Warum sind Untertitel eigentlich ...?

Der NDR untertitel einen Großteil seines Programms, vor allem um gehörlosen und hörgeschädigten Menschen einen barrierefreien Zugang zum Programm zu verschaffen. Dabei erreichen uns immer wieder Fragen unserer Zuschauer. Die wichtigsten haben wir hier einmal zusammengestellt. Wer möchte: Die Antworten gibt es auch in Gebärdensprache.

Warum wird nicht 1:1 untertitelt?

Der Mensch kann pro Minute rund 220 gesprochene Wörter aufnehmen. Beim Lesen sinkt die Aufnahmefähigkeit – und zwar unterschiedlich stark. Der NDR geht bei der Standzeit von der Formel "120 Wörter pro Minute" aus (13 Zeichen pro Sekunde).

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1:1-Untertitelung

Gebärdensprachdolmetscher Stefan Goldschmidt erklärt, wie viele Wörter der Mensch pro Minute aufnehmen kann.

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Die Texte müssen somit bei den meisten Sendungen bearbeitet werden, um sie der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit anzupassen. Nur so können möglichst viele Menschen das Angebot nutzen: junge und alte, gebildete und Zuschauer mit geringer Lesekompetenz. Die Redakteure achten darauf, dass kein Sinnzusammenhang verloren geht und der gehörlose Zuschauer alle Informationen bekommt. Sie geben das gesprochene Wort möglichst originalgetreu wieder: Wenn im Beitrag schlimm geflucht wird, ist genau dies im Untertitel zu lesen. Was Hörende hören, sollen Gehörlose lesen.   

Warum gibt es Rechtschreibfehler und Live-Verzögerungen?

Die Live-Untertitel werden mithilfe von Spracherkennungssoftware erstellt. Die Erkennungsgenauigkeit ist mittlerweile sehr gut, aber eben nicht perfekt. Besonders bei ähnlich klingenden Wörtern kann es Probleme geben.  

Redakteure sprechen in ein Mikrofon, die Spracherkennungssoftware verschriftlicht das gesprochene Wort. Nach kurzer Kontrolle wird der Untertitel auf Sendung geschickt. Für alle Arbeitsschritte bleiben nur wenige Sekunden – während die Sendung weiterläuft. So ist es nicht 100-prozentig zu vermeiden, dass Rechtschreibfehler "durchgehen".

Da das gesprochene Wort erst verschriftlicht werden muss, gibt es bei Live-Sendungen immer Verzögerungen zum gesendeten Fernsehbild. Insbesondere bei Talk-Shows, wenn sich die Gäste ständig gegenseitig ins Wort fallen oder alle durcheinander sprechen, stößt die Live-Untertitelung an ihre Grenzen. Verzögert ausgestrahlte Untertitel lassen sich bei Live-Sendungen nicht vermeiden.

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Rechtschreibfehler und Verzögerungen

Gebärdensprachdolmetscher Stefan Goldschmidt erklärt, warum Rechtschreibfehler "durchgehen" können und die Problematik der Live-Untertitelung.

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Warum verzichtet der NDR auf Scrolling?

Der NDR strahlt seine Untertitel in übersichtlichen Blöcken aus, weil der Text schnell erfassbar sein soll. Auf das Scrolling wird verzichtet. Diese Technik bindet den Blick des Zuschauers stärker als die Block-Methode. Außerdem kommt es beim Abschicken der Untertitel beim Scrolling häufig zu "Staus". Sender, die das Verfahren getestet haben, haben festgestellt, dass mehr Untertitel gesendet werden können, wenn diese in Blöcken veröffentlicht werden. Aus diesen Gründen setzt der NDR das Scrolling-Verfahren nicht ein.

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Scrolling

Gebärdensprachdolmetscher Stefan Goldschmidt erklärt, warum der NDR seine Untertitel in Blöcken ausstrahlt.

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Die Tagesvorschau auf untertitelte Sendungen im NDR Fernsehen sowie aktuelle Informationen finden Sie hier im Internet und im NDR Text ab der Seite 560.