Stand: 22.03.2017 10:01 Uhr

Deutscher Hörfilmpreis: Publikumspreis für NDR

Große Freude beim Hörfilmteam des Norddeutschen Rundfunks: Für das Publikum ist die Audiodeskription für "Die vierte Gewalt" der "Beste Hörfilm des Jahres". Beim Online-Voting im Rahmen des Deutschen Hörfilmpreises bekam der vom NDR produzierte Politthriller die meisten Stimmen. Insgesamt waren zwölf Hörfilmversionen nominiert.

"Besonders schöne Bestätigung für engagierte Arbeit"

Die Auszeichnung wurde dem Hörfilmteam des NDR auf einer großen Gala am Dienstag in Berlin übergeben. NDR Intendant Lutz Marmor verfolgte die von Steven Gätjen moderierte Preisverleihung im Kino International ebenso live wie zahlreiche Prominente. "Ich freue mich sehr für die Kolleginnen und Kollegen der Redaktion Barrierefreie Angebote im NDR. Sie haben für 'Die Vierte Gewalt' eine herausragende Audiodeskription erstellt. Auch blinde und sehbehinderte Filmfans können diesen besonderen Film intensiv miterleben und verfolgen. Der Publikumspreis ist eine besonders schöne Bestätigung für die engagierte Arbeit der Kolleginnen und Kollegen. Herzlichen Glückwunsch", sagte Marmor.

Beschreibungen fügen sich harmonisch ein

Journalist Jan Schulte (Benno Fürmann) mit Kollegin Britta (Jördis Triebel) und Chefredakteur Weishaupt (Oliver Masucci).

"Die vierte Gewalt" erzählt von Korrumpierung und Korruption in Journalismus und Politik. Drehbuchautor ist Grimmepreis-Träger Jochen Bitzer ("Der Fall Jakob von Metzler"). Regie führt Brigitte Maria Bertele, ebenfalls mit dem Grimmepreis ausgezeichnet ("Grenzgang"). Vor der Kamera stehen unter anderem Benno Fürmann, Franziska Weisz, Jördis Triebel, Victoria Trauttmansdorff, Devid Striesow, Ulrich Matthes, Oliver Masucci und Nicole Mercedes Müller. Das blinde und sehbehinderte Publikum kann dem Krimi mithilfe der NDR Audiodeskription problemlos folgen. Die Beschreibungen fügen sich harmonisch in die Dialoglücken ein.

Lob für Sport-Berichterstattung

Wie sehr dem NDR Intendanten die Barrierefreien Angebote am Herzen liegen, zeigte sich bei der Veranstaltung in Berlin im Rahmen einer kleinen Talkrunde zum Thema Sport. Positiv hervorgehoben wurde dabei die große Leistung von ARD und ZDF in Sachen Audiodeskription bei den Olympischen Spielen und Paralympics 2016 in Rio de Janeiro. Insgesamt gab es mehr als 340 Stunden Live-Audiodeskription. 

Publikumspreis gehört fest zum Programm

Verliehen wird der Deutsche Hörfilmpreis vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Das Ziel des Verbandes ist es, die soziale Stellung blinder und sehbehinderter Menschen zu verbessern und ihre gesellschaftliche, berufliche und kulturelle Teilhabe zu fördern. Der Publikumspreis gehört mittlerweile fest zum Programm. Bereits zum achten Mal waren blinde, sehbehinderte und natürlich auch sehende Filmfans aufgerufen, ihren persönlichen Favoriten aus den nominierten Hörfilmen auszuwählen.

Stars beim Deutschen Hörfilmpreis 2017

Im Fernsehen werden bei immer mehr Sendungen Sprachbeschreibungen übertragen - die Audiodeskription. Dabei werden in Dialogpausen zentrale Elemente der Handlung, Schauplätze sowie Gestik und Mimik der Personen von einem Sprecher beschrieben. Die Audiodeskription eröffnet Blinden und Sehbehinderten einen barrierefreien Zugang zum Fernsehprogramm.

