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WETTER
Geschichte
Sturmflut 1962: Soldaten tragen Menschen von der Schule in der Fährstraße in Hamburg-Wilhelmsburg durchs Wasser zu einem Fahrzeug. © NDR Fotograf: Peter Sander
 

Sturmflut 1962: Hamburg versinkt im Wasser

Hintergründe, Bilder und Zeitzeugenberichte zu der Katastrophe. mehr

Katastrophenschutz

Katastrophenalarm - was ist das eigentlich?

Der Katastrophenschutz ist in Deutschland hinsichtlich der Gesetzgebung Ländersache.

Bei drohender Gefahr durch ein Naturereignis oder ein schlimmes Unglück können die Landräte der betroffenen Kreise oder die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte den Katastrophenalarm auslösen. Sie übernehmen zugleich die Aufgaben als untere Katastrophenschutzbehörde und sind für die weitere Koordination der Hilfsmaßnahmen und der Hilfskräfte wie Feuerwehr und Polizei zuständig. Sind mehrere Landkreise betroffen, bestimmt gegebenenfalls das Innenministerium des Landes als oberste Katastrophenschutzbehörde, wer die Koordination zentral übernimmt.

Ist der Katastrophenalarm ausgelöst, können auch Technisches Hilfswerk und Bundeswehr zum Einsatz herangezogen werden. Auch Zivilisten können zur Mithilfe verpflichtet werden.

 

Land unter: Jahrhundertflut an der Elbe

von Kathrin Weber, NDR.de

Immense Schäden, hohes Spendenaufkommen

Hochwasser, Hitzacker, 2002, Elbe, Elbhochwasser  Detailansicht des Bildes Das Hochwasser - hier in Hitzacker - richtet einen riesigen volkswirtschaftlichen Schaden an. Zerstörte Straßen und Eisenbahnbrücken, beschädigte Deiche, Wohn- und Gewerbegebäude, Felder, deren Ernte nicht mehr verwertbar ist: Das Elbehochwasser 2002 ist bis heute die teuerste Naturkatastrophe in der deutschen Geschichte. 11,6 Milliarden Euro beträgt der Gesamtschaden - eine immense Summe, davon entfallen allein 8,6 Milliarden auf Schäden in Sachsen. Nur ein kleiner Teil davon ist durch Versicherungen abgedeckt. Ohne Unterstützung stehen die betroffenen Haushalte, Firmen und Landwirte allerdings nicht da, sie erhalten Soforthilfe, um über die Runden zu kommen und die schlimmsten Schäden zu beseitigen. Zehn Milliarden Euro stellen Bund, Länder, Gemeinden und die EU zur Verfügung. Bund und Länder verschieben die zweite Stufe der Steuerreform um ein Jahr von 2003 auf 2004. Rund 7,1 Milliarden Euro kommen so für den Fonds "Aufbauhilfe" zusammen.

Auch die Spendenbereitschaft ist enorm: Ob Firmen, Vereine oder Privatleute - alle zeigen sich solidarisch. "Ich habe mich dazu entschieden, eine Spende zu leisten, und hoffe, dass sich mir einige anschließen werden", sagt Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und gibt eine Million für die Flutopfer. Viele tun es ihm gleich. Selbst aus dem Ausland kommt finanzielle Hilfe. Das Deutsche Rote Kreuz sammelt in der größten Spendenaktion seiner Geschichte rund 146 Millionen Euro von über 1,3 Millionen Spendern. Insgesamt gehen auf den verschiedenen Spendenkonten gut 500 Millionen Euro ein.

Ist der Hochwasserschutz heute ausreichend?

Hochwasser-Markierungen an der Elbpromenade von Hitzacker © NDR Fotograf: Axel Franz Detailansicht des Bildes An der Elbpromenade in Hitzacker zeigen Markierungen an, wie hoch das Wasser hier bei Überflutungen in der Vergangenheit stand. Nach der Katastrophe stellt sich nicht nur die Frage nach der Schadenregulierung, sondern auch die nach den Ursachen. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Für viele Umweltexperten und Politiker steht fest: Der Mensch trägt mit seinen Eingriffen in die Natur maßgeblich dazu bei. Begradigte Flussläufe, immer mehr versiegelte Flächen, Bodenerosion und die Abholzung von Wäldern begünstigen Naturkatastrophen wie das Elbehochwasser 2002.

