mehr Hamburg-Historie
Pestarzt Dr. Chicogneau , 1720 /Kupferst. vor dem Nikolaifleet (Montage) © picture-alliance / akg-images Fotograf: akg-images, Oliver Dietrich
 

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Die Stadt, der Müll und der Schiet

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Not und Elend: So wurde Hamburg SPD-Hochburg

von Oliver Diedrich

Ausweisung, Aussperrung, Arbeitskampf

Doch auch in Hamburg sind die Genossen Repressionen ausgesetzt. Die Politische Polizei hat die Aktivitäten genau im Blick. Monatlich listet sie 25 bis 44 Versammlungen der SAP auf und weitere sechs bis elf Treffen des Vereins sozialdemokratischer Frauen. Erste Akten werden angelegt. 1878 nimmt die Verfolgung zu: Unter dem Eindruck zweier Attentate auf Kaiser Wilhelm I. lässt Reichskanzler Otto von Bismarck ein "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" beschließen. Es verbietet alle "sozialdemokratischen, sozialistischen oder kommunistischen" Versammlungen und Vereine sowie die Gewerkschaften.

Am schlimmsten ist der Druck wieder in Berlin. Viele Genossen fliehen und lassen sich in Hamburg nieder. Dort überhitzt die Situation im Herbst 1880. Hamburg verweist 300 Sozialdemokraten der Stadt - viele von einem Tag auf den anderen. "Nicht selten blieb die Familie in Not zurück", schreibt Kutz-Bauer. 1890 werden fast 20.000 Arbeiter monatelang von ihren Betrieben ausgesperrt, weil sie für kürzere Arbeitszeiten demonstriert hatten. Die Auseinandersetzungen gipfeln 1896/97 im Hamburger Hafenarbeiterstreik, als bis zu 17.000 Arbeiter in Ausstand treten - sie verlangen vor allem mehr Geld. Doch die Arbeiter stehen einer festen Front von Unternehmern und Staat gegenüber. Nach rund zweieinhalb Monaten geben sie den Streik auf - ohne jeden Erfolg.

tagesschau.de
Egon Bahr (SPD) © dpa Fotograf: Tim Brakemeier
 
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Egon Bahr ist 91, die SPD 150. Sie haben viel zusammen erlebt. Der enge Vertraute Willy Brandts wirft im Interview mit tagesschau.de einen ganz persönlichen Blick auf seine Partei.

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"Rotes Hamburg" - bis heute

Doch der politische Erfolg der SPD in Hamburg ist längst nicht mehr aufzuhalten. Die Saat, die Leute wie der Tischler Theodor Yorck gelegt haben, geht auf. Von 1890 bis zum Ende des Kaiserreiches werden alle Hamburger Mandate im Berliner Reichstag von Sozialdemokraten ausgeübt. 1890 holt die SPD bei der Reichstagswahl in Hamburg 58,7 Prozent der Stimmen. 1901 wird mit Otto Stolten der erste Sozialdemokrat in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. 1913 sind schon 20 SPD-Politiker im Stadtparlament vertreten. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs finden 1919 die ersten wirklich allgemeinen und gleichen Wahlen in Hamburg statt - die SPD erringt 50,5 Prozent. Trotzdem verzichtet die Partei auf den Bürgermeister-Posten. "Die SPD setzte auf Kooperation und meinte auf das Fachwissen der Beamtenschaft nicht verzichten zu können", befindet der Historiker Franklin Kopitzsch. 1930 kommt dann mit Rudolf Roß erstmals ein SPD-Politiker ins Amt des Ersten Bürgermeisters. Und nach der Nazi-Zeit und dem Zweiten Weltkrieg stellt die SPD zehn von den bis heute insgesamt 13 Bürgermeistern in Hamburg.

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