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Mann transportiert Koffer im Hintergrund Gehwegplatten © panthermedia Fotograf: Viola B.
 

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33 Tage im Kellerverlies - der Fall Reemtsma

von Irene Altenmüller, NDR.de

"Mitternacht; da war der Wald, in dem man mich ausgesetzt hatte, dann war da das Dorf gewesen, das erste Haus, in dem noch Licht brannte, und der darin wohnte, hat mich ohne Wenn und Aber hereinkommen lassen, obwohl ich ihm wie ein sonderbarer Strolch vorgekommen sein muss. Ich habe meine Frau angerufen, gesagt: 'Ich bin's. Ich bin frei.'"

Mit diesen Worten beschreibt Jan Philipp Reemtsma die ersten Minuten in Freiheit nach seiner Entführung. 33 Tage und Nächte hatte der damals 43-Jährige in einem Kellerverlies verbracht. Am 26. April 1996 ließen ihn die Entführer gegen Zahlung von 30 Millionen D-Mark endlich frei.

Jan Philipp Reemtsma

Der Hamburger Literatur- und Sozialwissenschaftler, Jahrgang 1952, ist der Enkel des Tabakkonzern-Gründers Bernhard Reemtsma. 1980 verkaufte er seine Mehrheit an der Unternehmensgruppe für 300 Millionen Mark. 1984 gründete er das Institut für Sozialforschung, das zwischen 2001 und 2004 mit der umstrittenen Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht für Aufsehen sorgte.

Als bedeutender Mäzen fördert Jan Philipp Reemtsma zahlreiche kulturelle und wissenschaftliche Projekte. In Forschung und Lehre ist er als promovierter und habilitierter Literaturwissenschaftler an verschiedenen Universitäten tätig.

Seine Entführung verarbeitete er in dem 1997 erschienenen Bericht "Im Keller".

Lösegeld bis heute verschollen

Die Entführung des Hamburger Literaturwissenschaftlers, Mäzens und Multimillionärs gilt als einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Selten war ein Entführungsopfer so lange in der Hand seiner Entführer, nie wurde so viel Lösegeld bezahlt - 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken.

Von der Beute wurden bislang nur rund 1,5 Millionen Mark sichergestellt. Ein großer Teil dürfte allerdings bei der Geldwäsche und auf der Flucht aufgebraucht worden sein.

Verschleppt und in Ketten gelegt

Die Entführung beginnt am Abend des 25. März 1996. Reemtsma verlässt sein Wohnhaus im Hamburger Stadtteil Blankenese, um sich aus seinem 50 Meter weit entfernten Arbeitshaus ein Buch zu holen. Auf dem Weg dorthin fangen ihn die Täter ab. Sie schlagen ihn nieder, verbinden ihm die Augen mit Klebeband und bringen ihn in ein eigens für die Entführung angemietetes Haus in Garlstedt im Landkreis Osterholz. Dort legen sie ihr Opfer in Ketten. In dem Raum befinden sich nur ein Tisch, ein Stuhl, eine Matratze und ein Campingklo. Bevor die Täter zu Reemtsma hereinkommen, klopfen sie. Dann muss er sein Gesicht auf die Matratze drücken. Um später nicht wieder erkannt zu werden, redet der Kopf der Entführer, Thomas Drach, nur auf Englisch mit Reemtsma.

Videos
Soko-Chef Dieter Langendörfer © NDR
 
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"Hohe Todeswahrscheinlichkeit"

Der Chef der damaligen Sonderkommission, Dieter Langendörfer, erinnert sich an die damaligen Ermittlungen im Entführungsfall Reemtsma.

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Chronologie

Die Reemtsma-Entführung im Überblick

Die Täter planten ihr Verbrechen von langer Hand. mehr

DAS!-Sendung vom 28.03.1998
Hamburger Untersuchungshaftanstalt © picture-alliance / dpa Fotograf: Kay Nietfeld
 
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Thomas Drach - ein Entführer wird gefasst

NDR Fernsehen: DAS!

Reaktionen und Stellungnahmen zu der spektakulären Festnahme in der damaligen Das!-Sendung im März 1998.

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