Nach der Flut wurde viel Geld in den Bau und die Erneuerung von Deichen, Mauern und Rückhaltebecken investiert und das Meldesystem verbessert. Aber reicht das aus, um künftige Flutkatastrophen zu vermeiden? Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zieht zehn Jahre nach der Flut eine kritische Bilanz: "Bundesregierung und Elbanrainer-Länderregierungen haben nach der Jahrhundertflut 2002 vor der Presse versprochen, den Flüssen mehr Raum zu geben. Und kaum hatten sie den Presseraum verlassen, war das Versprechen schon vergessen", sagt BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Sämtliche bisher umgesetzten Maßnahmen könnten die Wassermassen von 2002 bei Weitem nicht aufnehmen.

Hochwasserschutz
Feuerwehrleute ziehen ein Fahrzeug am überfluteten Fischmarkt im Hamburger Hafen aus dem Wasser. © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
 

So schützt sich Hamburg

Was hat Hamburg aus der Sturmflut 1962 gelernt? Wie sehen moderne Deiche aus? Wasserbauingenieur Olaf Müller erklärt, wie sich die Stadt heute vor Hochwasser schützt. mehr

Überschwemmungen können in Zukunft zunehmen

Auch die deutsche Versicherungswirtschaft ist wenig optimistisch, sie erwartet eine deutliche Zunahme an Katastrophenschäden. Laut einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft muss Deutschland schon in den nächsten 30 Jahren mit einem Anstieg an Überschwemmungen rechnen. Ein Hochwasser, wie es heute statistisch alle 50 Jahre vorkommt, könne in drei Jahrzehnten schon alle 20 Jahre auftreten. Grund dafür sei der Klimawandel.

Ratgeber
Ein Blitz © NDR Fotograf: Paul-Friedrich Sager
 

Wer zahlt bei Unwetterschäden?

Der Keller läuft voll Wasser, ein Sturm deckt das Dach ab - die Folgen von Unwettern können teuer werden. Mit der richtigen Versicherung beugen Hausbesitzer und Mieter vor. mehr

Hochwasser 2013
Eine Tafel an einer Hauswand zeigt die Höchststände der Elbe in Lauenburg © NDR Fotograf: Thorsten Phillips
 

Alle Infos zum Hochwasser an der Elbe

Die Flutwelle der Elbe hat ihren Höhepunkt überschritten. Aber die Lage bleibt angespannt. mehr

Hochwasser in Niedersachsen

Die Jahrhundertflut von 2002

Im August erreichte die Flutwelle die niedersächsische Stadt Hitzacker.

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Tausende Helfer kämpften unermüdlich gegen die Naturgewalt.

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Gästezimmer dienten als Lagerräume

Michaela Krüger bangte beim Hochwasser um ihre "Drawehnertor Schenke" in Hitzacker.

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"Badehose an und rein in die Elbe"

Klaus Lehmann aus Hitzacker versuchte, aus dem Hochwasser das Beste zu machen.

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Taxiservice für die Betroffenen

Torben Peetz war als Ehrenamtlicher der DLRG Hitzacker beim Hochwasser im Einsatz.

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Hochwasser in Mecklenburg
Ein Schlauchboot der Wasserschutzpolizei ist im Hafen der mecklenburgischen Stadt Dömitz am 22.08.2002 auf einer Kontrollfahrt unterwegs. © dpa-Bildfunk Fotograf: Jens Büttner
 

Elbeflut: Schlaflose Nächte, viele Helfer

Zeitzeugen aus Mecklenburg erinnern sich an die Flut 2002. mehr


Das Hochwasser in Mecklenburg-Vorpommern

NDR Fernsehen: Nordmagazin

Bei der "Jahrhundertflut" waren 7.500 Helfer im Einsatz - und die Deiche hielten.

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Links

Tagesschau.de gibt einen Überblick über die dramatischen Ereignisse im August 2002.

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MDR.de über die Hochwasserkatastrophe 2002 und die Konsequenzen.

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Damals und heute: Tagesschau.de stellt die Bilder gegenüber.

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