Sturmflut, Proteste, Vertreibung: Die 60er-Jahre

Zu Beginn des Jahrzehnts blickt Deutschland geschockt nach Berlin: In der Metropole lässt die DDR-Regierung am 13. August 1961 eine Mauer errichten. Wenig später werden Tausende als "politisch unzuverlässig" eingestufte DDR-Bürger aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere umgesiedelt. Im Jahr darauf kämpft Hamburg gegen die schwerste Sturmflut in der Stadtgeschichte. Die Studentenbewegung prägt die zweite Hälfte der 60er-Jahre.

Wichtige Ereignisse in der Chronologie
15. April 1960In Hamburg startet der erste deutsche Ostermarsch
13. August 1961Die DDR beginnt mit dem Bau der Mauer
3. Oktober 1961Aktion Kornblume: DDR siedelt Bewohner aus den Grenzgebiet um
5. Oktober 1961Bei einem S-Bahn-Unglück in Hamburg sterben 28 Menschen
16. Februar 1962Eine schwere Sturmflut verwüstet Teile Hamburgs
26. Oktober 1962"Spiegel"-Affäre: Redakteure unter Verdacht des Landesverrats
24. August 1963 Erster Fußball-Bundesligaspieltag in Deutschland
24. Oktober 1963In Lengede kommt es zu einem Unglück im Bergwerk
26. Juni 1966Die Beatles geben ihr letztes Hamburg-Konzert
3. Juni 1967Eintracht Braunschweig wird sensationell deutscher Fußball-Meister
9. November 1967Erste Studenten-Proteste an der Universität Hamburg
1. Juni 1969Aktion Roter Punkt: Hannoveraner protestieren gegen Preiserhöhung
26. Juli 1969:Pokalgeschichte: St. Pauli besiegt St. Pauli

 

Sturmflut 1962: Soldaten tragen Menschen von der Schule in der Fährstraße in Hamburg-Wilhelmsburg durchs Wasser zu einem Fahrzeug. © NDR Fotograf: Peter Sander
 

Sturmflut 1962: Hamburg versinkt im Wasser

Vom 16. auf den 17. Februar 1962 wütet in Hamburg eine schwere Sturmflut. Die Deiche brechen, 315 Menschen sterben. Hintergründe, Bilder und Zeitzeugenberichte zur Katastrophe. mehr

Von bewaffneten Volkspolizisten bewachte Bauarbeiter errichten die Mauer zwischen Potsdamer Platz und Lindenstraße. © picture alliance / dpa-Report Fotograf: Günter Bratke
 

Ein Volk wird eingesperrt: Der Mauerbau

13. August 1961: Das DDR-Regime beginnt mit dem Bau der Berliner Mauer. 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage teilt sie die Stadt in zwei Teile. Ein Blick zurück. mehr

Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren, steht auf einem Spruchband, das zwei Studenten in schwarzen Anzügen vor dem neuen und dem alten Uni-Rektor - beide im Talar - hertragen. Albers (l.) und Behlmer tragen das Spruchband vor Prof. Schäfer (2.v.l.) und Prof. Ehrlicher her. © dpa Fotoreport
 

Der Muff unter den Talaren

Im November 1967 entrollen zwei Jurastudenten bei einer Feierstunde an der Universität Hamburg den Spruch, der zur berühmtesten Kampfparole der 68er-Studentenbewegung wurde. mehr

Sanitäter tragen am 7.11.1963 nach dem Bergwerksunglück im niedersächsischen Lengede einen der elf geretteten Bergleute ins Freie. © dpa
 
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Lebendig begraben: Das Unglück von Lengede

Dort, wo einst Erz abgebaut wurde, stehen heute Windkraftanlagen. Doch was sich 1963 im Bergwerk Lengede abspielt, bleibt unvergessen: eine unglaubliche Rettung verschütteter Bergleute. mehr

Eine frühe Ausgabe der St. Pauli Nachrichten. © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
 

Sex und Politik: Die "St. Pauli Nachrichten"

Freie Liebe und Sex vor der Ehe - in den 60ern wird das Schlafzimmer politisch. In Hamburg kämpfen die "St. Pauli Nachrichten" für frischen Wind im Bett und politischen Wandel. mehr

Horst Wohlers im Trikot des FC St. Pauli © Witters Fotograf: Wilfried Witters
 

Pokal-Geschichte: St. Pauli besiegt St. Pauli

Am 26. Juli 1969 scheitert St. Paulis Regionalliga-Elf im DFB-Pokal an den eigenen Amateuren. Doch damit nicht genug: Der Verein legt gegen die Wertung der Partie Protest ein. mehr

Demonstration gegen Fahrpreiserhöhungen in Hannover 1969. © dpa
 
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Der Rote Punkt der Solidarität

Aufstand in Hannover: Aus Protest gegen eine Fahrpreiserhöhung boykottierten 1969 Tausende Busse und Bahnen. Die Alternative: Fahrgemeinschaften - gekennzeichnet mit dem roten Punkt. mehr

Blühende Kornblumen auf einem Feld. © dpa - Kurt Scholz
 

Aktion Kornblume: Zwangsumsiedlungen in der DDR

Eine Feldblume dient als Namenspatron für eine Aktion, bei der am 3. Oktober 1961 Tausende DDR-Bürger aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere vertrieben wurden. mehr

