Die Mauer fällt: Wendezeit

Das Ende der DDR kommt auf Raten: Menschen, die das Land verlassen wollen, flüchten über Ungarn oder die Tschechoslowakei. Montag für Montag gehen in Leipzig und anderen Städten mehr Bürger auf die Straßen und demonstrieren für Freiheit. Am Abend des 9. November 1989 überschlagen sich die Ereignisse. Plötzlich ist die Grenze zum Westen offen.

Chronologie wichtiger Ereignisse der Wendezeit
27. September 1989 Tränengas gegen Rostocker Fußballfans in der ČSSR
4. November 1989Die FDJ schwört der DDR ab
9. November 1989 Die Grenze ist offen
6. Januar 1990 Udo Lindenberg startet seine DDR-Tournee
18. März 1990Erste und letzte freie Volkskammer-Wahl in der DDR
12. Oktober 1990 Deutschland und die Sowjetunion beschließen Truppenabzug
5. Februar 1991 Bei Lauenburg fällt einer der letzten DDR-Grenztürme

 

Egon Krenz. © dpa-Report
 
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Die DDR öffnet die Tore

Tausende DDR-Bürger strömen nach dem Mauerfall am 9. November über die offene Grenze. Vor Lübeck stauen sich Trabis und Wartburgs auf vielen Kilometern. mehr

Der letzte Wachturm fällt. © NDR
 
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Das Ende der hässlichen Grenze

Vom 12. November 1989 bis zum 5. Februar 1991 verfolgt der Hobbyfilmer und Zollbetriebsinspektor Dieter Schmidt den fortschreitenden Wegfall der Grenze mit seiner Kamera. mehr

Udo Lindenberg - Der deutsche Rockersänger in den 80er-Jahren in Hamburg © picture-alliance / Jazz Archiv Fotograf: Hardy Schiffler
 

Besuch bei Freunden: Udo Lindenberg in der DDR

Als Udo Lindenberg am 6. Januar 1990 in Suhl sein Publikum begrüßt, geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Es ist der Auftakt zur ersten DDR-Tournee des Panikrockers. mehr

Die Hansa-Akteure Andreas Babendererde (v.l.), Hilmar Weilandt und Frank Rillich drehen in einem Auto sitzend am 25. Mai 1991 in Rostock eine Ehrenrunde mit dem Meisterpokal. © Picture-Alliance
 

Tränengas gegen Fußballfans

Am 27. September 1989 fahren rund 400 Fußballfans des FC Hansa Rostock mit einem Sonderzug zum Europapokalspiel in die ČSSR: die Geschichte einer dramatischen Auswärtsfahrt. mehr

Wahlwerbung wird plakatiert © dpa picture-alliance/Ulrich Haessler Fotograf: Ulrich Haessler
 
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Wer die Wahl hat - die Volkskammer-wahl 1990

Als im März 1990 endlich freie Wahlen in der DDR stattfinden, ist die Wahlbeteiligung unerwartet hoch: Sie liegt bei 93 Prozent. Auch das Ergebnis ist eine Überraschung. mehr

Gründungsfeier der FDJ im Berliner Friedrichstadtpalast am 8. November 1947 © dpa - Bildarchiv
 

Propagandalieder und Grabgesänge - Aufstieg und Fall der FDJ

1946 wird die FDJ in Mecklenburg gegründet. Am 4. November 1989 sangen Schauspieler im Schweriner Staatstheater noch einmal die alten Lieder der größten Jugendbewegung der DDR. mehr

Denkmal der Roten Armee auf dem Soldatenfriedhof in Neustrelitz. © picture-alliance/ ZB Fotograf: Bernd Wüstneck
 

Truppenabzug der Sowjetarmee

1994 ziehen die letzten russischen Truppen aus Mecklenburg-Vorpommern ab. Sie hinterlassen Soldatenfriedhöfe, Ehrenmale, Militärschrott und jede Menge Erinnerungen. mehr

Stichwort
Eine Trabi-Kolonne schiebt sich am 11. November 1989 über den Grenzübergang Herleshausen in Richtung Bundesrepublik Deutschland - Hunderttausende DDR-Bürger reisen zu Besuchen und Einkäufen in den Westen. © Kai-Uwe Wärner Fotograf: Kai-Uwe Wärner
 

Wendezeit

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben", soll Michail Gorbatschow, Generalsekretär der KPdSU, am 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin gesagt haben. Auch wenn der Satz so wohl nie gefallen ist, steht er als ein Symbol für die Wendezeit. Gorbatschow, seit 1985 im Amt, lockert die Moskauer Vorherrschaft im Ostblock. Einige Länder nutzen die neuen Spielräume, besonders Ungarn. Im Mai 1989 beginnt das Land, seine Grenzanlagen zum Westen abzubauen. In der Nacht vom 10. zum 11. September stellt Ungarn die Kontrollen an der Grenze zu Österreich ein - Zehntausende DDR-Bürger strömen in den Westen.

In der DDR beteiligen sich immer mehr Menschen an "Montagsdemonstrationen". Sie wollen nicht flüchten, sondern fordern Reformen im eigenen Land. Offenbar bereitet die DDR-Führung die Öffnung der Grenzen vor. Dennoch wirkt es improvisiert, als SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski am Abend des 9. November 1989 live im Fernsehen verkündet, Reisen in den Westen seien möglich - "sofort, unverzüglich".

Noch in der Nacht setzt ein Ansturm auf die Übergänge ein. Grenzbeamte und Bürger in Ost und West sind verblüfft: Die Mauer ist offen.

Flucht
Der Blick auf den Schaalsee bei Groß Zecher. © NDR Fotograf: Friedrich Keller
 
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Flucht aus der DDR

NDR Fernsehen

Eberhard Kossmann tauchte durch den Schaalsee in den Westen. Erinnerungen nach 50 Jahren.

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