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Die Köhlbrandbrücke © fotolia Fotograf: Marco2811
 

Der Hamburger Hafen

Mehr als Container und Warenumschlag - ein Blick hinter die Kulissen. mehr

Hansestädte im Norden
Lübeck, an der Untertrave © Lübeck und Travemünde Marketing Fotograf: Thomas Radbruch
 
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Lübeck

Stadt des Marzipans und Juwel der Backsteingotik, Königin der Hanse und Tor zur Ostsee. mehr


Hamburg

Stadtporträt mit vielen Bildern und Tipps. mehr


Bremen

Die Hansestadt verbindet ihre lange Geschichte mit modernem Großstadt-Leben. mehr


Greifswald

In der Altstadt gibt es viele sehenswerte Gebäude. mehr


Rostock

Porträt der Hansestadt an der Ostsee. mehr


Stralsund

Porträt der einst mächtigen Hansestadt. mehr


Wismar

Giebelhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten prägen die Altstadt. mehr

 

Die Hanse beherrscht den Norden

Um 1280 beginnt in Norddeutschland eine neue Blütezeit: die Zeit der Hanse. Unter der Führung von Kaufleuten aus Lübeck, der inoffiziellen Hauptstadt des Städtebundes, entwickeln sich die Häfen an Nord- und Ostsee, aber auch viele Handelsstädte im Binnenland. So entsteht ein Netz von Verbindungen, das die Versorgung von ganz Norddeutschland sicherstellt. Die in England tätigen deutschen Kaufleute sind es, die 1282 erstmals den Begriff Hanse nutzen.

Zweiklassengesellschaft: Tagelöhner und Kaufleute

Im Hamburger Hafen werden Tagelöhner für körperliche Arbeiten gebraucht. Der größte Teil der Stadtbewohner lebt unter erbärmlichen Verhältnissen. "Buden" werden die primitiven Holzbehausungen für die armen Leute genannt. Kerzen sind zu teuer - einzige Lichtquellen sind das offene Feuer und ein Loch im Dach. Viele Menschen müssen um jede Mahlzeit kämpfen.

Nachbau einer Hansekogge © dpa Fotograf: Carsten Rehder Detailansicht des Bildes Bauchig, geräumig und schnell zu bauen: Das zeichnete die Hansekoggen aus. Die Kaufleute sammeln währenddessen unermesslichen Wohlstand. Das Handelsschiff jener Zeit ist die Kogge, bauchig, geräumig und schnell zu bauen. Ein einziger Mast mit einem Rechtecksegel treibt die Kogge an. Den Handelsherren in einer Hafenstadt wie Hamburg geht es gut - sie profitieren vom wachsenden Fernhandel.

Die christliche Seefahrt

Die Koggen Hamburgs fahren unter den Farben der Hanse: weiß-rot unter dem Mastkreuz als Zeichen der christlichen Seefahrt. Die Hanse hat sich aus einer losen Interessengemeinschaft von Kaufleuten zu einer Großmacht des Nord- und Ostseeraums entwickelt. Etwa 200 Städte gehören ihr an - unter ihnen sind alle wichtigen Kaufmannsstädte, auch im Binnenland. Das Netz der Handelswege erstreckt sich von England bis ins ferne Russland. Lübeck, die Beherrscherin der Ostsee, ist zu dieser Zeit der Hauptort der Hanse. Die Reeder und Seeleute der Stadt, die Bürger und Kaufherren genießen größtes Ansehen. Viele Ratsversammlungen werden im Lübecker Rathaus seit 1356 abgehalten. An diesen sogenannten Hansetagen nehmen circa 70 Hansestädte teil.

Heimatkunde
Animation eines Professors untersucht die Begriffe "Hanse", "Hansa" und "Hanseatisch"
 
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Alles über Hamburg und die Hanse

NDR Fernsehen: Hamburg Journal

Beim Wort "Hansestadt" denken die meisten Deutschen ganz spontan an Hamburg. Bis heute stößt man immer wieder auf Überbleibsel des Wirtschaftsnetzwerks.

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Die "gottgewollte" Ordnung

Zusätzliches Gewicht hat Lübeck durch seine Zusammenarbeit mit Hamburg, denn alle für den Ostseeraum bestimmten Waren von dort gehen über die Stadt an der Trave. Doch auf der Nordsee hat Hamburg seine eigenen Koggen.

An Bord der Koggen gilt eine strenge Hierarchie: Die unteren Ränge und die Herren sind strikt voneinander geschieden. Für jeden reichen Bürger gilt Arbeit als Schande - man bürdet sie anderen auf, das ist die "gottgewollte" Ordnung. Decksknechte sind der "letzte Mann", der alles machen muss, was den gestandenen Seeleuten zu lästig ist.

Es gibt alle Hände voll zu tun auf einer Kogge, bis die Handelsgüter des Mittelalters im Zielhafen angelandet werden können. Die Schiffe segeln fast immer in Sichtweite der Küste. Die Seeleute müssen auf günstige Winde warten, denn gegen den Wind kreuzen kann die Kogge nicht. Umso wichtiger ist es, den Rückenwind auszunutzen.

Der Handel zu Lande und zu Wasser

Das Schiff "Wissemara" im Alten Hafen © NDR Fotograf: Samir Chawki Detailansicht des Bildes Koggen waren die Handelsschiffe der Hanse. Heute laden Nachbauten wie die "Wissemara" zu Ausflugsfahrten ein. Die Hansestädte verdienen durch den Handel nicht nur viel Geld. Auch ihre Versorgung wird in steigendem Maße vom Fernhandel übernommen. Die Schiffe und Fuhrwerke der Hanse bringen Felle und Textilien, aber auch Lebensmittel aller Art, auf die die Bevölkerung der wachsenden Städte angewiesen ist. Getreide und Fisch, Salz, Butter und Pökelfleisch gehören ebenso zur Ladung der Hanseschiffe wie Wein und Bier. Tonnenweise wird die Nutzlast von Hand an Bord gebracht. Die Arbeit der Männer an Bord der Kogge geht auf die Knochen. Immer wieder muss das Segel mit dem Gangspill ausgerichtet werden. Gesteuert wird die Kogge mit einer Pinne - nur bei ruhiger See schafft das ein Mann allein. Und manchmal sitzt dem Rudergänger die Angst im Nacken. Denn auf hoher See lauern mancherlei Gefahren.

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/mittelalter/hanse30.html
Geschichte
Historischer Stich aus dem Hamburger Staatsarchiv mit einem Bildnis des Piraten Klaus Störtebeker. © Hamburger Staatsarchiv
 

Störtebeker: "Gottes Freund, der Welt Feind"

Bis heute gibt das Leben des Freibeuters Forschern Rätsel auf. Ein Porträt. mehr