Früh am Morgen des 11. November 1989 kündigt Lichtschein vom Osten den Grenzern auf der Westseite besonderes an:
An der B 208 zwischen Mustin und Roggendorf rücken Bautrupps an.
Von der Westseite beobachtet der Fotograf der Bundespolizei Ratzeburg, wie DDR-Bauarbeiter die Schlaglöcher in der seit Jahrzehnten gesperrten Straße zwischen Ost und West mit Schotter auffüllen.
Am Wochenende nach dem Mauerfall in Berlin soll an dieser Stelle ein provisorischer Grenzübergang entstehen. Doch noch ist die Straße unbefahrbar.
Während die Sonne an diesem Novembermorgen langsam aufgeht, ...
... warten die DDR-Grenztruppen auf das Ende der Bauarbeiten.
Leicht gelangweilt beobachten sie den Fotografen Sigurd Müller von der Bundespolizei, ...
... der vom Westen her fotografiert.
Dort hat sich die Nachricht von der Grenzöffnung an der B 208 rumgesprochen.
Gespannte Erwartung bei den Schaulustigen rund um die Grenzmarkierungen.
Und endlich kommen sie: Zu Fuß ...
und mit Fahrrädern.
Dann die ersten Fahrzeuge: Jubel auf zwei Rädern, ...
... im Lada ...
... und im historischen Pritschenwagen.
Von der Westseite aus beobachten immer mehr Schaulustige, ...
... wie ein Trabi nach dem nächsten durch das Loch im Eisernen Vorhang rollt.
Auch im Westen finden sich bei schönem Wetter immer mehr Menschen aus der Gegend rund um Ratzeburg ein.
Freudig begrüßen sie die Trabis aus dem Osten, ...
... die Stimmung gleicht einem Volksfest.
Manch einer zeigt sich patriotisch an diesem Tag.
Mit Blumen ...
... und Händeschütteln begegnen sich Menschen aus Ost und West.
An Flucht denkt dieser Ausflügler aus der DDR offenbar nicht mehr.
Bis in die Abendstunden ebbt die Schlange nicht ab, doch nun machen sich auch viele schon auf den Rückweg von ihrem Ausflug in den Westen. Noch in den späten Abendstunden ist am neuen Grenzübergang viel los.
Eine Woche später, am Wochenende des 18. November, ist aus dem Loch im Zaun ein Grenzübergang geworden:
... Inzwischen gibt es hier auch ein kleines Haus für die DDR-Grenzer.
Ein Passant befestigt eine Flagge am Grenzzaun.
Im Westen gibt es eine Neuerung: Wer nach Ratzeburg will, kann seinen Trabi stehen lassen und mit dem Bus weiterfahren.
Doch viele reihen sich mit dem eigenen Auto ein in den Stau gen Westen. Jeder einzelne Trabi wird mit einer Tageszeitung begrüßt - eine Werbeaktion.