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Johannes Brahms - Der Berufene

von Levke Heed, NDR.de

Der deutsche Komponist Johannes Brahms (Foto um 1889) © dpa Detailansicht des Bildes Seine Heimatstadt Hamburg ernannte Johannes Brahms 1889 zum Ehrenbürger. Das Foto stammt vermutlich aus demselben Jahr. Noch heute schlafen viele Kinder bei seinem Lied "Guten Abend, gute Nacht" selig ein. Orchester und Chor des NDR spielen seine Werke regelmäßig. Und das Motiv aus dem vierten Satz seiner ersten Sinfonie erklingt jeden Abend um 19.30 Uhr im Hamburg Journal des NDR Fernsehens als Titelmelodie: Die Werke des Komponisten Johannes Brahms sind bis heute nicht nur in Norddeutschland fast allgegenwärtig. Das Deutsche Requiem, die Ungarischen Tänze oder seine vier Sinfonien - die Kompositionen von Brahms gehören zum Standardrepertoire aller großen Sinfonieorchester dieser Welt. Im Februar 2008 erhielten die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Sir Simon Rattle mit weiteren Klassikstars für das Album "Brahms: Ein Deutsches Requiem" einen Grammy, den sogenannten Musik-Oscar.

Am 7. Mai 1833 wurde der große deutsche Komponist im armen Hamburger Gängeviertel geboren.

Auf Spurensuche in Hamburg

Nordtour - 04.05.2013 18:00 Uhr

Noch heute finden sich in der Hansestadt viele Erinnerungen an Johannes Brahms.

Robert Schumann ebnet ihm die Musikkarriere

Schon Brahms Vater, der aus Heide in Holstein in die Hansestadt gekommen war, arbeitete als Berufsmusiker. Bereits mit sieben Jahren erhielt Johannes Brahms Klavierunterricht und trat mit 15 zum ersten Mal vor Hamburger Publikum auf.

Robert und Clara Schumann auf einer Lithographie von Eduard Kaiser © picture-alliance / akg-images Detailansicht des Bildes Mit den Musikern Robert und Clara Schumann verband Brahms eine enge Freundschaft. Auf seiner ersten Konzertreise mit 20 Jahren lernte er in Düsseldorf das Ehepaar Schumann kennen. Die Begegnung war entscheidend für sein Leben. Im gleichen Jahr war es nämlich Robert Schumann, der Brahms den Weg zu einem Berufsleben als angesehener Musiker ebnete. In einem Beitrag der "Neuen Zeitschrift für Musik" schwärmte Schumann über Brahms und nannte ihn einen Berufenen. Mit Clara Schumann verband Brahms ein sehr inniges Verhältnis. Beim Tod von Robert Schumann stand er ihr bei und kümmerte sich um die sieben Kinder des Paares. Durch gemeinsame Konzertreisen und einen intensiven Briefwechsel blieben Clara Schumann und Johannes Brahms immer in Kontakt. Geheiratet hat Brahms nie.

Der Schwermütige

Der Komponist Johannes Brahms in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts. © picture-alliance / akg-images Detailansicht des Bildes Brahms als junger Mann: ein Bild aus den 1860er-Jahren. Zeit seines Lebens litt der schwermütige und eigenbrötlerische Brahms an seiner übertriebenen Form der Selbstkritik. Das frühe öffentliche Lob empfand er als quälende Verpflichtung, fast Übermenschliches von sich zu verlangen. Oft wirkte er verschlossen, stieß Freunde grundlos vor den Kopf und reagierte empfindlich auf jede Kritik an seinem Werk. 1857 erhielt Brahms seine erste feste Anstellung als Chordirigent und Klavierlehrer am Hof des Fürsten Leopold von Lippe-Detmold. Sein Wunsch, die Leitung der Philharmonischen Konzerte in Hamburg zu übernehmen, erfüllte sich nicht. Die Philharmonische Gesellschaft entschied sich 1862 gegen den unerfahrenen Brahms und stattdessen für Julius Stockhausen - eine Entscheidung, die bei Johannes Brahms eine lebenslange Gekränktheit gegenüber seiner Heimatstadt zur Folge hatte. Daran konnte auch die späte Anerkennung, die ihm 1889 mit der Ehrenbürgerwürde Hamburgs zuteil werden sollte, nichts mehr ändern.

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Außenansicht des Brahms-Museums in Hamburg. © NDR Fotograf: Levke Heed
 
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Spaziergang zu Hamburger Brahms-Stätten

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Kreative Schaffensphase in Wien

Im Jahre 1862 reiste Brahms das erste Mal nach Wien und wurde bereits ein Jahr später Leiter der Singakademie. Bereits 1864 gab er den Posten wieder auf. 1872 übernahm er noch einmal die Funktion als artistischer Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde und Leiter des Wiener Singvereins. Doch die administrativen Pflichten eines Leiters lagen dem Künstler nicht, und so gab er auch diesen Posten wieder zurück.

Auch wenn Brahms seine zweite Lebensphase in Wien verbrachte, hing er sein Leben lang an seiner Heimatstadt Hamburg: "Ich bekomme Sehnsucht, wenn ich recht an Hamburg denke und fühle mich immer in gewisser Weise besonders glücklich, wenn ich dort bin und laufe auf den altbekannten Wällen und in den Straßen umher", schrieb er in einem seiner zahlreichen Briefe.

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Ein Denkmal Johannes Brahms im Resselpark in Wien © picture-alliance/dpa
 
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Johannes Brahms - ein Leben für die Musik

NDR Info

Stichtag 3. April 1897: Der Todestag des Komponisten Johannes Brahms

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Die Wiener Zeit war für den Komponisten der Romantik dennoch die kreativste Schaffensphase. Alle seine Orchesterwerke entstanden hier. Mit Ausnahme der Oper umfasst die Arbeit von Johannes Brahms fast alle musikalischen Gattungen: Sinfonien, Chor-Kompositionen, Kammermusikwerke, Lieder und Klaviermusik. Hoch angesehen und bewundert als Pianist, Dirigent und Komponist, starb Brahms am 3. April 1897 in der Donaumetropole und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof neben den Gräbern von Beethoven und Schubert beigesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 04.05.2013 / 18:00 Uhr

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Granitkubus des Künstlers Thomas Darboven zum Gedenken an Joahnnes Brahms an der Laeiszhalle in Hamburg. © NDR Fotograf: Levke Heed
 
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Heimatkunde: Johannes Brahms

Der Hamburger gilt als einer der bedeutendsten europäischen Komponisten.

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Geschichte
Laeiszhalle, Großer Saal © Laeiszhalle
 

Stätte für den Genuss edler Musik: Die Laeiszhalle

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"Sehnsucht habe ich immer nach Hamburg" - Johannes Brahms und seine Vaterstadt
Von Kurt Hofmann
Dialog-Verlag 2003
15,80 Euro

Johannes Brahms
Von Malte Korff
Dtv 2008
15,00 Euro

Johannes Brahms
Von Hans A. Neunzig
Rowohlt 2006
7,50 Euro

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Informationen zu Anfahrt und Öffnungszeiten. Das Museum wird von der Johannes-Brahms-Gesellschaft Hamburg geführt.

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Herzstück des Instituts ist die einzigartige Sammlung mit wertvollen Musikhandschriften, Briefen, Fotos und anderen Quellen zu Johannes Brahms und seinem Umfeld.

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