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Schild warnt vor radioaktiver Strahlung © picture-alliance/dpa
 

Dossier: Der Streit um die Atomkraft

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Pro und Kontra Atomkraft

Spart die Kernenergie nun klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ein oder nicht? Unterschiedliche Forschungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. In der Diskussion um den Ausstieg spielen aber nicht nur Klimagesichtspunkte eine Rolle, sondern auch Kosten, das Strahlungsrisiko und die Frage: Was passiert mit dem Atommüll?

Argumente von Befürwortern und Gegnern
ProKontra
Uran ist ein Brennstoff mit hoher Energiedichte, der in vielen politisch stabilen Ländern der Erde vorkommt.Der Uranbergbau führt zu Verseuchungen von Boden, Grundwasser und Luft. Gefördertes Uranerz wird einfach als strahlender Abraum auf Halden gekippt.
Kernenergie vermindert die Importabhängigkeit von Öl und Gas, sodass Deutschland nicht so leicht politisch erpressbar ist. Die Vorräte an Öl, Gas und Kohle werden bei Nutzung der Atomkraft nicht so schnell abgebaut.Auch Uran muss importiert werden. Zudem reicht dieser Brennstoff ebenfalls nur noch einige Jahrzehnte. Bei einem Einstieg in die Brütertechnologie entstünden Massen von Plutonium, mit dem Atomwaffen hergestellt werden könnten.
Kernenergie bietet ein ausreichendes Energieangebot für weiteres wirtschaftliches Wachstum.Kernenergie behindert den Erneuerungsprozess des deutschen Kraftwerksparks: Ohne die Energielücke, die mit Abschaltung der Atomkraftwerke entsteht, hätten potenzielle neue Wettbewerber viel schlechtere Markteintrittschancen
Kernenergie hilft bei der Verringerung der CO2-Emissionen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen liegen selbst die kumulierten CO2-Emissionen niedriger als alle anderen Energiewandlungstechnologien, inklusive der Erneuerbaren Energien.Kernenergie ist nicht am klimaschonendsten. Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse setzt weniger CO2 frei. Sogar moderne Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung können einen niedrigeren CO2-Ausstoß haben.
Kernenergie ist ein Wettbewerber mehr auf dem Weltenergiemarkt, damit wird das Energieangebot verbreitert und der Preis niedrig gehalten.Atomenergie ist teuer, wenn man Forschungsgelder, Abriss-/Rückbaukosten und die Atomunfallversicherung mit einrechnet, die der Staat übernimmt.  
Die Kernenergiewirtschaft schafft hochqualifizierte, wirtschaftliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze.Alle anderen Arten der Energiegewinnung sind arbeitsintensiver und schaffen mehr Arbeitsplätze.
Die Vorreiterrolle Deutschlands auf dem Gebiet der Kernenergie-Sicherheit lässt sich nur halten, wenn hier auch neue Kernkraftwerke errichtet und betrieben werden.Atomkraftwerke bergen auch in Deutschland Risiken. Beispielsweise ist keines der deutschen Atomkraftwerke gegen den Absturz eines Großraumflugzeuges gesichert.
Stromerzeugung durch beispielsweise Kohle ist unfallträchtiger (Grubenunglücke).Katastrophale Unfälle kann es auch mit Reaktoren moderner Reaktortechnologie geben, denn Sabotage und menschliches Versagen sind nie ausgeschlossen.

 
Die Gefahren einer möglichen Niedrigstahlung beim "Normalbetrieb" (vgl. Leukämiehäufung bei Kindern) sind bisher nicht abgeklärt.
Die Entsorgung der nuklearen Abfälle ist technisch gelöst: mit dem genehmigten Endlager "Schacht Konrad" bei Salzgitter für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und dem voraussichtlich als Endlager für hochradioaktive Abfälle geeigneten Salzstock Gorleben.Hunderte Tonnen giftiger Atommüll, der pro Jahr produziert wird und fast ewig weiterstrahlt, kann nicht Tausende von Jahren sicher von der Biosphäre abgeschlossen werden. Es besteht nicht nur Gefahr durch Leckage, sondern auch durch Diebstahl strahlenden Materials.
Ein Ausstieg aus der Kernenergie-Hochtechnologie schadet dem Ansehen des Industriestandortes Deutschland und schreckt mögliche Investoren anderer Industriezweige ab. Das wird in spätestens einigen Jahrzehnten allgemein erkannt werden.Atomenergienutzung ist undemokratisch: Mit Polizeistaatsverhältnissen müssen Bau, Weiterbetrieb und Mülltransport von Atomanlagen gegen den Willen der Bürger aufrechterhalten werden. Auch das schadet der Gesellschaft.
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