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Was geschah sonst noch am 10. August?

Zwei Tage nach der Schließung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik  berichtet das DDR-Fernsehen über die Zufluchtsuchenden in Ost-Berlin. Es warnt davor, dass die Behörden künftig eine "härtere Gangart" einschlagen würden.

Ungarn erklärt, dass es bei der Ausreiseproblematik nicht helfen könne und fordert damit die beiden deutschen Staaten indirekt auf, dass Flüchtlingsproblem bilateral zu lösen. In der westdeutschen Botschaft in Budapest befinden sich zu diesem Zeitpunkt 158 DDR-Bürger.

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Stasi Zentrale in Ostberlin © dpa - Bildarchiv Fotograf: Wolfgang Kumm
 

Stasi-Gründung: "Schild und Schwert der Partei"

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Ehemaliges Ministerium für Staatssicherheit der DDR.Birthler-Behörde © dpa - Report
 

Ministerium für Staatssicherheit (MfS)

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Die Rechtsinstanzen der DDR waren keinesfalls unabhängig. mehr

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Stasi-Spitzel und ihre Vergangenheit

NDR Fernsehen: ZAPP

Beitrag bei Panorama vom 28.08.2008, 21.45 Uhr mehr

 

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Die Wende existiert nicht: In U-Haft bei der Stasi

von Nils Zurawski

Ein Non-Konformist im Anpassungsstaat

Er wurde am 23. April 1988 auf dem Weg zur Arbeit auf offener Straße von der Stasi verhaftet und in die Untersuchungshaft gebracht. Kaesewurm hatte sich vom ersten Moment an vorgenommen, auf jeden Fall "gegenzuhalten und nicht zu Kreuze zu kriechen". Diese Haltung sowie seine Einstellungen zu bestimmten Dingen ließen ihn in den Augen der Stasi als "frechen Hund" erscheinen. Man würde sich nicht "länger mit anschauen, dass bei ihm zu Hause Ausländer und Antragsteller sich die Klinke in die Hand geben", bekam Hartmut Kaesewurm als Antwort auf seine Frage nach dem Haftgrund von der Stasi zu hören. Für ihn bestätigte das heute und auch damals schon, dass es der Stasi allein darum ging, ihn kleinzukriegen, weil er ein Leben abseits des Normbildes eines DDR-Bürgers führte. Etwas Konkretes hatten sie ihm nicht vorzuwerfen.

Eingang zur Gedenkstätte Stasi Untersuchungsgefängnis, Rostock © NDR Fotograf: Nils Zurawski Detailansicht des Bildes Der Eingang zum früheren Untersuchungsgefängnis in Rostock, in dem sich heute eine Gedenkestätte befindet. Es waren vor allem sein "Lebenswandel", seine, auch durch den Beruf ermöglichten, vielfältigen ausländischen Kontakte und Freundschaften, die offenbar störten. Auch der Umstand, dass seine Frau Ausreisewilligen half, machten ihn zu einer unliebsamen Person. Kaesewurm war nicht Mitglied der SED und verweigerte sich auch sonst den üblichen Anpassungszwängen des DDR-Staates. Das allein schien auszureichen für die Untersuchungshaft, die Verhöre und eine spätere Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis - ohne Verhandlung. Beweise oder auch nur eine konkrete Tat waren dazu nicht nötig.

Vergangenheit und Aufklärung

May-Britt Krüger konnte die U-Haft am 31. Oktober 1989 im Rahmen der Amnestie  für Republikfüchtlinge verlassen, Hartmut Kasewurm wurde bereits am 27. September 1989 in die "normale" Haft nach Cottbus überstellt, erst im Dezember 1989 kam er endgültig frei. May-Britt Krüger ging nach Düsseldorf, Hartmut Kasewurm nach Hamburg. Er kehrte erst nach der Wiedervereinigung und dem Ende der DDR wieder nach Rostock zurück. Krüger vermisste am Rhein schnell die Ostsee und den Norden und lebt ebenfalls seit Jahren wieder in ihrer Heimat.

Beide sehen in der Willkür der Stasi das eigentliche Verbrechen, das ihnen widerfahren ist. So wurden sie beide ohne Verfahren verurteilt. Während ihrer Haft, so sagen sie übereinstimmend, ging es nicht um die Wahrheit, um eine konkrete Anklage, sondern vor allem darum, sie als Menschen zu brechen. Dazu war den Stasi-Leuten fast jedes Mittel recht.

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Stuhl in einer Zelle, Gedenkstätte Stasi Untersuchungsgefängnis, Rostock © NDR Fotograf: Nils Zurawski
 
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In dem kargen, viergeschossigen Bau an der August-Bebel-Straße saßen zwischen 1960 und 1989 insgesamt 4.873 Menschen ein: Bilder aus der Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Rostock.

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Damit ihre und auch die Geschichte der DDR als Willkür-Staat auch heute nicht in Vergessenheit gerät und die vielen Opfer eine Stimme haben, engagieren sich May-Britt Krüger und Hartmut Kaesewurm für eine Aufklärung und die damit verbundenen Aspekte der DDR-Geschichte. Sie stehen als Zeitzeugen Journalisten und Wissenschaftlern zur Verfügung, arbeiten in Opferverbänden sowie der Dokumentations- und Gedenkstätte der Stasi U-Haft in Rostock. May-Britt Krüger macht dort Führungen und erzählt den Besuchern ihre Geschichte.

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Mustin © Bundespolizei Ratzeburg Fotograf: Sigurd Müller
 

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Demonstration in Rostock 1989 © Roland Hartig Fotograf: Roland Hartig
 

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Links

Marianne Birthler informiert über die Arbeit ihrer Behörde.

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Informationen zur Arbeit der Behörde und der Gedenkstätte.

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Eine Initiative der Bundesstiftung Aufarbeitung und der BStU, Berlin.

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