Überblick
Gedenkstein an die Ofer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © dpa Fotograf: Bernd Wüstneck
 

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

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Jüdisches Leben
Gebet in der Synagoge © dpa/pictute-alliance
 

Hamburger "Klein-Jerusalem" erwacht wieder

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Die Schweriner Synagoge - Eine bewegte Geschichte

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Angeordneter Terror: Die Reichspogromnacht

von Vivienne Schumacher

Am 9. November 1938 rufen die Nationalsozialisten zur Zerstörung jüdischer Geschäfte und Synagogen. In der darauf folgenden Nacht gehen zahlreiche Gotteshäuser in Deutschland in Flammen auf, jüdische Läden werden ausgeraubt und demoliert, Juden verschleppt oder ermordet. Die Judenverfolgung im Dritten Reich erreicht mit der Reichspogromnacht eine neue Dimension. Auch in Norddeutschland eskaliert der nationalsozialistische Antisemitismus und führt zu Gewaltorgien.

Gewalt und Verhaftungen in Hannover

Brennende Synagoge in der Bergstraße in Hannover am 10. November 1938. © picture-alliance/dpa/Bildarchiv Huber Fotograf: Wilhelm Hauschild In Hannover brannte in der Pogromnacht die Synagoge in der Bergstraße bis auf die Grundmauern nieder.

In Hannover wurden mehrere Hundert Menschen verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. 94 jüdische Geschäfte sowie 27 Häuser und Wohnungen wurden demoliert und verwüstet. Das Kommando für die damalige Provinz Hannover hatte SS-Obergruppenführer Friedrich Jeckeln. Er nahm die Befehle aus München und Berlin entgegen und sandte etwa 500 SS-Männer zu jüdischen Geschäften und Wohnungen aus: Eine fertige Liste der Adressen lag ihm vor. Zerstört wurde unter anderem die Synagoge in der Bergstraße, die als "Perle Hannoverscher Architektur" bekannt war. Stundenlang stand sie in Flammen. SS-Männer sperrten den gesamten Platz um das Gotteshaus ab. Die Feuerwehr durfte erst mit den Löscharbeiten beginnen, als ein Übergreifen auf nebenstehende Wohnhäuser drohte.

Hintergrund

Die Pogromnacht 1938 - Attentat und Propaganda

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Eine Zeitzeugin erinnert sich in einem Gespräch mit dem NDR Hörfunk im Jahr 1978 an den 10. November 1938 in Hannover: "Wir hörten in unserer Wohnung draußen einen Tumult und ahnten nicht, was da war. Mein Junge lief natürlich gleich runter, um zu sehen, was da los war. Er kam zurück und sagte: 'Die schlagen da unten die Wohnung kaputt, die SA.' Wir guckten aus dem Fenster und sahen, dass sie mit schweren Gegenständen tatsächlich die Parterrewohnung verwüsteten, Fenster einschlugen. Wir sahen, wie sie auch den Küchenschrank zerschlugen. Wir wussten nicht, dass da eine jüdische Familie wohnte, aber das erfuhren wir dann."

Zerstörung und Verfolgung in Mecklenburg-Vorpommern

Auch in den Städten Mecklenburg-Vorpommerns standen mehrere Synagogen in Flammen, wurden jüdische Friedhöfe geschändet, Geschäfte beschädigt und geplündert. Augenzeugen berichteten, wie in zivil gekleidete Nazis die Synagoge in Alt-Strelitz stürmten und die Thora-Rollen sowie die gesamte Einrichtung zerstörten, mit Benzin übergossen und anzündeten. Beim Brand in der Neubrandenburger Synagoge hatte die Feuerwehr lediglich den Auftrag, ein nebenstehendes Wohnhaus zu schützen.

Ebenso in Rostock: Am frühen Morgen des 10. November brannte die Synagoge in der Augustenstraße vollständig aus, während die Feuerwehr nur nebenliegende Gebäude schützte. Eine Geschäftsfrau aus Rostock erzählt in einem Gespräch mit dem NDR Hörfunk im Jahr 1978: "Da stand eine ganze Reihe Leute, und die Feuerwehr stand da, sozusagen Gewehr bei Fuß, und hatte eigentlich nur die Aufgabe, dass sie die Nachbarhäuser beschützen sollte. Aber die Synagoge war schon drei Viertel runtergebrannt. Die hat man die Nacht über brennen lassen." Am selben Vormittag zogen Nazis weiter durch die Hansestadt und demolierten circa 50 Wohnungen und Geschäfte. 64 jüdische Männer wurden verhaftet.

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Hintergrund
Herschel Seibel Grynszpan und Ernst vom Rath (Montage). © picture-alliance / IMAGNO/Schost_dpa Fotograf: Ullstein
 

Die Pogromnacht 1938 - Attentat und Propaganda

Die Nazis brauchten einen Anlass, um gegen die Juden vorzugehen. mehr

Audios

Friedensfeier zum 10. Jahrestag der Pogromnacht

Der Erste Bürgermeister Hamburgs, Max Brauer, erinnert an die grauenhaften Vergehen. (16.11.1948)

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Walter Scheel anlässlich des 40. Jahrestages

Rundfunkansprache des damaligen Bundespräsidenten (8.11.1978).

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Pogromnacht in Oldenburg

Das jüdische Gemeindeleben wird zerstört. (9.11.2004)

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Links

Informationen auf den Seiten des Projekts "Lebendiges virtuelles Museum Online".

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Fernschreiben von Reinhard Heydrich zur Reichspogromnacht vom 10. November 1938 im NS-Archiv.

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Multimediale Aufbereitung der Geschehnisse in den Städten Schleswig-Holsteins auf den Seiten des virtuellen Museums.

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Das Projekt "Lebendiges virtuelles Museum Online" informiert.

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