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Nobelpreisträger
Montage Max Planck und Licht in Spektralfarben zerlegt © Lichtbrechung: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany, Fotopgraf: Karl Gottfried Vock
 

Norddeutsche Nobelpreisträger

Einige prominente Preisträger im Porträt. mehr

 

Carl von Ossietzky: Ein mutiger Pazifist

von Moira Lenz

Journalist und Publizist Carl von Ossietzky, 1923 © picture-alliance/akg-images Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Carl von Ossietzky im Jahr 1923. Gemeinsam mit Kurt Tucholsky gründete er kurz nach dem Ersten Weltkrieg den Friedensbund der Kriegsteilnehmer. "Mit seiner scharfen Feder stritt er gegen Militarismus und Nationalismus. Von ihm forderte die Zeit mehr als Zivilcourage, sie forderte von ihm das Leben." Als der damalige Bundeskanzler Willy Brandt 1971 den Friedensnobelpreis erhält, erinnert er mit diesen Worten an den früheren Preisträger Carl von Ossietzky. Der Hamburger Journalist, der sich stets unbeirrbar für Frieden, Demokratie und Völkerverständigung einsetzte, starb am 4. Mai 1938 an den Folgen seiner KZ-Haft. Bereits zu Lebzeiten war er eine Symbolfigur des Pazifismus.

Jugend in Hamburg

Der Nobelpreis für Carl von Ossietzky

Kategorie: Friedensnobelpreis
Jahr: 1935
Die Auszeichnung wurde Carl von Ossietzky am 23. November 1936 rückwirkend zugesprochen. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) weigerte sich, ihn zur Verleihung nach Oslo reisen zu lassen. Adolf Hitler ordnete zudem an, dass künftig "kein Reichsdeutscher mehr einen Nobelpreis annehmen darf".

Geboren wird Carl von Ossietzky am 3. Oktober 1889 in der Großen Michaelisstraße 10 in Hamburg. Er bleibt das einzige Kind der Eheleute Carl Ignatius von Ossietzky und Rosalie Marie, geb. Pratzka. Der Vater, Sohn eines Kreisbeamten aus Oberschlesien, arbeitet nach seiner Übersiedlung nach Hamburg als Stenograf in der Anwaltskanzlei des Senators und späteren Hamburger Bürgermeisters Max Predöhl. Nebenbei betreibt er eine Speisewirtschaft in der Neustadt. Noch bevor Carl drei Jahre alt wird, stirbt der Vater überraschend. Da die Mutter nun die Gaststätte betreuen muss, wird der Junge hauptsächlich von seiner Tante erzogen. Unter Fürsprache von Senator Predöhl kann Carl die renommierte Rumbaumsche Schule besuchen, die fast ausschließlich Söhnen wohlhabender Bürger vorbehalten ist.

Ein mäßiger Schüler mit großem politischen Interesse

Carl von Ossietzky, Berlin 1933. © picture-alliance/AKG Detailansicht des Bildes Von Ossietzky hoffte, dass die NSDAP nach einer Regierungsübernahme an ihren inneren Widersprüchen zerfallen würde. 1901 heiratet die Mutter den Bildhauer und Sozialdemokraten Gustav Walther und nimmt Carl wieder zu sich. Zum ersten Mal kommt von Ossietzky mit Politik in Berührung, besucht Veranstaltungen mit August Bebel, einem der Begründer der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Die Mittlere Reife besteht er auch nach zweimaligem Anlauf nicht. Mäßig begabt in den Naturwissenschaften, will er Schriftsteller werden. Doch da ihm eine akademische Laufbahn verwehrt bleibt, bewirbt er sich um eine Stelle bei der Hamburger Justizverwaltung. 1910 wird er in das Grundbuchamt versetzt. Bereits zu dieser Zeit führt er eine Art Doppelleben: Tagsüber verbringt er die Stunden auf dem Amt, abends besucht er so viele kulturelle und politische Veranstaltungen wie möglich.

Am 19. August 1913 heiratet von Ossietzky Maud Hester Lichfield-Woods. Die politisch engagierte Tochter eines britischen Offiziers und einer indischen Fürstin tritt schon früh für die Gleichberechtigung ein.

Durch den Krieg zum Pazifisten

Als der Erste Weltkrieg ausbricht, ist von Ossietzky 25 Jahre alt. Er wird als Infanterist an der Westfront stationiert. Seine Kriegserlebnisse in der Schlacht von Verdun sind so eindringlich, dass er als glühender Pazifist zurückkommt und künftig gegen den Fortgang des Ersten Weltkrieges anschreibt. Ab 1919 beginnt er als Sekretär der Deutschen Friedensgesellschaft in Berlin. Am 21. Dezember desselben Jahres wird die einzige Tochter, Rosalinde, geboren.

Kritik an Nationalsozialismus und Kommunismus

1922 wird von Ossietzky außenpolitischer Redakteur der "Berliner Volkszeitung" und beginnt, für die "Weltbühne" zu schreiben, eine Wochenzeitschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft. Für die von Siegfried Jacobsohn gegründete pazifistische Zeitschrift arbeitet auch Kurt Tucholsky. 1927 wird von Ossietzky ihr Herausgeber. Er entwickelt sich zum großen Polemiker gegen die nationalsozialistische Gefahr - vor allem zum Kritiker hitlerfreundlicher Rechtsparteien und jener Kräfte in der Reichswehr und in der Justiz, die den Nationalismus begünstigen. Aber auch den Kommunisten hält er den Spiegel vor: Er beklagt, "dass in Rot-Russlands Vokabularium das Wort Freiheit nicht geduldet wird" und Moskau sich in den europäischen kommunistischen Parteien "willenlose Trabanten und stumme Diener" ziehen wolle.

Audiobeiträge
Porträt des Journalisten Carl von Ossietzky um 1928 © picture-alliance / akg-images
 
Audio

Unbeirrt für Frieden und Demokratie

NDR Info

Am 4. Mai 1938 starb Carl von Ossietzky an den Folgen der Misshandlungen durch die Nazis. Aber die Botschaft des Friedensnobelpreisträgers lebte weiter.

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Links

Eine Biografie auf den Seiten des Deutschen Historischen Museums.

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Informationen rund um die Zeitschrift der intellektuellen, bürgerlichen Linken der Weimarer Republik.

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Die Liga arbeitet im Geiste von Carl von Ossietzky und verleiht eine nach ihm benannte Medaille.

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