Die große Rettungsaktion
Polizeisenator Helmut Schmidt reagiert entschlossen und ruft das Militär zu Hilfe. mehr
Helmut Schmidt war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler. Heute ist er Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit".
Sturmflut in Hamburg, Wirtschaftskrise, RAF-Terror, Kalter Krieg: In Zeiten großer Herausforderungen erlangte Helmut Schmidt als Krisenmanager Ansehen im In- und Ausland. Der gebürtige Hamburger ist für viele noch immer der Inbegriff eines Staatsmannes mit Weitblick. Sein pragmatischer Politikansatz verschaffte dem Sozialdemokraten Respekt weit über die Parteigrenzen hinaus, mit seiner Abneigung gegen Theoretiker ("Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen") eckte er jedoch häufig in seiner eigenen Partei an. Das Wort des fünften Kanzlers der Bundesrepublik hat auch heute noch großes Gewicht - vor allem in Fragen der Wirtschafts- und Sicherheitspolitik.
Bei der "Bambi"-Gala 2011 mahnte Schmidt zur Geduld bei der Lösung der EU-Krise.
Für sein Lebenswerk wurde Schmidt Mitte November 2011 mit dem "Millennium-Bambi" des Burda-Verlags ausgezeichnet. "Der Altkanzler verfügt über einen messerscharfen Verstand und eine unbeirrbare Moral, die viele heute bei Politikern vermissen", hieß es in der Begründung der Jury. Er werde "als das politische Gewissen der Deutschen" gewürdigt. Minutenlang erhoben sich die Gäste bei der Gala in Wiesbaden von ihren Plätzen und applaudierten Schmidt. Der Sozialdemokrat rief dazu auf, die friedliche Zusammenarbeit der Nationen zu pflegen. "Dies bleibt der entscheidend wichtige Teil aller unserer Pflichten." Die Krise der Europäischen Union müsse mit Geduld gelöst werden.
Für sein Wirken wird Schmidt vielfach geehrt, unter anderem ist er Ehrenbürger der Stadt Hamburg. Das Bundesverdienstkreuz lehnt er nach hanseatischem Prinzip ab. Im November 2011 erhält er den Medienpreis "Millenniums-Bambi". In der Begründung heißt es: "Helmut Schmidt ist das politische Gewissen der Deutschen."
Geboren wurde Helmut Schmidt am 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmbek als Sohn eines Studienrats. Nach dem Abitur 1937 an der Lichtwark-Schule in Hamburg wollte er eigentlich Städtebauer oder Architekt werden. Wie bei vielen Männern seiner Generation machte der Zweite Weltkrieg den persönlichen Planungen jedoch einen Strich durch die Rechnung.
Während des Krieges kämpfte Schmidt zuerst an der Ostfront, ab 1944 an der Westfront. Das Kriegsende erlebte er in britischer Kriegsgefangenschaft, die jedoch nur kurze Zeit dauerte. 1945 begann Helmut Schmidt in Hamburg das Studium der Staatswissenschaften und der Volkswirtschaft, das er 1949 als Diplom-Volkswirt abschloss. Schon während des Studiums engagierte er sich politisch. 1946 wurde Schmidt Mitglied der SPD, ein Jahr danach Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS).
Helmut und Loki Schmidt waren seit Kindertagen miteinander befreundet. Aus ihrer Ehe ging Tochter Susanne hervor.
1942 heiratete Helmut Schmidt seine Freundin aus Kindertagen: Hannelore, genannt Loki. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der behindert geborene Sohn Helmut Walter verstarb noch vor seinem ersten Geburtstag im Februar 1945. Tochter Susanne, die später für den Wirtschafts-TV-Sender Bloomberg in London arbeitet, wurde 1947 geboren. Das Ehepaar Schmidt verlebte 68 gemeinsame Jahre - bis Loki Schmidt im Oktober 2010 starb.
Helmut Schmidt wurde 1953 erstmals in den Bundestag gewählt. Vier Jahre danach gehörte er dem Fraktionsvorstand seiner Partei an. Schmidt konzentrierte sich damals auf die Verteidigungspolitik und wurde zu einem der schärfsten Kritiker des damaligen Bundesverteidigungsministers Franz Josef Strauß (CSU). Zur Zeit der Rede-Duelle des rhetorisch begabten Sozialdemokraten mit Vertretern der Adenauer-Regierung entstand auch sein Beiname "Schmidt-Schnauze". Gegen Ende der 50er-Jahre war der SPD-Verteidigungsexperte ein vehementer Gegner der atomaren Bewaffnung der Bundeswehr.