Hamburg-Wilhelmsburg nach der großen Flut: Der dicht besiedelte Stadtteil ist von der Außenwelt abgeschnitten, alle Verkehrswege sind unterbrochen. Ein Fortkommen ist nur noch per Boot möglich.
Die Wassermassen haben Pkws wie Spielzeugautos mit sich fortgerissen ...
... und zusammen mit Möbeln und Holzbalken durch die Straßen von Wilhelmsburg geschwemmt.
Wo sich den Wassermassen ein massives Hindernis, wie dieser Laternenpfahl, in den Weg stellt, bleiben die mitgerissenen Autos einfach hängen, schieben sich ineinander und stapeln sich auf.
... Gewerbehöfe und Erdgeschosswohnungen stehen zum Teil meterhoch unter Wasser wie hier im Hinterhof an der Veringstraße.
In allen Straßen Wilhelmsburgs steht das Wasser. Hier die überflutete Fähr- und Dierksstraße vom Dach aus gesehen.
Der Alte Bahnhof in Wilhelmsburg liegt leicht erhöht - dennoch stehen auch die Gleise unter Wasser.
In der Wilhelmsburger Kleingartenkolonie "Alte Landesgrenze" hat die Sturmflut am schlimmsten gewütet: Als die Deiche zum Spreehafen brechen, stürzt das Wasser in die Siedlung, die in einer Senke hinter dem Deich liegt. Für etliche Menschen gibt es kein Entkommen - sie sterben in den reißenden Fluten.
Zahlreiche Ausgebombte des Zweiten Weltkriegs leben 1962 noch in Behelfsheimen in Kleingartenkolonien. Das Wasser hat die kleinen Häuser einfach mit sich fortgerissen oder sie bis zur Dachkante überflutet - so auch hier an der Neuhöfer Straße, wo es ebenfalls viele Tote gibt.
Ein ähnliches Bild bietet die Gartenkolonie am Alten Bahnhof in Wilhelmsburg. Meterhoch steht das Wasser in der Siedlung, in der kurz zuvor noch viele Menschen lebten.
Auch in der Kleingartensiedlung an der Peutestraße auf der Veddel stehen Behelfsheime auf tief liegendem Gebiet. Das Wasser steht den kleinen Häusern fast bis zum Dach.
Nicht alle Bewohner können sich noch rechtzeitig auf die Dachflächen retten - für einige Menschen kommt auch in dieser Kleingartenkolonie jede Hilfe zu spät.
Mehr Glück hat, wer in einem massiven Wohngebäude wie hier am Bahndamm in der Veddeler Straße "Am Gleise" lebt: Die Erdgeschossbewohner haben sich meist zu ihren Nachbarn in die höher gelegenen Stockwerke geflüchtet.
Dort sind sie allerdings tagelang gefangen: Straßen haben sich, wie hier am Veddeler Damm, in reißende Flüsse verwandelt.
Die Wucht des Wassers war gewaltig: An der Veddeler Eisenbahnbrücke haben die Fluten sogar eine Lok aus dem Gleis gehoben.
Der Siedenfelder Weg im weiter südlich gelegenen Stadtteil Kirchdorf nach der Flut. Auch hier haben sich Straßen in Wasserwege verwandelt.
Hubschrauber versorgen die eingeschlossenen Bewohner aus der Luft mit Lebensmitteln, Brennmaterial und Trinkwasser.
Auch in Waltershof sterben Dutzende Menschen, als die Deiche brechen. Für den Stadtteil bedeutet die Sturmflut das endgültige Aus: Er wird nicht wieder aufgebaut, sondern zur Hafenerweiterung genutzt. Heute ist Waltershof Teil des Containerhafens.
14 Deiche brechen allein in Finkenwerder in der Sturmflutnacht, ...
... die Folge sind überflutete Straßen wie hier Am Steendieck/Am Brack auf der Aueinsel.
Nach etlichen Deichbrüchen ist auch das etwas weiter westlich im Alten Land gelegene Neuenfelde den Fluten schutzlos ausgeliefert, ...
Bis weit in das Hinterland mit seinen Apfelplantagen steht das Wasser. Die Kirche liegt etwas höher und ist für viele Neuenfelder ein Zufluchtsort.
Land unter auch in Moorfleet: Wie kleine Inseln in einem See wirken die Siedlungshäuser, die nur noch per Boot zu erreichen sind.
Der Deichbruch in Stillhorn veranschaulicht, warum viele Deiche der Sturmflut nicht gewachsen waren: Im Deich wurzeln Bäume, sogar ein Kabel wurde durch sein Inneres verlegt - all das minderte die Festigkeit des ohnehin viel zu niedrigen Baus.
Bis in die Hamburger Innenstadt stehen ganze Straßenzüge, wie hier am Vorsetzen, unter Wasser. In zahlreichen Gebäuden, unter anderem am Hamburger Rathaus, kommt es zu erheblichen Wasserschäden.