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Inselporträt
Bunte Häuser im Hafen von Helgoland © NDR / Dagmar Haas Fotograf: Dagmar Haas
 
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Helgoland: Kleine Insel ganz groß

Deutschlands einzige Hochseeinsel ist in vielerlei Hinsicht einmalig. mehr

Künstler auf der Insel
Zeitgenössisches Darstellung von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. © dpa
 
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1. März 1952: Helgoland ist wieder deutsch

Auf Helgoland werden bei der Übergabe der Insel an die Deutschen am 1. März 1952 die Flaggen von Helgoland (r), der Bundesrepublik Deutschland (Mitte) und Schleswig-Holsteins (l.) gehisst. © picture alliance Fotograf: Jochen Blume Feierliche Zeremonie auf einem Trümmerfeld: Zur Übergabe Helgolands an die Bundesrepublik werden die Flaggen gehisst - ein Bild mit Symbolkraft.

"Hisst Flagge!" - mit diesen Worten ist am 1. März 1952, fast sieben Jahre nach dem Ende des Naziregimes, auch für Helgoland der Krieg endgültig vorbei. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Friedrich-Wilhelm Lübke nimmt die Insel feierlich in Besitz. Am Südhafen der Hochseeinsel wehen die bundesdeutsche, die Helgoländer und die schleswig-holsteinische Flagge. Schon in der Nacht haben Helgoländer Fischer mit grünen, roten und weißen Signalfeuern - den Farben der Inselflagge - die neue Ära eingeläutet. Auf dem Festland läuten die Kirchenglocken - Helgoland gehört wieder zu Deutschland.

Die Proteste zweier Studenten läuten die Rückgabe ein

Was offizielle Eingaben der Bundesrepublik nicht zu bewerkstelligen vermochten, haben zwei Heidelberger Studenten mit einer einsamen Protestaktion erreicht: die Briten zur Rückgabe Helgolands zu bewegen. Kurz vor Weihnachten 1950 setzen der damals 22-jährige René Leudesdorff und der 21-jährige Georg von Hatzfeld in Begleitung zweier Journalisten auf die unbewohnte Insel über. In einer "friedlichen Invasion" besetzen sie den Roten Felsen, hissen die deutsche, die europäische und die Helgoländer Flagge und harren zwei Tage und Nächte in eisiger Kälte inmitten von Trümmern und Bombenkratern aus.

Helgoland schreibt international Schlagzeilen

Sie wollen ein Zeichen für ein friedliches Europa und gegen die Wiederbewaffnung setzen und fordern die Freigabe der Insel. Ihre Aktion ist unerwartet erfolgreich: In ganz Europa berichtet die Presse darüber, weitere "Inselbesetzer" folgen in den nächsten Wochen dem Beispiel der beiden Studenten und setzen auf die Insel über. Schon bald nehmen die Briten die Verhandlungen mit der Regierung Adenauer auf. Nur wenige Wochen später, am 21. Februar 1951, beschließt die britische Regierung, die Insel zurückzugeben.

Zeitzeugenbericht
René Leudesdorff (l.) und sein Kommilitone Georg Hatzfeld stoßen am 22. Dezember 1950 im Flakbunker auf Helogland mit jewils einer Flasche Wein an im Flakkbunker © dpa Picture Alliance Fotograf: Jochen Blume
 
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Mit Flaggen für eine freie Insel

Gemeinsam mit einem Freund besetzt René Leudesdorff Ende 1950 Helgoland, um für die Rückgabe der Insel zu demonstrieren. Der damals 22-Jährige erinnert sich. mehr

Warum blieben die Briten so lange auf Helgoland?

