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Johannes Brahms vor dem Haus des befreundenen Ehepaares Fellinger in Wien III, Hauptstraße 96. - Fotografie, September 1894 (Maria Fellinger). © akg-images Fotograf: Maria Fellinger
 
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Carl Philipp Emanuel - Der "Hamburger Bach"

von Beatrix Hasse

Carl Ph. E. Bach / Lithographie von Alfred Lemoine © picture-alliance / akg-images Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Carl Philipp Emanuel war der zweite Sohn des berühmten Komponisten Johann Sebastian Bach. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Jedenfalls lässt das ein Blick auf die Sprösslinge von Johann Sebastian Bach vermuten. Gleich vier Söhne des Barock-Komponisten traten in seine Fußstapfen. Das verschaffte ihnen zu Lebzeiten sogar mehr Ruhm als dem eigenen Vater - ganz besonders dem zweiten Sohn, Carl Philipp Emanuel. Er war zu seiner Zeit in weiten Teilen Europas als "der große Bach" bekannt. Vielleicht brachte ihm auch sein Taufpate Glück. Niemand anders als der Komponist Georg Philipp Telemann, ein Freund der Familie, hatte diese Aufgabe übernommen.

Schicksalhafte Fügung oder nicht: 1768 kam Carl Philipp Emanuel Bach nach Hamburg, wurde städtischer Musikdirektor und Kantor am Johanneum - und somit Nachfolger seines verstorbenen Patenonkels. Über zwei Jahrzehnte hinweg prägte er das musikalische Leben der Stadt. Das brachte ihm den Beinamen "Hamburger Bach" ein. Am 14. Dezember 1788, starb Carl Philipp Emanuel Bach in der Hansestadt. Sein Grabmal befindet sich in der St.-Michaelis-Kirche, dem "Michel", und kann bis heute dort besichtigt werden.

Wechselvolle Kindheit, lehrreiche Jugend

Johann Sebastian Bach im Kreise seiner Familie, Lichtdruck (spätere Kolorierung) nach dem Gemälde, 1870, von Toby Edward Rosenthal (1848-1917), ehemals im Museum zu Leipzig © picture-alliance / akg-images Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Johann Sebastian Bach, hier 1870 im Kreise seiner Familie, war zweimal verheiratet und hatte 20 Kinder. Einige starben kurz nach der Geburt. 28 Jahre alt war Johann Sebastian Bach, als er gerade die Stelle des Konzertmeisters von Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar angetreten hatte und zum dritten Mal Vater wurde. Mit seiner ersten Ehefrau Maria Barbara hatte er schon zwei Kinder: Tochter Catharina Dorothea und Sohn Wilhelm Friedemann. Am 8. März 1714 kam der kleine Carl Philipp Emanuel in Weimar zur Welt. In dem thüringischen Städtchen verbrachte der Junge mit seiner Familie die ersten Lebensjahre. Drei Jahre später, im Dezember 1717, wechselten die Bachs den Wohnort und den Arbeitsort des Vaters. Johann Sebastian Bach wurde Hofkapellmeisters beim Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen.

1720 verlor Carl Philipp Emanuel seine Mutter, sie starb nach kurzer schwerer Krankheit. Von nun an wurde er mit seinen Geschwistern von seiner Tante betreut, die mit im Haus lebte. Drei Jahre später zog die Familie erneut um nach Leipzig, wo der Vater Johann Sebastian zum Thomaskantor berufen worden war. Er hatte inzwischen wieder geheiratet. Carl Philipp Emanuel wuchs in den Leipziger Jahren in der mit Leben gefüllten Kantorenwohnung der Thomasschule auf. Sein Vater unterrichtete im Haus Schüler im Cembalospiel, Musiker-Freunde kamen zu Besuch, außerdem bekam die Familie fast jedes Jahr Nachwuchs. Carl Philipp Emanuel und sein großer Bruder Wilhelm Friedemann lernten in diesen Jahren Klavierspiel und Komposition. Da sie die Thomasschule besuchten, war der väterliche Unterricht nicht selten offiziell, wurde aber auch nach Feierabend  fortgesetzt.

Von Sachsen nach Preußen

Hildebrandt-Orgel von 1724 und Cembalo aus dem 18. Jahrhundert © picture-alliance / ZB Fotograf: Wolfgang Kluge Detailansicht des Bildes Ein Cembalo: Solch ein Instrument spielte Carl Philipp Emanuel Bach am Preußischen Hof. Das Jahr 1731 brachte zwei wesentliche Ereignisse mit sich. Carl Philipp Emanuel nahm in Leipzig ein Jurastudium auf, außerdem wurde sein erstes Werk fertig: Die Komposition "Menuet pour le Clavessin" schrieb er im Alter von nur 17 Jahren. 1734 setzte er seine Studien an der Uni in Frankurt/Oder fort. Dort arbeitete er nebenbei bereits als Klavierlehrer und trat selbst bei diversen Musikfesten auf. Auch das Jahr 1738 brachte Positives: Bach wechselte nach Berlin, wurde dort vom Kronprinzen Friedrich - dem späteren Preußenkönig Friedrich der Große - als Cembalist für seine Hofkapelle engagiert. Dort lernte er Johanna Maria Dannemann kennen, die er 1744 heiratete. Später gingen aus der Ehe zwei Söhne und eine Tochter hervor. Bach blieb bis 1767 im königlichen Dienst, komponierte in dieser Zeit einige seiner bedeutenden Werke, darunter seine "Berliner Sinfonien" und "Württembergischen Sonaten". Außerdem betätigte sich der Hofcembalist als Theoretiker und verfasste sein Buch "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen", welches 1753 erschien und bald darauf europaweit als Standardwerk gehandelt wurde. Bis heute bietet es Musikinteressierten die Möglichkeit, sich ein Bild von den Gepflogenheiten des Klavierspielens im 18. Jahrhundert zu machen. Illustriert hat Bach sein Werk mit zahlreichen Notenbeispielen, dazu wählte er anschauliche Beschreibungen, etwa über die Art des Vortrages.

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Hrsg.: Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
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