Wendepunkte

Was geschah sonst noch am 6. August?

Die DDR-Regierung warnt ihre Bürger ausdrücklich davor, sich mit dem Ziel einer späteren Ausreise an Auslandsvertretungen der Bundesrepublik zu wenden. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich rund 200 Flüchtlinge in der bundesdeutschen Botschaft in Budapest.

Außenminister Hans-Dietrich Genscher setzt sich dafür ein, dass Ungarn die "Stempelpraxis" aufgibt, bei der die Papiere aufgegriffener DDR-Flüchtlinge durch einen Stempel kenntlich gemacht werden. Dies sei mit der UNO-Flüchtlingskonvention unvereinbar, weil damit die Betroffenen einer Strafverfolgung in der DDR ausgesetzt werden.

Glossar
Strandszene in Warnemünde (DDR), im Hintergrund der alte Leuchtturm. © picture-alliance/ dpa Fotograf: Günter Bratke
 

Urlaub

Die Möglichkeiten, privat Urlaub zu machen, waren begrenzt. mehr



Ministerium für Staatssicherheit (MfS)

Mindestens 85.500 hauptamtliche Mitarbeiter arbeiteten im MfS. mehr


Plan III

Der Bereich Kommerzelle Koordinierung (KoKo) versuchte, die DDR-Finanzen zu stabilisieren. mehr

 

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Hotel Neptun - Stasi-Hotel am Ostseestrand

von Nils Zurawski

"Kartell des Schweigens"

"Hotelier des Jahres" Klaus Wenzel © picture-alliance / ZB Fotograf: Bernd Wüstneck Detailansicht des Bildes Wie die Verhältnisse im "Neptun" zu DDR-Zeiten waren, konnte nie völlig aufgeklärt werden. Versuche, über die Hintergründe und Innenansichten des Neptun zu berichten, waren schon immer schwierig. Kurz nach der Wende scheiterten Recherchen von Journalisten des "Spiegel" daran, dass niemand mit ihnen über die vielen Informationen und Hinweise reden wollte, die sie gefunden hatten. Und auch heute noch, 20 Jahre nach der Wende, ist es schwierig, jemanden zu finden, der über das Neptun und seine Verbindungen zur Stasi Auskunft geben will.

Nach Aussagen vieler ehemaliger Hotelmitarbeiter, so berichtet Friederike Pohlmann von ihren eigenen Recherchen, würden ihnen Nachteile drohen, wenn sie über ihre frühere Arbeit reden. Das ginge soweit, dass sie nicht einmal bereit wären, positive Erinnerungen zu erzählen. Ein Mitarbeiter, der bereits in Rente sei, habe sich bei seinem früheren Chef im Hotel erkundigt, und dieser hätte ihm abgeraten, mit ihr zu reden.

Ein anderer ehemaliger Angestellter, der für das Abhören von Telefonen zuständig war, sagte, er bekomme "Probleme", wenn er über das Thema mit Journalisten sprechen würde. Wie viel Macht die Ex-Kader tatsächlich noch haben, ist unklar, doch offensichtlich reicht sie aus, um ehemaligen Kollegen den Mund zu verbieten, gibt Pohlmann zu bedenken. Auf einer Veranstaltung der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern im Juni 2009 sprachen Anwesende von einem "Kartell des Schweigens", welches dafür sorgen würde, dass die Geheimnisse rund um das Stasi-Hotel Neptun gewahrt blieben.

Dabei, so sind sich Hans-Jürgen Börner und Friederike Pohlmann einig und sicher, gäbe es noch genug Stoff, der aufgearbeitet werden müsste. Der eigentliche Skandal des Neptun sei nicht, dass die Stasi die Westgäste bespitzelt hätte - das war eine Schweinerei, so Börner. Den eigentlichen Skandal sehen die Journalisten darin, dass 20 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR jede Diskussion und Aufklärung der verschwiegenen und dubiosen Verhältnisse des Hotels, seiner Entstehung und seiner Rolle in der DDR offenbar immer noch schwierig sei - wenn auch inzwischen nicht mehr unnmöglich. 

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Hotel Neptun in Warnemünde © NDR Fotograf: Nils Zurawski
 
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Das Neptun Hotel in Rostock-Warnemünde wurde zu DDR-Zeiten gebaut und im Frühjahr 1971 eröffnet.

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Mustin © Bundespolizei Ratzeburg Fotograf: Sigurd Müller
 

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Die aktuelle Webseite des Hotel Neptun GmbH & Co. KG

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Eine Initiative der Bundesstiftung Aufarbeitung und der BStU, Berlin.

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