AKTUELLES AUS DER REGION
Überblick

Die höchsten Sturmfluten in Hamburg

Pegelstände über Normalnull (NN) in St. Pauli
3./4. Februar 1825: 5,24 m
1./2. Januar 1855: 5,11 m
16./17. Februar 1962: 5,70 m
7. Dezember 1973: 5,33 m
3. Januar 1976: 6,45 m
24. November 1981: 5,81 m
28. Februar 1990: 5,75 m
23. Januar 1993: 5,76 m
28. Januar 1994: 6,02 m
10. Januar 1995: 6,02 m
5. Februar 1999: 5,74 m
3. Dezember 1999: 5,95 m
30. Januar 2000: 5,16 m
29. Januar 2002: 5,26 m
9. November 2007: 5,40 m

 

Die Nacht, in der das Wasser kam

Am schlimmsten trifft es die Elbinsel Wilhelmsburg mit ihren 80.000 Einwohnern. Dort ist der Deich nicht nur zu niedrig und zu steil, sondern auch aus minderwertigen Material erbaut. Schnell ist er ausgewaschen und bricht, in Flutwellen ergießen sich die Wassermassen in den Stadtteil. Direkt hinter dem Deich zum Spreehafen leben in einer tief liegenden Kleingartenanlage viele Ausgebombte des Zweiten Weltkriegs in Behelfsheimen. Wer nicht rechtzeitig wach ist, hat kaum eine Chance. Andere retten sich auf die Dächer ihrer Wohnhäuser oder in Bäume und warten völlig durchnässt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf Hilfe.

Polizeisenator Helmut Schmidt leitet Rettungsaktion ein

Am frühen morgen beginnt eine großangelegte Rettungsaktion. Polizeisenator Helmut Schmidt, der spätere Bundeskanzler, handelt sofort. Ohne sich um Kompetenzen und Rechtsvorschriften zu kümmern, fordert er aus dem In- und Ausland militärische und zivile Hilfe an. Er koordiniert Hilfsaktionen zu Wasser und Hubschraubereinsätze. Rund 20.000 Hilfskräfte kämpfen in einem Wettlauf gegen die Zeit um das Leben der vom Wasser eingeschlossenen Menschen. Für einige kommt die Hilfe dennoch zu spät - 315 verlieren in den Fluten ihr Leben, davon allein 207 in Wilhelmsburg. Unter den Toten sind auch fünf Helfer. Die Leichen werden in einem Zelt auf der Eisbahn im Park Planten un Blomen gesammelt und aufgebahrt.

20.000 Menschen sind obdachlos

Zerstörte Häuser in Hamburg-Neuenfelde nach der Sturmflut 1962. © NDR/Nico Bundt Detailansicht des Bildes Zahlreiche Häuser - wie hier in Neuenfelde - werden durch die Flut zerstört. Die Flut macht auch Tausende Wohnungen unbewohnbar: 225 Wohnungen werden völlig zerstört, 760 weitere schwer beschädigt, 11.245 Wohnungen sind zumindest vorübergehend nicht mehr bewohnbar. Etwa 20.000 Menschen müssen nach der Flut für längere Zeit in Notunterkünften untergebracht werden. Auch das Trinkwasser ist verschmutzt: Der Senat veranlasst eine groß angelegte Impfaktion, um Seuchen vorzubeugen. Als Soforthilfe erhalten alle Bewohner der betroffenen Gebiete 50 Mark, alle Flutgeschädigten zusätzliche finanzielle Hilfen.

Neue Konzepte für den Hochwasserschutz

Die größten Schäden an den Deichen sind im Gebiet der Süderelbe aufgetreten, zwischen Moorburg und Neuenfelde/Cranz. Während Soldaten und zivile Helfer tagelang die Bruchstellen ausbessern, beginnt die Baubehörde parallel mit den Planungen für ein neues Deichsystem - schon aus Platzgründen ist es nicht möglich, die stark beschädigten Deichanlagen einfach nur wieder instand zu setzen und zu erhöhen. Die Stadt investiert daher in komplett neue Schutzanlagen und schafft auf rund 100 Kilometern Länge eine durchgehende Hochwasserschutzlinie von mindestens 7,20 Meter über Normalnull.

Seit 1990 lässt die Stadt die Hochwasserschutzanlagen erneut modernisisieren und auf einen durchschnittliche Höhe von 8,50 Meter, stellenweise sogar auf bis zu 9,25 Meter erhöhen. Noch bis 2015 sollen die Bauarbeiten andauern. Insgesamt wird das Schutzprogramm mehr als 600.000 Millionen Euro kosten.

Weitere Informationen
Feuerwehrleute ziehen ein Fahrzeug am überfluteten Fischmarkt im Hamburger Hafen aus dem Wasser. © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
 

Leben mit dem Wasser: So schützt sich Hamburg

Was hat Hamburg aus der Sturmflut 1962 gelernt? Wie sehen moderne Deiche aus? Wasserbauingenieur Dr. Olaf Müller erklärt, wie sich die Stadt heute vor Hochwasser schützt. mehr

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Chronologie
Überflutete Straße Vogelhüttendeich in Hamburg-Wilhelmsburg während der Sturmflut 1962. © NDR Fotograf: Peter Sander
 
Audio

Chronologie der Ereignisse

Was passierte am 16. und 17. Februar 1962? Gerd Spiekermann blickt zurück.

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Karte
Karte der überfluteten Gebiete während der Sturmflut 1962 © Baubehörde / LSBG Hamburg
 
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Hamburg 1962

Die Karte zeigt überschwemmte Zonen, damalige Deichlinien und Deichbrüche.

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Website der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt mit Zeitzeugenberichten, Chronik und vielen Infos.

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Die Hamburger Behörde für Inneres informiert ausführlich und gibt Tipps.

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