Stadtporträt
Autostadt in Wolfsburg © Wolfsburg Marketing Fotograf: Wolfsburg Marketing
 

Wolfsburg: Es muss nicht immer Auto sein

Die Auto-Stadt ändert ihr Image. mehr

Der Volkswagen-Konzern
VW möchte bis 2018 Weltmarktführer in  in allen Kategorien werden: ökonomisch, ökologisch, beim Gewinn, beim Absatz.....etc. © imago, Fotolia Fotograf: sepp spiegl, mibPhoto
 

Dossier: VW auf dem Weg an die Weltspitze

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Die Gründung des Volkswagenwerks

von Malte Krebs

Adolf Hitler (M) am Modell der Volkswagenfabrik © Picture-Alliance/dpa Detailansicht des Bildes Für den VW-Standort in der Südheide sprachen auch militärische Gründe. Das Volkswagenwerk sollte von Anfang an ein vorbildliches Projekt sein. Konstrukteur Ferdinand Porsche - zugleich Hauptgeschäftsführer der neu gegründeten "Volkswagenwerk GmbH" - hatte sich auf Studienreisen in den USA die modernen Produktionsmethoden abgeschaut, vor allem das Fließband-Prinzip, mit dem die Firma Ford die kostengünstige Massenproduktion revolutioniert hatte. Finanziert wurde das Projekt in Deutschland nicht nur aus den vielen Millionen Reichsmark der Sparer, sondern auch aus dem 1933 enteigneten Vermögen der Gewerkschaften.

Die Standortwahl fiel auf das kleine niedersächsische Städtchen Fallersleben nordöstlich von Braunschweig. Vor allem die Lage zwischen Mittellandkanal, Bahnlinie und der Reichsautobahn Berlin - Hannover schien günstig. Zudem sprachen militärische Aspekte für den Standort: Im Falle des absehbaren Krieges war die Fabrik weit von den Staatsgrenzen entfernt und damit vor Luftangriffen einigermaßen geschützt.

Grundsteinlegung mit viel Pathos

Adolf Hitler am Rednerpult während eines Festaktes des Volkswagenwerks bei Fallersleben. © dpa-Bildarchiv Fotograf: Ullstein Detailansicht des Bildes Tausende Gäste kamen zur Grundsteinlegung des VW-Werks nach Fallersleben. Am 26. Mai 1938 wurde in Fallersleben der Grundstein gelegt. Das Regime ließ sich die Gelegenheit zur pathetischen Inszenierung nicht nehmen. Der Festakt wurde minutiös bis ins letzte Detail geplant. Aus dem ganzen Reich pilgerten KdF-Sparer zur künftigen Produktionsstätte, SA und SS schickten Ehrenformationen, Angehörige des  Reichsarbeitsdienstes, der Hitlerjugend und Parteigenossen wurden in das spärlich besiedelte "Wolfsburger Ländchen" befördert.

50.000 Teilnehmer und etwa 600 Ehrengäste waren in der Südheide anwesend, als Adolf Hitler in seiner massenwirksamen Rede das künftige VW-Werk als ein "Symbol des nationalsozialistischen Deutschen Staates, der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft" stilisierte.

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Nach der Grundsteinlegung lässt sich Adolf Hitler einen "Volkswagen" von Ferdinand Porsche zeigen © Picture-Alliance/dpa
 
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Grundsteinlegung für das VW-Werk

Am 26. Mai 1938 legte Adolf Hitler den Grundstein für das VW-Werk im Gebiet der kleinen Gemeinde Fallersleben - die Geschichte der Stadt Wolfsburg begann.

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Das Werk benötigt eine neue Stadt

Die Gründung des Volkswagenwerks ist zugleich ein frühes Beispiel für die Industrieansiedlung auf der grünen Wiese: In dem Gebiet lebten Ende 1937 gerade mal 857 Einwohner. Für die geplante Massenfertigung gab es hier weder genügend Arbeitskräfte noch entsprechende Unterkünfte. Also musste wenige Wochen nach dem neuen Werk auch die neue "Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben" aus dem Boden gestampft werden. Den wesentlich prägnanteren Namen "Wolfsburg" erhielt sie erst nach dem Krieg am 25. Mai 1945 von den Alliierten.

Mit dem Volkswagen an die Front

Doch bevor es soweit war, mussten im Volkswagenwerk mehr als 20.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, viele von ihnen starben qualvoll. Statt der versprochenen Automobile für die Massen wurden militärische Kübelwagen hergestellt. Denn am massenhaft produzierbaren "Volkswagen" begeisterte Hitler vor allem die Tatsache, dass er sich problemlos von einem zivilen zu einem militärischen Fahrzeug umbauen ließ. Mehr als 60.000 Exemplare lieferte VW für den deutschen Vernichtungskrieg an Wehrmacht und SS, zudem Kampfflugzeuge, Minen und Flugbomben. Dafür durfte sich das VW-Werk "Kriegsmusterbetrieb" nennen, wurde außerdem mit dem Ehrentitel "Nationalsozialistischer Musterbetrieb" gekürt.

Bis Kriegsende verließen nur 630 zivile Fahrzeuge das Werk - für führende NSDAP-Funktionäre. Der eigentliche Siegeszug des "Käfers" als Symbol des Wirtschaftwunders sollte später beginnen.

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