Trauer, Trümmer, Teilung: Die Nachkriegszeit

Flüchtlinge aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern treffen nach Kriegsende auch in Norddeutschland ein, vor allem die Wohnungsnot macht den Neuankömmlingen zu schaffen. Die Alliierten teilen das Land in Besatzungszonen: Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg unterstehen der britischen Verwaltung, Mecklenburg-Vorpommern der sowjetischen. Im Mai 1949 wird die Bundesrepublik Deutschland gegründet, im Oktober die DDR.

1945Briten eröffnen ein Folterlager in Bad Nenndorf
Oktober 1945Das Deutsche Rote Kreuz gründet einen Suchdienst
2. Oktober 1945 Die Enteignung der Gutsbesitzer in Ostdeutschland beginnt
17. September 1945Prozessauftakt gegen die Wachmannschaft des KZ Bergen-Belsen
23. August 1946 Gründung des Landes Schleswig-Holstein
1. November 1946 Gründung des Landes Niedersachsen
1. September 1949 Die Deutsche Presseagentur nimmt die Arbeit auf
23. Mai 1949Gründung der Bundesrepublik Deutschland
17. August 1949Werner Otto gründet in Hamburg den "Otto-Versand"
7. Oktober 1949 Gründung der DDR
Der Parlamentarische Rat 1948 mit seinem Präsidenten Konrad Adenauer. © picture-alliance / akg-images Fotograf: akg-images
 

Die Geburt der Bundesrepublik

Nach dem Krieg ist ein großer Teil Norddeutschlands von den Briten besetzt. 1946 lassen sie die Gründung von Ländern zu. Niedersachsen und Schleswig-Holstein entstehen. mehr

Massenkundgebung anlässlich der Gründung der DDR im Oktober 1949 in Berlin-Mitte. FDJ im Demonstrationszug vor der Humboldtuniversität. © picture-alliance/akg-images Fotograf: akg-images
 

Die Gründung der DDR

Viereinhalb Monate nach Gründung der Bundesrepublik wird am 7. Oktober 1949 die Sowjetische Besatzungszone zur DDR. Der Traum eines vereinten Deutschlands ist erst einmal ausgeträumt. mehr

Eine Collage von zahlreichen Wahlplakaten aus dem Jahr 1949 © picture-alliance / dpa
 

Bundestagswahl 1949: Stimmen aus Ruinen

Lautsprecherwagen, Feldtelefone und Politiker mit einem Status wie Popstars: Zwei schleswig-holsteinische Zeitzeugen schildern, wie aufregend das Jahr 1949 mit dem ersten Bundestagswahlkampf war. mehr

Britische Soldaten marschieren am 3. Mai 1945 in Hamburg ein. © dpa Fotograf: Imperial War Museum
 

Vom Feind zum Freund: Die Briten im Norden

Im Mai 1945 besetzen die Briten Norddeutschland. Sie bringen Nissenhütten, Popmusik und demokratische Strukturen. Viele sind bis heute geblieben - als Partner. mehr

Irma Grese und der ehemaliger Bergen-Belsen Lagerleiter Josef Kramer, Angeklagte 1945 im Bergen-Belsen Prozess Lüneburg. © dpa
 

Der Bergen-Belsen-Prozess 1945

Im ersten Kriegsverbrechertribunal gegen die Nazis musste sich die Wachmannschaft des KZ Bergen-Belsen verantworten. Eine ehemalige Zeugin des Prozesses erinnert sich. mehr

Zwei Flüchtlingskinder1945 in Deutschland © dpa
 

Das traurige Schicksal der Kriegswaisen

Traumatisiert und hungrig kommen Zehntausende Kriegswaisen 1945 nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort leben sie in provisorischen Kinderheimen - meist unter katastrophalen Umständen. mehr

Werner Otto in den 1950er-Jahren © NDR/doc.station GmbH/Otto-Group
 

Otto - mit Versandhandel an die Weltspitze

1949 gründet Werner Otto in einer Baracke in Hamburg einen Versandhandel. Der erste Katalog hat nur 16 Seiten. Heute gehört das Unternehmen zu den größten seiner Art weltweit. mehr

Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes befragt ehemalige Soldaten anhand von Bildlisten nach dem Schicksal ihrer Kameraden. © dpa
 

Das Deutsche Rote Kreuz richtet Suchdienst ein

Im Zweiten Weltkrieg werden Hunderttausende Familien auseinandergerissen. Um ihnen zu helfen, richtet das Deutsche Rote Kreuz 1945 einen Suchdienst nach Vermissten ein. mehr

Werbeplakat für die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone mit der Aufschrift "Junkerland gehört in Bauernhand". © Ernst-Jürgen Walberg; Thomas Balzer: Erinnerungen für die Zukunft: Geschichten und Geschichte aus dem Norden der DDR, hrsg. vom Norddeutschen Rundfunk/Deutsches Historisches Museum Berlin
 

Die Enteignung der Gutsbesitzer

Mit der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurden Tausende Gutsbesitzer enteignet. Betroffene erinnern sich an den Herbst 1945 und die Folgen nach der Wende. mehr

dpa-Schild an der Hamburger Zentrale der Presseagentur © Ulrich Perrey dpa/lno Fotograf: Ulrich Perrey
 

Gründung der Nachrichtenagentur dpa

Am 1. September 1949 schickt die neu gegründete deutsche Presseagentur ihre erste Meldung über die Ticker. Trotz schwieriger Anfänge entwickelt sie sich bald zum Marktführer. mehr

Stichwort
Der sowjetische Stadtkommandant der Roten Armee der UdSSR in Berlin, Nikolai E. Bersarin, spricht mit Trümmerfrauen, die die Kriegsfolgen in Berlin beseitigen. © picture alliance / ZB Fotograf: Jewgeni Chaldej
 

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg gleichen die Städte einer Trümmerlandschaft: Wohnhäuser und Versorgungseinrichtungen sind zerstört, es herrscht Nahrungsmittelknappheit. Die Suche nach den Vermissten und Verschollenen beginnt. Außerdem kommen Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten an. Aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern strömen Hunderttausende Flüchtlinge nach Westen.

Auch politisch steht Deutschland vor einem Neuanfang: Die Alliierten - die Sowjetunion, die USA, Großbritannien und Frankreich - teilen das Land in vier Besatzungszonen auf.

Die Nachkriegszeit endet mit der Gründung zweier deutscher Staaten: Am 23. Mai 1949 wird auf dem Gebiet der Westalliierten das Grundgesetz feierlich verkündet. Es ist die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. In der sowjetischen Besatzungszone kommt es einige Monate später, am 7. Oktober 1949, zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die deutsche Teilung ist damit besiegelt, ein schwieriges Kapitel in der Geschichte des Landes beginnt.

Medienpolitik
1. Seite der NWDR-Satzung © NDR/Gita Mundry
 

Der Rundfunk bekommt eine Satzung

30. Dezember 1947: Briten und Deutsche unterzeichnen die NWDR-Satzung. mehr