Die "Spiegel"-Ausgabe 41/1962: Bedingt abwehrbereit © Spiegel Verlag Fotograf: Spiegel Verlag
 
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"Spiegel"-Affäre: Angriff auf die Pressefreiheit

Die Titelgeschichte "Bedingt abwehrbereit" des "Spiegel" führt am 26. Oktober 1962 zu Verhaftungen von Redakteuren. Dieser Angriff auf die Pressefreiheit löst Empörung aus. mehr

John Lennon bei einem Beatles-Konzert in Hamburg 1966 © Picture-Alliance
 
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1966: Beatles spielen letztes Hamburg-Konzert

NDR Fernsehen: Hamburg Journal

Grenzenlose Begeisterung, verzückte Teenager und erschöpfte Polizisten: Am 26. Juni brachten die Beatles die Hamburger Ernst-Merck-Halle zum Kochen.

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Button mit dem kreisförmigen Friedenssymbol. © dpa
 

"Peace!" - Anfänge der Ostermarschbewegung

Am 15. April 1960 startet der erste deutsche Ostermarsch von Hamburg zum Truppenübungsplatz Bergen-Hohne. Aus ein paar Hundert Friedensaktivisten wird im Kalten Krieg eine Massenbewegung. mehr

Spielszene Preußen Münster gegen den Hamburger SV am ersten Bundesliga-Spieltag 1963 © picture alliance / dpa
 

Der erste Spieltag der Fußball-Bundesliga

Am 24. August 1963 beginnt in Deutschland mit dem ersten Bundesligaspieltag die Fußball-Neuzeit. Mit dabei: Werder Bremen, der HSV, Eintracht Braunschweig - und jede Menge Euphorie. mehr

Zerstörter S-Bahn-Wagen nach einem Unfall 1961 in Hamburg © NDR
 
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Tote bei Hamburger S-Bahn-Unglück

NDR Fernsehen: Hamburg Journal

Am 5. Oktober 1961 kollidiert eine S-Bahn mit einem Bauzug, der Brückenträger geladen hatte. Die Träger dringen in die Waggons ein, 28 Menschen werden getötet, 100 schwer verletzt.

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Stichwort
Unter der Aufsicht eines bewaffneten Volkspolizisten errichtet ein Ostberliner Bauarbeiter am 18. August 1961 an der sowjetisch-amerikanischen Sektorengrenze am Potsdamer Platz eine mannshohe Mauer in Richtung Lindenstraße. © Bratke Fotograf: Bratke
 

Die 60er-Jahre

Bis 1961 flüchten etwa dreieinhalb Millionen Menschen vom Gebiet der DDR in die Bundesrepublik. Die SED-Regierung reagiert und lässt am 13. August des Jahres in Berlin eine Mauer errichten, die fortan den Ostteil vom Westteil trennt. Das Spannungsverhältnis zwischen beiden deutschen Staaten verschärft sich.

1962 überrascht die schwerste Sturmflut der Stadtgeschichte die Hamburger im Schlaf: In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 brechen die Deiche, 300 Bewohner der Hansestadt kommen in den Wassermassen ums Leben.

Ende der 60er-Jahre formiert sich eine Protestbewegung an den Universitäten: Studenten und Intellektuelle begehren gegen verkrustete Strukturen aus der Nachkriegszeit auf. 1966 entsteht die Außerparlamentarische Oposition (APO). Als 1967 in Westberlin bei einer Demonstration gegen den Schah-Besuch der Student Benno Ohnesorg erschossen wird, erreichen die Proteste ihren Höhepunkt. Erst ab 1969 verliert die Studentenbewegung langsam an Bedeutung.

Video-Chronik
Ein Mann blickt vom Dach auf die überschwemmte Fähr- und Dierksstraße in Hamburg-Wilhelmsburg nach der Sturmflut 1962. © NDR Fotograf: Günther Hachmeister
 
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1962: Schwere Sturmflut in Norddeutschland

Besonders schlimm trifft es Hamburg, dort sterben 315 Menschen.

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1963: Das Unglück von Lengede

Am 24. Oktober 1963 werden 50 Bergleute im niedersächsischen Lengede verschüttet.

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1961: Flucht aus der DDR

NDR Fernsehen

Eberhard Kossmann taucht durch den Schaalsee.

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Gesellschaft
Gunter Sachs mit Ehefrau Mirja auf Sylt (1970) © picture-alliance Fotograf: Sven Simon
 

Sylt, Sehnsuchtsinsel der Promis

In den 60ern kamen Promis wie Gunter Sachs auf die Insel und durchtanzten dort die Nächte. mehr

Weltgeschichte
Mondlandung © picture-alliance / dpa
 
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tagesschau.de erinnert an die erste Mondlandung einer bemannten Fähre am 20. Juli 1969.

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Sport
Braunschweiger Spieler und Fans mit der Meisterschale 1967 © imago/Kicker/Metelmann
 
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Eintracht mit Minimalismus zur Meisterschaft

Am 3. Juni 1967 machte Braunschweig sensationell die Meisterschaft perfekt. mehr