) 475 90

Öffnungszeiten der Ausstellung
April bis September:
10 - 18 Uhr
Oktober bis März: 10 - 17 Uhr
24.-26.12 und 31.12./1.1. geschlossen

Eintritt frei

Das Außengelände und der Friedhof können jederzeit besucht werden.

Führungen für Gruppen ab zehn Personen nach Vereinbarung,
Tel. (05051) 47 59-112

Links

Informationen über die Geschichte des Lagers, Ausstellungen und Veranstaltungen auf dem Gelände.

Link in neuem Fenster öffnen