Überblick
Gedenkstein an die Ofer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © dpa Fotograf: Bernd Wüstneck
 

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. mehr

Gedenkstätten im Norden
Gedenkstein am ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen mit der Aufschrift "Bergen-Belsen 1940 bis 1945" © Stiftung niedersächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Bergen-Belsen
 

Bergen-Belsen: Erinnerung und Mahnung

Eine Gedenkstätte erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers. mehr


Die KZ-Gedenkstätte Hamburg-Neuengamme

Ein Mahnmal und mehrere Ausstellungen erinnern an die Opfer. mehr


Stätte des Erinnerns in Ladelund

Die älteste KZ-Gedenkstätte Schleswig-Holsteins. mehr

 

Auschwitz: "Ordnung des Terrors"

von Andrej Reisin, NDR.de

Eingang zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau © picture-alliance / dpa Fotograf: Guenter Schindler Detailansicht des Bildes Zehntausende Menschen starben im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Im Frühjahr 1940 traf SS-Hauptsturmführer Rudolf Höß in einer ehemaligen Kaserne der polnischen Armee nahe der Stadt Oswiecim ein. Kurz zuvor hatte die SS-Führung beschlossen, ein Internierungslager für polnische Häftlinge zu errichten. Hier sollten Kriegsgefangene und Angehörige des polnischen Establishments eingesperrt und systematisch zugrunde gerichtet werden, um so den nationalen Widerstand der Polen gegen die deutsche Besatzung zu brechen. Als am 14. Juni 1940 die ersten 728 polnischen Häftlinge auf dem Kasernengelände eintrafen, konnte keiner von ihnen ahnen, dass sie soeben an einem Ort angelangt waren, der fortan als Inbegriff einer von Menschen errichteten Hölle auf Erden gelten sollte: Auschwitz.

Auschwitz erlangte traurige Berühmtheit aufgrund seiner einzigartigen Stellung innerhalb des NS-Lagersystems. Es wurde zum größten aller Lager und - neben dem weitaus kleineren Majdanek - zum einzigen, welches gleichzeitig Konzentrations- und Vernichtungslager war. Die Selektion der Juden an der Rampe, bei der darüber entschieden wurde, wer zur "Vernichtung durch Arbeit" bestimmt war und wer sofort vergast werden würde, war die historische Nahtstelle zwischen Lager und Völkermord.

Das System der Konzentrationslager

Trotz der Einzigartigkeit und der Symbolkraft von Auschwitz war das System der Konzentrationslager von Beginn an integraler Bestandteil der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bereits kurz nach der Machtübernahme 1933 errichtete die SA sogenannte wilde Lager, in denen sie tatsächliche oder vermeintliche Gegner des Regimes internierte. Diese wurden mit brutalsten Methoden so zugerichtet, dass sie - wenn sie jemals frei gelassen wurden - als gebrochene Menschen nach Hause kamen, von denen kein Widerstand mehr zu erwarten war.

Die Systematisierung der Lager begann im Mai 1934 mit dem Befehl Heinrich Himmlers an den Dachauer Kommandanten Theodor Eicke, das Lager zu erweitern und zu reorganisieren. Damit erhielten die Lager eine neue Bedeutung und wurden von einem "befristeten Repressionsinstrument" zu einer "Dauereinrichtung zur präventiven Inhaftierung all jener […], die die Machthaber in Zukunft als Gegner definieren sollten", wie der Soziologe Wolfgang Sofsky schreibt.

Das von Eicke erstellte "Dachauer Modell" sah die Einteilung der Häftlinge in verschiedene Gruppen sowie Zwangsarbeit bis zum körperlichen Zusammenbruch vor. Zusätzlich legte Eicke eine Reihe von offiziellen Strafen fest, die allerdings auch willkürlich vom Lagerpersonal verhängt werden konnten. Da in den Lagern für Vergehen wie Fluchtversuche ohnehin das Standrecht galt, war auch die Ermordung von Häftlingen jederzeit möglich. "Die Regeln schrieben den Terror fest und setzten zugleich die Willkür frei", stellt Sofsky fest. Auch Rudolf Höß ging durch die "Eicke-Schule", ebenso wie viele andere spätere SS-Führer.

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Stichwort

Holocaust

Der Begriff steht für den Massenmord an Juden unter dem NS-Regime von 1939 bis 1945. Der systematischen Vernichtung fielen mehr als sechs Millionen Menschen in Europa zum Opfer.

Ursprünglich stammt das Wort Holocaust aus dem Griechischen (= vollständig verbrannt) und bezeichnete Brandopfer. In den 1940er-Jahren verwendeten britische Autoren den Begriff erstmals für die Morde an den Juden, ab den späten 1950er-Jahren setzte er sich auch in den USA durch. In Deutschland verbreitete sich das Wort, nachdem es 1979 in einem US-Fernsehfilm benutzt worden war.

Viele Juden verwenden statt Holocaust den hebräischen Begriff Schoah ( = Unheil, Katastrophe). Er bezeichnet ausschließlich den Mord an Juden, während Holocaust teilweise auch in anderen Zusammenhängen benutzt wird.

Weitere Informationen
Ausgemergelte Männer liegen dicht an dicht in Holzkojen - Aufnahme von 1944 aus einer Gefangenen-Baracke in Auschwitz. © picture-alliance / Mary Evans Picture Library/WEIMA
 

"Alltag" in den Konzentrationslagern

Das Leben in den Lagern war ein andauerndes Martyrium für die Gefangenen. mehr


Der systematische Völkermord

Wie konnte es zum Holocaust kommen und welche Lehren kann man daraus ziehen? mehr

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Umfangreiche Informationen über die Anlage (in englischer Sprache).

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