Das Grauen: NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg
Die Jahre 1933 bis 1945 sind geprägt von der Schreckensherrschaft der Nazis und dem Krieg. mehr
Nach dem Stapellauf in Mai 1937 ist die "Wilhelm Gustloff" bereit zur Jungfernfahrt.
Strahlend weiß, mehr als 208 Meter lang und luxuriös ausgestattet mit Schwimmbad und Sonnendeck: Am 5. Mai 1937 läuft das damals größte Kreuzfahrtschiff der Welt, die "Wilhelm Gustloff", in Hamburg vom Stapel. Der Riesendampfer ist ein nationalsozialistisches Prestigeobjekt: Bewusst halten die Veranstalter der NS-Freizeitorganisation "Kraft durch Freude" (KdF) die Preise für die Urlaubsreisen niedrig, damit sie auch für Arbeiter erschwinglich bleiben. Nur 50 Reichsmark kostet eine fünftägige Kreuzfahrt nach Norwegen auf dem NS-Traumschiff.
Gediegene Ausstattung, geringer Reisepreis: Blick in einen Salon an Bord des Schiffes.
Auf Komfort müssen die Reisenden dabei nicht verzichten. Neben Schwimmbad und Sonnendeck gibt es einen Theater- und Musiksaal, einen Rauchsalon, sieben Bars, ein Kino und zwei Promenadendecks, von denen das eine rundum verglast ist. Alle Kabinen liegen an den Außenseiten und sind gleich eingerichtet. Unterschiedliche Klassen gibt es nicht. Einzig die Adolf Hitler vorbehaltene "Führerkabine", die dieser allerdings nie nutzt, ist größer. Insgesamt können 1.463 Urlauber gleichzeitig an einem der begehrten Törns nach Skandinavien oder auch ins Mittelmeer teilnehmen, 417 Besatzungsmitglieder sind mit an Bord.
Stapellauf: 5. Mai 1937
Indienststellung : 15. März 1938
Bauwerft: Blohm + Voss
Heimathafen: Hamburg
Gesamtlänge: 208,50 Meter
Breite: 25 Meter
BRT: 25.484
Zugelassene Passagierzahl: 1.463
Baukosten: ca. 25 Millionen Reichsmark
Eigner: Deutsche Arbeitsfront (DAF)
Gesunken: 30. Januar 1945
Am 4. August 1936 gibt die Deutsche Arbeitsfront, der nationalsozialistische Einheitsverband der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, das Schiff bei der Hamburger Werft Blohm + Voss in Auftrag. Eigentlich soll es den Namen "Adolf Hitler" tragen, doch der will nicht riskieren, dass ein Schiff mit seinem Namen untergeht. Er lässt den Urlaubsdampfer stattdessen nach dem Nationalsozialisten Wilhelm Gustloff benennen. Der Leiter der NSDAP-Landesgruppe in der Schweiz war am 4. Februar 1936 von einem jüdischen Studenten erschossen worden. Seither ehren ihn die Nationalsozialisten als "Märtyrer der Bewegung".
In Begleitung von Robert Ley (2. v.l., neben Hitler) und Blohm junior (r.) macht sich Adolf Hitler auf den Weg zur Taufe der "Wilhelm Gustloff".
Beim Stapellauf am 5. Mai 1937 tauft die Witwe Hedwig Gustloff das Schiff auf den Namen ihres Mannes. Robert Ley, der Chef der Deutschen Arbeitsfront, erklärt in seiner Rede, was Hitler angeordnet habe: "Sorgen Sie dafür, so lautete sein Befehl, dass der deutsche Arbeiter seinen Urlaub bekommt, damit er seine Nerven behält. Es kommt darauf an, dass das deutsche Volk stark genug ist, um meine Gedanken zu begreifen."
Knapp ein Jahr später ist die "Wilhelm Gustloff" fertig und legt am 23. März 1938 zur Jungfernfahrt ab. Die erste reguläre Fahrt führt das Schiff Anfang April für eine Propagandaaktion nach London. Dort können die in England lebenden Deutschen und Österreicher an Bord der "Gustloff" über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich abstimmen - der ist zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits erfolgt. Das Ergebnis ist wenig überraschend: 99 Prozent derjenigen, die zur Stimmabgabe auf das Schiff kommen, votieren laut den offiziellen Angaben für den Anschluss. Im Mai 1939 reist das Kreuzfahrtschiff erneut außerhalb des normalen KdF-Ferienprogramms: Es holt deutsche Soldaten der Legion "Condor", die auf Seiten Francos im spanischen Bürgerkrieg gekämpft haben, zurück nach Hamburg.
Mit Ausbruch des Krieges ist es mit den Urlaubsfahrten vorbei. Die "Gustloff" dient ab 1939 als Lazarettschiff.
Kurz nach Kriegsbeginn hat die "Gustloff" ihre Karriere als Vergnügungsdampfer nach insgesamt 44 Kreuzfahrten beendet. Die Kriegsmarine übernimmt das Schiff im September 1939 und nutzt es als schwimmendes Lazarett. Gemäß den internationalen Vorgaben erhält das KdF-Schiff einen horizontalen grünen Streifen am Rumpf und rote Kreuze am Schornstein, um als Lazarettschiff gut erkennbar zu sein. Ab November 1940 dient die "Wilhelm Gustloff" als Wohnschiff für angehende U-Boot-Matrosen. Ein marinegrauer Tarnanstrich ersetzt das Weiß mit dem grünen Streifen - damit ist der ehemalige Urlaubsdampfer fortan ein legitimes militärisches Ziel. Bis 1945 liegt das Schiff in Gotenhafen in der Danziger Bucht vor Anker.
Am 30. Januar 1945 legt die "Wilhelm Gustloff" von Gotenhafen in Richtung Kiel ab, um sich an der Evakuierung Ostpreußens zu beteiligen. An Bord des völlig überfüllten Schiffes befinden sich 10.582 Menschen. Etwa 8.800 davon sind Flüchtlinge, überwiegend Frauen und Kinder, die vor der vorrückenden Roten Armee fliehen.
Es ist die letzte Fahrt der "Wilhelm Gustloff". Um 21.16 Uhr treffen drei Torpedos eines sowjetischen U-Boots das Flüchtlingsschiff. Die "Wilhelm Gustloff" versinkt in der eisigen Ostsee. 9.343 Menschen finden den Tod - die Hälfte davon sind Kinder. Der Untergang der "Wilhelm Gustloff" gilt als größte Schiffskatastrophe der Welt.
erstaunlich
na, sie gehören auch zu denen die sich die dinge so zurecht legen wie sie sie gerade brauchen. ihre geschichtskenntnisse sind erschreckend populistisch, sie sollten ihre kenntnisse nicht aus der... [mehr]
oh man...
Wer außer "egal" weiß heute noch nicht, dass es die Deutschen waren, die den Krieg angefangen haben? Und demnach die Kriegsschuld auf sich geladen haben.Das bestreitet nun wirklich niemand in dem... [mehr]
egal
und was soll das gedenken an diesen nazipropagandapott.es waren nicht nur"flüchtlinge"bord,sondern auch wehrmachtsangehörige und ss und nsdap kader die sich absetzen wollten.sie fuhr abgeblendet mit... [mehr]