Zweiter Weltkrieg
Das deutsche Kriegsschiff "Schleswig-Holstein" beschiesst am Morgen des 1. September 1939 die Westerplatte bei Danzig. © picture-alliance/akg-images Fotograf: akg-images
 

Auftakt zum Inferno - Kriegsbeginn 1939

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Angriff auf Polen. mehr


Oktober 1943: Bomben auf Hannover

In der Nacht zum 9. Oktober zerstören britische Bomber den Stadtkern, 1.245 Menschen sterben. mehr


April 1942: Bombenhagel auf Rostock

Am 23. April 1942 beginnt ein verheerender Bombenangriff auf die Stadt. mehr

Bilder des Krieges
Rauchsäulen über der Westerplatte in Danzig nach dem Angriff deutscher Soldaten am 1. September 1939. © picture-alliance
 
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Von den Schüssen die Danziger Westerplatte bis zur Eroberung Berlins.

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Bomben auf Helgoland
Der britische Soldat schildert seine Erlebnisse während der Bombardierung Helgolands.
 
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"Es war ein einfacher Angriff"

Der Brite Hubert Murray sitzt am 18. April 1945 in einem der Flieger, die Helgoland bombardieren.

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März 1942: Lübeck brennt im Bombenhagel

Es dauerte nur wenige Stunden - dann war vernichtet, was in Jahrhunderten entstanden war. Lübeck, die altehrwürdige Hansestadt im März 1942: Seit fast drei Jahren wütet der Zweite Weltkrieg. Die Stadt blieb bisher von Zerstörungen verschont. Zwar heulen regelmäßig Sirenen und warnen die Menschen vor Luftangriffen, doch daran haben sich viele gewöhnt. Lübeck scheint für die Militärstrategen keine Bedeutung zu haben. Das hoffen die Menschen auch, als am späten Abend des 28. März wieder Fliegeralarm ausgelöst wird, der Nacht zum Palmsonntag. Doch nur wenige Minuten später, gegen 23.20 Uhr schlagen Bomben in der Altstadt ein. Was dann folgt, hat Deutschland noch nicht erlebt. 234 Flugzeuge der britischen Royal Air Force überziehen die Stadt mit einem Bombenhagel. Pausenlos werfen sie ihre vernichtende Fracht ab.

Historische Kirchen stehen in Flammen

Die zerschmetterten Glocken der Ratskirche Sankt Marien in Lübeck © picture-alliance / Paul Mayall Fotograf: Paul Mayall Detailansicht des Bildes Zwei Glocken, die in der Bombennacht aus 60 Meter Höhe im Süderturm von St. Marien abgestürzt sind, liegen heute als Mahnmal in der Kirche. Für die gut 150.000 Bewohner der Stadt beginnen Stunden des Grauens. Der Angriff richtet sich nicht gegen einzelne militärische Anlagen, sondern er soll die Zivilbevölkerung treffen und möglichst großen Schaden anrichten. Bald brennen ganze Straßenzüge auf der Altstadtinsel, dem Zentrum des Bombardements. Auch vor den historischen Bauwerken wie den berühmten Kirchen macht das Feuer nicht halt. Gegen 0.30 Uhr brennt der Dachstuhl von St. Petri aus dem 13. Jahrhundert, später auch die Türme von St. Marien und der Dom. In der Marienkirche stürzen die Glocken des Süderturms herab. Sie treffen Kisten mit mittelalterlichen Fensterscheiben, die während des Krieges vor Beschädigungen geschützt werden sollten. Auch Orgeln und das mittelalterliche Inventar der Kirche werden ein Raub der Flammen.

300 Menschen sterben in den Trümmern

Warum Lübeck?

Die Hansestadt wurde das erste Ziel sogenannter Flächenbombardements der Luftwaffen der Alliierten. Obwohl Lübeck militärisch bedeutungslos war, bot sich die dicht bebaute Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern an. Brände breiteten sich dort rasch aus und die Stadt der sieben Türme war ein markantes Ziel für die Bomberpiloten.

Erst nach mehr als dreieinhalb Stunden haben die letzten Bomber ihren Auftrag erfüllt: Rund 8.000 Stabbrandbomben, 400 Flüssigkeitsbomben und 300 Sprengbomben sind auf Lübeck niedergegangen. Hunderte Häuser stehen in Flammen, die sich immer weiter ausbreiten. Feuerwehren und Helfer sind machtlos. Die Wasserversorgung ist zusammengebrochen. Am nächsten Morgen, dem Palmsonntag, wird das ganze Ausmaß der Verwüstung sichtbar. Fast 1.500 Häuser sind völlig zerstört, 2.200 schwer beschädigt und weitere gut 9.000 in Mitleidenschaft gezogen - insgesamt gut die Hälfte der 22.000 Gebäude in der Stadt. Mehr als 320 Lübecker sterben in den Trümmern - die genaue Zahl der Toten ist unklar. Fast 800 Menschen werden verletzt, weit über 15.000 sind obdachlos.

