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Ernst Rowohlt - ein Leben für die Literatur

von Vivienne Schumacher, NDR.de
Ernst Rowohlt hält einen Rowohlt-Rotations-Roman in den Händen. © picture-alliance/dpa "Rowohlts Rotations-Romane" (ro-ro-ro) nannte Ernst Rowohlt eine im Rotationsverfahren günstig auf Zeitungspapier gedruckte Buchreihe. Hier hält der Verleger ein Exemplar in Händen.

Wer kennt sie nicht, die rororo-Taschenbücher oder die Kinder- und Jugendbücher mit dem Rotfuchs-Comic auf der Rückseite? Die Idee, gute Literatur zu niedrigen Preisen für jedermann auf den Markt zu bringen, ist eng verknüpft mit dem Namen Ernst Rowohlt. Der von ihm gegründete Verlag ist bis heute eine der erfolgreichsten Deutschlands.

Lebensdaten kompakt

* 23.06.1887 in Bremen
1908 Gründung des ersten Rowohlt-Verlages in Leipzig
1912 Ernst Rowohlt verlässt den Verlag
1913 Prokurist im S. Fischer Verlag und Geschäftsführer des Hyperion-Verlags in Berlin
1914-1918 Soldat im Ersten Weltkrieg
1919 Gründung des zweiten Rowohlt-Verlages in Berlin
1937 Eintritt in die NSDAP
1938 Berufsverbot und Ausreise nach Brasilien
1940 Rückkehr nach Deutschland
1941-1943 Wehrmachtssoldat
1943 Nazis schließen Rowohlt-Verlag
1945-1946 Gründung des dritten Rowohlt-Verlages in Stuttgart und Hamburg
1950 Vereinigung der Standorte in Hamburg
1951 Erster Herzinfarkt
1957 Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes
+ 1.12.1960 in Hamburg

Der erste Verlag - Anfänge in Leipzig

Ernst Rowohlt ist gerade mal 21 Jahre alt, als er in Leipzig, dem damaligen Zentrum des Buchhandels, einen Gedichtband herausbringt - ohne Geld und auf eigenes Risiko. Zurückgreifen kann er lediglich auf seine Lehrzeit in einer Leipziger Druckerei sowie in Buchhandlungen in München und Paris. Der Gedichtband "Lieder der Sommernächte" von seinem Schulfreund Gustav C. Edzard erscheint 1908. Ein Jahr später folgt "Katerpoesie" von Paul Scheerbart. Zu diesem Zeitpunkt hat der junge Rowohlt weder eine Verlagsadresse noch einen Eintrag im Handelsregister.

Dies ändert sich 1910. Ernst Rowohlt lernt Kurt Wolff kennen, der Geld in den Verlag investiert und später Rowohlts Mitverleger wird. Gemeinsam geben sie zahlreiche Bücher heraus. Schnell zeigt sich, dass Rowohlt ein Gespür für talentierte Dichter hat. Er entdeckt unter anderem den gleichaltrigen Georg Heym und verlegt die ersten Werke Franz Kafkas sowie das prominente Kinderbuch "Peterchens Mondfahrt" von Gerdt von Bassewitz. Doch dann gibt es heftige Auseinandersetzungen zwischen Rowohlt und seinem Mitteilhaber Kurt Wolff. Ernst Rowohlt verlässt 1912 den Verlag und arbeitet als Prokurist beim S. Fischer Verlag und im Hyperion Verlag in Berlin.

Zu Kriegsbeginn 1914 meldet sich Ernst Rowohlt freiwillig zur Armee, lässt sich zum Fliegerpiloten ausbilden und bleibt bis Ende 1918 Soldat.

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Mehr über Ernst Rowohlt
Ernst Rowohlt. © picture-alliance / dpa
 
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