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Videotext-Seite 150: Lesen statt hören

Bildcollage: Eine Hand richtet eine Fernbedienung auf einen Monitor. Im Monitor ist ein Bildausschnitt mit Untertiteln zu sehen. © © Franz Pfluegl - Fotolia.com_5214887_M Fotograf: © Franz Pfluegl - Fotolia.com_5214887_M Detailansicht des Bildes Videotext 150 - die Seite mit Untertiteln Untertitel sind vor allem für Menschen gemacht, die gar nicht oder nur schlecht hören. Für sie sind sie der Zugang zum Fernsehen, zum wichtigsten Informationsmedium unserer Gesellschaft. Nach Angaben der Verbände gibt es in Deutschland rund 14 Millionen Menschen, die in ihrer Hörfähigkeit eingeschränkt sind. Etwa die Hälfte hat Probleme, dem Fernsehen missverständnisfrei zu folgen. Untertitel sind aber nicht nur ein Instrument der Barrierefreiheit. Sie dienen auch vielen Zuschauern - zum Beispiel Menschen mit Migrationshintergrund - dazu, die deutsche Sprache zu lernen. Einen weiteren Nutzen haben Untertitel überall dort, wo Fernsehbilder gezeigt werden, ohne dass der Ton zugeschaltet ist - wie an Flughäfen oder in Gaststätten.   

Wiedergabe von auditiven Inhalten

Seit Einführung des Videotextes in Deutschland gehören Untertitel zum Angebot der öffentlich-rechtlichen Programme. Auch das NDR Fernsehen bietet im Teletext die Möglichkeit, sich auf der Seite 150 zu zahlreichen Sendungen Untertitel am unteren Bildschirmrand anzeigen zu lassen. Alle auditiven Inhalte - das gesprochene Wort, Geräusche oder Musik - werden dabei als Text eingeblendet, sodass der Film oder die Fernsehsendung anschaulich wiedergegeben wird.

Konsequenter Ausbau des Untertitel-Angebots

In den vergangenen Jahren hat der NDR sein Untertitel-Angebot stetig ausgebaut. Neben der Nachrichtensendung NDR aktuell und dem Vorabendmagazin DAS!, das seit 2006 täglich mit Untertiteln ausgestrahlt wird, werden zahlreiche andere Formate untertitelt: von den Expeditionen ins Tierreich über Die Nordreportage oder Lust auf Norden bis zur Landpartie oder Neues aus Büttenwarder. 2011 wurden 38 Prozent des NDR Fernsehprogramms mit Untertiteln ausgestrahlt, Ende 2012 sind es durchschnittlich 42 Prozent. Ziel ist es, bis Ende 2013 mehr als die Hälfte aller Sendungen im NDR Fernsehen zu untertiteln. Kommendes Jahr sollen auch die vier Landesmagazine in das Angebot aufgenommen werden - diese werden zeitgleich um 18 Uhr und 19.30 Uhr live in vier Bundesländern gesendet. 

Mehr Untertitelung für das Erste

Darüber hinaus untertitelt der NDR auch zahlreiche seiner für das Erste produzierten Sendungen, darunter Tatort, Polizeiruf 110, Günther Jauch, Anne Will, Titel Thesen Temperamente, Abenteuer Erde, Plusminus, Weltspiegel, Weltreisen, Das Wort zum Sonntag, die Gottesdienste sowie alle seine großen Spielfilm-Produktionen. Ab Januar 2013 wird der NDR alle seine Erstsendungen sowie die von Radio Bremen für das Erste produzierten Sendungen mit Untertiteln versehen.

Minutiöse Vorbereitung der Fernsehsendung

Eine Redakteurin schreibt Untertitel anhand eines Videos. © NDR Fotograf: NDR Fotograf Martin Ovelgönne Detailansicht des Bildes Die Untertitel-Redakteure arbeiten eng mit den Fernsehredaktionen zusammen. Im NDR Fernsehen gibt es im Wesentlichen zwei Arten von Sendungen: live ausgestrahlte und aufgezeichnete. Die Produktion der Untertitel ist in beiden Fällen eng mit der des Fernsehprogramms verknüpft und erfordert einen großen Aufwand. Jeder einzelne Textblock muss geschrieben und dann synchron zum Bild gesendet werden. Nur die gute Zusammenarbeit zwischen der Fernsehredaktion, Sendetechnik und den Kollegen der Untertitelung ermöglicht es, Live-Sendungen wie Anne Will oder Günther Jauch zu realisieren. Jede Sendung wird minutiös vorbereitet. Es gibt einen festgelegten Ablauf, der bestimmt, was wann zur Ausstrahlung kommt. Viele Live-Sendungen haben zudem vorproduzierte Teile in Form von Einspielern oder vorhandenen Textpassagen.

Untertitel an den Inhalt anpassen

Der Untertitel-Redakteur bereitet eine Sendung analog zum Sendeablauf vor. Er erhält von der Fernsehredaktion die Beiträge und textet sie entsprechend um. Formal unterliegen Untertitel bestimmten Beschränkungen, was eine Bearbeitung von Originalsätzen erforderlich macht. Gesprochene Sprache unterscheidet sich deutlich von geschriebener. Sie hat ihre eigenen Regeln auch im Hinblick auf die grammatischen Strukturen. Außerdem muss neben dem Untertitel-Text auch das Bild wahrgenommen werden können. Zudem achtet der Redakteur darauf, eine Sprache zu wählen, die der sprachlichen Form des Inhalts angepasst ist.

Live: Wenn es schnell gehen muss

Für einige Programmteile einer Sendung gibt es keine vorgegebenen Inhalte. Diese müssen mithilfe einer Spracherkennung live untertitelt werden. Dabei spricht der Redakteur die im Fernsehen gesprochenen Texte nach. Eine Software wandelt das Gesagte um und sendet es. Dazu muss der Redakteur in der Lage sein, die Inhalte in sendefähige Sätze umzuformulieren. Bei dieser Art der Untertitelung ist eine zeitliche Verzögerung nicht zu vermeiden.

Programm
Bildschirmfoto des TV-Programms © NDR.de
 

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Untertitel-Standards im NDR

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