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Hans Albers - Ein Hamburger Urgestein

von Carina Werner

Er beherrschte weder das Schifferklavier noch fuhr er jemals zur See - und dennoch verkörperte Hans Albers den liebenswerten Seebären wie kein zweiter. Schnodderig-charmante Lieder und Filme wie "Große Freiheit Nr. 7" und "Münchhausen" machten den Mann mit dem hypnotischen Blick nicht nur in seiner Heimatstadt Hamburg unsterblich.

Frühe Leidenschaft

Hans Albers auf der Bühne, um 1925. © picture-alliance / akg-images Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Schon früh gibt Albers, hier auf der Bühne um 1925, seinen Beruf als Kaufmann auf und geht zum Theater. Am 22. September 1891 wird Hans Philipp August Albers als jüngstes von sechs Kindern in Hamburg geboren. Sein Vater hat es als Schlachtermeister zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht. Der blonde Hans wächst in St. Georg auf, nahe der Alster. Dort schrubbt er als Schuljunge Ausflugsboote, um sich seine wachsende Leidenschaft zu finanzieren: das Theater. So oft wie möglich besucht er das Deutsche Schauspielhaus und träumt von einer Schauspielkarriere. Auf Wunsch des Vaters beginnt er in Hamburg eine Kaufmannslehre und arbeitet in Frankfurt in einer Seidenfirma. Nebenher nimmt er heimlich Schauspielunterricht. Mit 20 hängt Hans Albers den Kaufmannsberuf an den Nagel, um seinen Traum zu realisieren.

Warten und schuften

Doch Ein- und Aufstieg als Schauspieler erweisen sich als nicht leicht. Hans Albers sammelt erste Bühnenerfahrungen in Provinztheatern, malocht als Kulissenschieber. Kleinere Engagements führen ihn nach Frankfurt, Köln und zurück in die Heimatstadt: Am Hamburger Thalia Theater spielt er einen Leutnant. Er ergreift jede Chance, die sich ihm bietet, der junge Mann mit den blassblauen Augen und den blonden Haaren. Da Letztere jedoch immer spärlicher werden, zeigt sich Hans Albers in der Öffentlichkeit kaum noch ohne Toupet.

1915 wird Hans Albers zur Armee eingezogen. Im Ersten Weltkrieg dient er an der Ost- und Westfront, bis er verwundet wird und heimkehrt. Noch vor Kriegsende geht er, wieder gesund, nach Berlin, um in der quirligen Weltmetropole als einer von Tausenden namenlosen Schauspielern sein Glück zu versuchen. Er spielt alles, was er bekommen kann, mimt schmierige Frauenhelden und Schurken in Komödien, Operetten und Revues. Der erhoffte Durchbruch ist das nicht. "Ich musste 20 Jahre warten und schuften, bis meine große Chance kam", erinnert sich Hans Albers an die Zeit. Der junge Mann arbeitet unermüdlich, tagsüber wirkt er in Stummfilmen mit Titeln wie "Der falsche Dimitri" und "Saxophon-Susi" mit, abends steht er auf der Bühne.

Hans Albers in dem Film "Der Tolle Bomberg", 1957. © picture-alliance / Copyright: KP Fotograf: 90060/KPA Detailansicht des Bildes Wer kann diesem Blick schom widerstehen: Albers liebte die Frauen und sie ihn. Hans Albers liebt die Frauen, aber auch den Alkohol, doch trotz nächtlicher Exzesse treibt er seine Karriere diszipliniert voran. Nach einer Liaison mit der gefeierten Opernsängerin Claire Dux trifft er Anfang der 20er-Jahre die Liebe seines Lebens: Hansi Burg, die Tochter seines Freundes und Mentors Eugen Burg. Sie wird seine wichtigste Vertraute und Managerin.

"Hoppla, jetzt komm ich"

Im Oktober 1928, im Alter von 37 Jahren, wird Hans Albers über Nacht berühmt. Weil kurz vor der Premiere ein Schauspieler abspringt, erhält er eine Rolle in dem Stück "Die Verbrecher" am renommierten Deutschen Theater unter dem Intendanten Max Reinhardt. Als skrupelloser Kellner avanciert Hans Albers zum Star des Stücks. Berlin liegt ihm zu Füßen. Jetzt hagelt es plötzlich Angebote. Bedeutende Regisseure wie Erwin Piscator und Gustaf Gründgens reißen sich um den Mann mit der außergewöhnlichen Ausstrahlung. "Hinreißend leuchtet dieser Mensch von innerer, mutwilliger Freude, scheint zu jeglicher Tollheit bereit, scheint zu allem fähig, was fröhlich, überschäumend und dabei leise selbstparodistisch ist", formuliert es der Schriftsteller Felix Salten.

Hans Albers (l.) und Heinz Rühmann 1937 in einer Szene des Films "Der Mann, der Sherlock Holmes war". © picture-alliance Detailansicht des Bildes 1937 spielte Albers (l.) mit Heinz Rühmann in "Der Mann, der Sherlock Holmes war". In den frühen 30er-Jahren tritt der Tonfilm seinen Siegeszug an - und mit ihm Hans Albers. Seinen erster Tonfilm "Die Nacht gehört uns" dreht er 1929, es folgen Dutzende weitere, darunter 1930 "Der blaue Engel" an der Seite von Marlene Dietrich, im selben Jahr "Hans in allen Gassen", 1931 "Bomben auf Monte Carlo" mit Heinz Rühmann sowie 1932 "Der Sieger". Der Schlager "Hoppla, jetzt komm ich", den Hans Albers darin singt, wird zum Gassenhauer. Er soll nicht der einzige sein: Ob "Flieger, grüß mir die Sonne" oder "Komm' auf die Schaukel, Luise", mit seiner unverwechselbar schnodderigen Stimme gelingt Hans Albers ein Schallplattenhit nach dem anderen. Anfang der 30er-Jahre, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, zieht er von Berlin nach Bayern, an den Starnberger See.

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Filmgeschichte
Szene aus Große Freiheit Nr. 7 mit Hans Albers und Ilse Werner
 

1944: "Große Freiheit Nr. 7" in Prag uraufgeführt

In Deutschland hatte die NS-Prüfstelle den Film mit Hans Albers verboten. mehr

Buchtipps

Hamburger Köpfe: Hans Albers

Hamburger Köpfe: Hans Albers
Von Matthias Wegner
hg. von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2005
ISBN: 3-8319-0224-0

In meinem Herzen, Schatz ...
Die Lebensreise des Schauspielers und Sängers Hans Albers
Von Hans-Christoph Blumenberg
Fischer-Taschenbuch-Verlag
Frankfurt am Main 1991
(nur antiquarisch erhältlich)

Internet-Links

Internetseite über Hans Albers, erstellt von seinem Neffen und Patensohn "Hans Albers II".

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Homepage des "Hans Albers Freundeskreis Hamburg e.V."

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