Fragen zur Untertitelung?
Untertitel-Redaktion
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Fax: (040) 41 56-2711
E-Mail: untertitel@ndr.de
Videotext 150 - die Seite mit Untertiteln
Untertitel sind vor allem für Menschen gemacht, die gar nicht oder nur schlecht hören. Für sie sind sie der Zugang zum Fernsehen, zum wichtigsten Informationsmedium unserer Gesellschaft. Nach Angaben der Verbände gibt es in Deutschland rund 13 Millionen Menschen, die in ihrer Hörfähigkeit eingeschränkt sind. Etwa die Hälfte hat Probleme, dem Fernsehen missverständnisfrei zu folgen. Untertitel sind aber nicht nur ein Instrument der Barrierefreiheit. Sie dienen auch vielen Zuschauern - zum Beispiel Menschen mit Migrationshintergrund - dazu, die deutsche Sprache zu lernen. Einen weiteren Nutzen haben Untertitel überall dort, wo Fernsehbilder gezeigt werden, ohne dass der Ton zugeschaltet ist - wie an Flughäfen oder in Gaststätten.
Seit Einführung des Videotextes in Deutschland gehören Untertitel zum Angebot der öffentlich-rechtlichen Programme. Auch das NDR Fernsehen bietet im Teletext die Möglichkeit, sich auf der Seite 150 zu zahlreichen Sendungen Untertitel am unteren Bildschirmrand anzeigen zu lassen. Alle auditiven Inhalte - das gesprochene Wort, Geräusche oder Musik - werden dabei als Text eingeblendet, sodass der Film oder die Fernsehsendung anschaulich wiedergegeben wird.
Die Untertitel-Redakteure arbeiten eng mit den Fernsehredaktionen zusammen.
Die Untertitelung einer Sendung erfordert einen großen Aufwand. Jeder einzelne Textblock muss geschrieben und dann synchron zum Bild gesendet werden. Das stellt besondere Anforderungen an die Redakteure, die täglich im NDR Sendungen mit Untertiteln versehen. Neben der Nachrichtensendung "NDR aktuell" und dem norddeutschen Vorabendmagazin "Das!", das seit 2006 täglich mit Untertiteln ausgestrahlt wird, werden zahlreiche andere Formate untertitelt: von den "Expeditionen ins Tierreich" über "Die Nordreportage" oder "Lust auf Norden" bis zur beliebten "Landpartie" oder "Neues aus Büttenwarder". Voraussetzung für eine Untertitelung ist eine enge Verzahnung aller Produktionsbereiche. Nur die gute Zusammenarbeit zwischen der Fernsehredaktion, Sendetechnik und den Kollegen der Untertitelung ermöglicht es, Live-Sendungen wie zum Beispiel "Anne Will" zu realisieren.
Im NDR Fernsehen gibt es im Wesentlichen zwei Arten von Sendungen. Live ausgestrahlte und aufgezeichnete. Die Produktion der Untertitel ist in beiden Fällen eng mit der des Fernsehprogramms verknüpft. Jede Sendung wird minutiös vorbereitet. Es gibt einen festgelegten Ablauf, der bestimmt, was wann zur Ausstrahlung kommt. Viele Live-Sendungen haben zudem vorproduzierte Teile in Form von Einspielern oder vorhandenen Textpassagen.
Der Untertitel-Redakteur bereitet eine Sendung analog zum Sendeablauf vor. Er erhält von der Fernsehredaktion die Beiträge und textet sie entsprechend um. Formal unterliegen Untertitel bestimmten Beschränkungen, was eine Bearbeitung von Originalsätzen erforderlich macht. Gesprochene Sprache unterscheidet sich deutlich von geschriebener. Sie hat ihre eigenen Regeln auch im Hinblick auf die grammatischen Strukturen. Außerdem muss neben dem Untertitel-Text auch das Bild wahrgenommen werden können. Zudem achtet der Untertitel-Redakteur darauf, eine Sprache zu wählen, die der sprachlichen Form des Inhalts angepasst ist.
Für einige Programmteile einer Sendung gibt es keine vorgegebenen Inhalte. Diese müssen dann live untertitelt werden. Normalerweise bearbeiten zwei Redakteure eine Live-Sendung. Sie hören das Gesagte, geben es abwechselnd ein und senden es raus. Bei dieser Art der Untertitelung ist eine zeitliche Verzögerung nicht zu vermeiden. Das gilt auch für den Einsatz einer Spracherkennung. Dabei spricht der Redakteur die im Fernsehen gesprochenen Texte nach. Eine Software wandelt das Gesagte um und sendet es. Dazu muss der UT-Redakteur aber in der Lage sein, die Inhalte in sendefähige Sätze umzuformulieren.