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Historisch Verkleidete Darsteller der Varusschlacht bei den Römer- und Germanentagen in Kalkriese © NDR Fotograf: Martin Bremer
 
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Jahr 9: Die Varusschlacht im Teutoburger Wald

NDR Info

Es war die schwerste Niederlage des Römischen Reichs auf germanischem Boden.

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Die Varusschlacht: Arminius' Triumph über die Römer

Gemälde vom siegreich vordringenden Hermann in der Schlacht, 1870-73 © Kunstmuseum Krefeld Fotograf: Fotostudio Hesterbrink, Lage So soll es sich zugetragen haben: Germanische Truppen unter ihrem Anführer Arminius besiegen die Römer.

In der Varusschlacht - auch Schlacht im Teutoburger Wald genannt - werden die Elitetruppen des Römischen Reiches unter ihrem Heerführer Varus im Jahre 9 nach Christus vernichtet. Der Germane Arminius geht aus dem Gefecht als Sieger hervor. Was geschah in der Varusschlacht vor 2.000 Jahren? Warum gingen die Germanen immer wieder militärisch gegen die Römer an?

Das römische Imperium erschüttert

"Varus, Varus, gibt mir meine Legionen zurück!", soll der römische Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) vor 2.000 Jahren gerufen haben, als er die Nachricht erhielt, mehr als 15.000 römische Soldaten seien von den Germanen niedergemetzelt worden. Die als unschlagbar geltenden Elitetruppen - die 17., 18. und 19. Legion - des römischen Imperiums waren in einen Hinterhalt geraten und vernichtet worden. Rom war erschüttert, denn die Germanen im nördlichen Mitteleuropa galten als nicht ernst zu nehmende Feinde und unfähig, der römischen Macht Widerstand zu leisten.

Germanien - ein Sicherheitsproblem für Gallien

Das Bild, das die Römer von den Germanen hatten, war von Julius Cäsar (100 bis 44 v. Chr.) geprägt, der diese Stämme in seinen Darstellungen des Gallischen Krieges (Gallien wurde zwischen 58 und 51 v. Chr. erobert) ausführlich beschrieben hatte. Diese Darstellung war auch dafür mitverantwortlich, dass sich die Fremdbezeichnung "Germanen" durchsetzte, so nannte er nämlich beispielsweise die Stämme der Chauken, Semnonen, Cherusker oder Langobarden.

Für das römische Imperium waren die germanischen Stämme in erster Linie ein Sicherheitsproblem für die Provinz Gallien, das neue römische Territorium. Diese Provinz, mit dem Rhein als Ostgrenze, wollten sie vor den "Barbaren" schützen, denn das waren die Germanen für sie: Alles, was aus römischer Sicht zu einem halbwegs zivilisierten Leben gehörte, war nicht vorhanden. Es gab keine "ordentlichen" Häuser und keine Landwirtschaft, die Wein oder Oliven hervorbrachte. Im Gegensatz zu den Römern war für die Germanen das geschriebene Wort großenteils noch unbekannt. Lesen und Schreiben konnte nur eine kleine Elite.

Quinctilius Varus wird gefürchteter Statthalter

Seit im Jahr 1 n. Chr. ein großflächiger Aufstand germanischer Stämme gegen den römischen Herrschaftsanspruch ausgebrochen war, wurden Feldzüge nach Germanien zur Sicherung der Rheinlinie aus der Sicht Roms immer wichtiger. Im Jahre 6 n. Chr. musste Tiberius, der römische Oberbefehlshaber am Rhein, mit seinen Legionen zum Stamm der Pannonier südlich der Donau aufbrechen, der sich gegen die römische Herrschaft erhoben hatte.

Marmorbüste von Kaiser Augustus © akg-images Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Der römische Kaiser Augustus setzte Varus als Statthalter in Germanien ein. Kaiser Augustus bestimmte Quinctilius Varus, einen etwa 55-jährigen General und Oberbefehlshaber, als Nachfolger. Als Statthalter - ein direkter Vertreter des Kaisers in einer römischen Provinz, der oberster Richter und höchster Militärbefehlshaber zugleich war - sollte Varus östlich des Rheins den römischen Machtanspruch demonstrieren. Er sprach römisches Recht und trieb Steuern ein, so als gehörten die Germanen bereits zur Bevölkerung der römischen Provinzen. Das machte weder Rom noch Varus beliebt. Vermutlich einer der Gründe, warum es zur Varusschlacht kam. Möglicherweise ein weiterer Grund war, dass sich Arminius, der Held der Varusschlacht, angesichts der permanenten Rivalität mit anderen Adligen einen Vorteil verschaffen wollte und zum Verräter wurde.

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Überblick
Ein Holzstich von 1885 zeigt die Schlacht im Teutoburger Wald © picture-alliance / akg-images
 

Das Rätsel um die Varusschlacht

Im Jahre 9 vernichtet Cheruskerfürst Arminius die römischen Truppen unter Varus. mehr

Impressionen
Hermannsdenkmal © Landesverband Lippe
 
Bildergalerie

Wer war Arminius? Wie waren die Römer ausgerüstet? Bilder zur Varusschlacht.

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Videos
Vermutetes Gelände der Varusschlacht in Kalkriese bei Osnabrück © Friso Gentsch, picture-alliance/ dpa Fotograf: Friso Gentsch
 
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Die Varusschlacht

NDR Fernsehen: Kulturjournal

Um die Schlacht ranken sich viele Legenden.

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Museum Kalkriese © Christoph Püschner/VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land GmbH Fotograf: Christoph Püschner
 
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Informationen zu den Ausgrabungen und zu laufenden Ausstellungen.

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Das Museum informiert über seine Ausstellungen und das Konzept.

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Der Landesverband Lippe informiert über das Denkmal und dessen Entstehung.

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Hunderte Laien haben die Varusschlacht nachgespielt. Ein Video in der ARD Mediathek.

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