U-Boot-Bunker auf Helgoland © Museum Helgoland Detailansicht des Bildes Der U-Boot-Bunker, den die Nazis um 1942 erbauen, ist ein wichtiges Ziel der großen Sprengung im April 1947. Er wird komplett zerstört. Dass Helgoland auch nach Kriegsende in britischer Hand bleibt, ist eine Folge seiner strategisch günstigen Lage in der Nordsee. Ab 1935 ließen die Nationalsozialisten die Insel zur Festung ausbauen, geplant war ein riesiger Flottenstützpunkt. Die Seefestung Helgoland besaß einen Militärflugplatz und ein riesiges Bunkersystem samt U-Bootbunker.

Bombenangriff in den letzten Kriegswochen

Am 18. und 19. April 1945 fliegen die Briten mit 979 Flugzeugen den letzten großen Bombenangriff des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist Helgoland. 285 Menschen, großteils Soldaten, sterben, die meisten Einheimischen können sich in die Bunker retten. Ihre Häuser werden jedoch komplett zerstört. Einen Tag nach den Bombardements wird die Insel evakuiert, die rund 2.500 Helgoländer müssen aufs Festland ziehen. Sie reihen sich ein in Millionen von Vertriebenen, die infolge des Krieges ihre Heimat verlassen müssen. Am 11. Mai besetzen die Briten die Nordseeinsel.

"Operation Big Bang" - eine Insel wird zerstört

Am 18. April 1947 steigt nach der Sprengung auf Helgoland eine riesige Rauchwolke in den Himmel. © Brian Butler Detailansicht des Bildes Kilometerhoch steigt die Rauchwolke nach der Sprengung in den Himmel. Es ist die größte Explosion mit konventionellen Sprengstoff in der Geschichte. Die Helgoländer sind fort, doch auf der menschenleeren Insel lagert weiter Munition, überall gibt es Bunker und andere militärische Anlagen. Die Briten beschließen, mit einer gewaltigen Sprengung sämtliche Militäranlagen zu zerstören. Am 18. April 1947 um 13 Uhr mittags zünden sie rund 6.700 Tonnen Sprengstoff an verschiedenen Stellen der Insel - die größte Explosion mit nicht-nuklearem Sprengstoff in der Geschichte der Menschheit. Eine kilometerhohe Rauchwolke steigt in den Himmel. Bis heute hält sich die Information, dass die Briten mit der "Operation Big Bang" die gesamte Insel sprengen wollten. Historische Unterlagen sprechen dagegen. Demnach geht es den Briten um eine vollständige Zerstörung aller militärischen Anlagen - dass sie dabei auch Teile der Insel selbst zerstören könnten, nehmen sie allerdings billigend in Kauf. Insgesamt verliert Helgoland durch die Sprengung rund 70.000 Quadratmeter.

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Helgoland mit der Langen Anna, fotografiert vom legendären Helgoland-Fotografen Franz Schensky. © Museum Helgoland/ Franz Schensky
 
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Bilder des unversehrten Helgolands vor dem Krieg und wie die Insel heute aussieht.

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Die Geschichte Helgolands

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Leuchtturm auf Helgoland © picture-alliance / Bildagentur Huber
 
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Zeitzeugenberichte
René Leudesdorff © dpa Fotograf: Timo Lindemann
 
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"Wir mussten einfach etwas tun"

Bei DAS! erzählt René Leudesdorff, warum er 1950 Helgoland besetzte.

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"Es war ein einfacher Angriff"

Der Brite Hubert Murray sitzt am 18. April 1945 in einem der Flieger, die Helgoland bombardieren.

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"Wir warteten auf den unheimlichen Knall"

Olaf Ohlsen muss als Kind Helgoland verlassen. An die Sprengung 1947 erinnert er sich noch heute.

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Buchtipps

Historie von der schönen Insel Helgoland

In Verse gebracht und mit Zeichnungen versehen von James Krüss.
Verlag Husum 2002
Preis: 9,95 Euro


Auf Helgoland ist alles anders

Die wechselvolle Geschichte einer römischen Insel.
Von Christian Müller und Henry Peter Rickmers
119 Seiten, Convent Verlag 2002
Preis: 9,90 Euro