Wertvolle Kunstschätze verbrennen

Blick auf die zerstörte Kirche St. Aegidien in Lübeck 1942 © picture-alliance / Paul Mayall Nur langsam erholt sich die Stadt von den Verwüstungen wie hier rund um die Kirche St. Aegidien.

Neben dem menschlichen Leid und dem materiellen Schaden entstehen unersetzliche kulturelle Verluste. In den Kirchen verbrennen Kunstschätze, im historischen Rathaus die wertvolle Kriegsstube von 1356, außerdem Dutzende prächtige Bürgerhäuser. Lübeck steht vor den Trümmern seiner Geschichte. Beim Wiederaufbau haben Unterkünfte für die vielen Wohnungslosen Vorrang. Noch Jahrzehnte später werden Schäden beseitigt. So endet die Rekonstruktion des Doms erst 1982 mit der Wiedereröffnung der Paradiesvorhalle. Vieles ist allerdings für immer verloren.

Fünf Jahre später ernennt die UNESCO, die Lübecker Altstadt zum Weltkulturerbe zu ernennen, ein Beleg für den gelungenen Wiederaufbau.

Bomben gegen die Zivilbevölkerung

Flächenbombardements

Lübeck stand am 28. März 1942 am Anfang einer Reihe schwerer Luftangriffe auf viele deutsche Städte. Unter anderem wurden diese Städte getroffen:
23. - 27. April 1942: Rostock
30. Mai 1942: Köln
25. Juli - 3. August 1943: Hamburg
8. Oktober 1943: Hannover
22. Oktober 1943: Kassel
26. August 1944: Kiel
3. Februar 1945: Berlin
13./14. Februar 1945: Dresden
8. April 1945: Braunschweig
18./19. April 1945: Insel Helgoland

Mit dem Angriff auf Lübeck ändern die Alliierten im Zweiten Weltkrieg ihre Strategie. Das britische Kriegskabinett hatte am 14. März 1942 - also zwei Wochen vor dem Bombardement - entschieden, den Bombenkrieg zu intensivieren. Ziele sollen nicht mehr nur militärische Anlagen sein, sondern auch komplette Großstädte. So wollen die Militärs den "Widerstandswillen der Zivilbevölkerung des Feindes und vor allem der Industriearbeiter" brechen, wie es in britischen Dokumenten heißt. Bis zum Kriegsende 1945 werden noch viele deutsche Städte bei sogenannten Flächenbombardements schwer beschädigt. Briten und Amerikaner reagieren damit auch auf deutsche Luftangriffe gegen englische Städte, die bereits 1940 begonnen hatten.

Nach Lübeck kommen die Bomber nur noch einmal zurück: Am 25. August 1944 greifen sie Rüstungsunternehmen an, 110 Menschen sterben.

Angriffe gehen als Palmarum in die Geschichte ein

Die Bombardierungen in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 gehen unter der Bezeichnung Palmarum in die Geschichte ein. Die Bezeichnung geht auf das Datum des Angriffs zurück. Der 29. März 1942 war der Sonntag vor Ostern, der auch Palmsonntag oder Palmarum genannt wird. Da Ostern ein bewegliches Fest ist, ist das Gedenken an die Bombennacht nicht an das Datum 28./29. März, sondern an den Palmsonntag gebunden und variiert von Jahr zu Jahr. Die offiziellen Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestags des Angriffs in diesem Jahr finden deshalb am 31. März statt.

Widerstand gegen Hitler
Eduard Müller, Johannes Prassek, Hermann Lange (Montage, v.l.n.r.) © Pressestelle Lübecker Märtyrer
 

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Lübeck heute
Luftaufnahme der Lübecker Altstadt © picture alliance / ZB Fotograf: Elmar Hartmann
 
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Lübeck - Stadt der sieben Türme

Prächtige Bauten zeugen von der goldenen Zeit der Hansestadt. (Quelle: VIDICOM)

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Links

Fotos aus der Bombennacht auf einer privaten Website.

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Eine Chronik auf der Website der Hansestadt.

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Das Projekt "Lebendiges virtuelles Museum Online" informiert.

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