"Die vierte Gewalt": Das Hörfilmteam des NDR

  • Olaf Koop ist seit 2004 hauptberuflich als Hörfilmautor tätig. Dabei kommen ihm seine vorherigen Erfahrungen als Kamera-Assistent zugute. Im Laufe der Jahre hat er an Hunderten Hörfilmproduktionen mitgewirkt. Neben der Arbeit im Dreier- und Zweier-Team beschreibt er Filme auch allein, wobei aber stets eine Blindenredaktion eingebunden wird. Sein Film-Portfolio beinhaltet u. a. "Rosemary's Baby", "Der Untergang" oder "Bladerunner" und "The Kid" von Charlie Chaplin. Für den NDR hat er zahlreiche "Der Tatortreiniger"-, "Neues aus Büttenwarder"- und "Tatort"-Folgen sowie Naturdokumentationen verfasst. Für den "Tatortreiniger" erhielt er  2016 bei der 14. Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises den Publikumspreis.

  • Stefanie Schruhl ist Diplom-Psychologin und blind. Seit 2011 arbeitet sie als Filmbeschreiberin und seit 2013 auch für den NDR. Zu ihren Filmbeschreibungen gehören Tier- und Naturdokumentationen wie "Erlebnis Erde", "Die fantastische Reise der Vögel", "More than Honey" und "Die Alpen –unsere Berge von oben", zahlreiche Fernseh-Serien wie "SOKO Donau" oder "Der Tatortreiniger" und Spielfilme – darunter "Batman" oder der Charlie-Chaplin-Klassiker "Modern Times". 2016 war sie ebenfalls an der Beschreibung der prämierten "Tatortreiniger"-Folge beteiligt.

  • Margit Thies arbeitet im NDR Bereich Fiktion und Unterhaltung. Fernsehfilme, einzelne Kinoproduktionen sowie ein Großteil der Tatorte und Polizeiruf-Sendungen des NDR werden bereits seit 1999 audiodeskribiert. Margit Thies ist für die Aufnahmen und Abnahmen dieser Produktionen verantwortlich.

  • Uschi Heerdegen-Wessel arbeitet seit fast 25 Jahren für den NDR. Sie hat die Redaktion "Barrierefreie Angebote und NDR Text" in den vergangenen Jahren auf- und ausgebaut und verantwortet die Bereiche Untertitelung, Gebärdensprachangebote, Leichte Sprache und die Hörfilmproduktion. Ihr Ziel ist es, durch den Ausbau der barrierefreien Angebote möglichst vielen Menschen den Weg zu den Angeboten des NDR zu ebnen.

  • Anne Moll ist seit vielen Jahren die weibliche Hörfilmstimme des NDR. Sie lebt in Hamburg, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach ihrer Ausbildung zur Schauspielerin war Anne Moll an verschiedenen Theatern tätig. Das Fernsehpublikum kennt sie aus verschiedenen Serien wie zum Beispiel Die Männer von K3 oder Rote Rosen.

  • Christian Granderath leitet im NDR seit sechs Jahren die Abteilung Film, Familie & Serie. Er hat zusammen mit Christoph Pellander die Redaktion des Fernsehfilms "Die vierte Gewalt". Seine umfangreiche Filmografie weist neben Tatort-Produktionen und Filmen wie "Allein unter Frauen", "Der Totmacher", "Der freie Wille" oder "Homevideo" aus. Von ihm als Redakteur, Producer und Produzent verantwortete Fernseh- und Kinofilme wurden in unterschiedlichen Kategorien national wie international ausgezeichnet.

  • Christoph Pellander ist Redakteur des Fernsehfilms "Die vierte Gewalt" und im NDR seit einem Jahr redaktionell verantwortlich für Fernsehfilme, Serien und Tatorte, darunter der 1000. Tatort "Taxi nach Leipzig" oder "Morden im Norden". Nach mehreren Jahren in der Serienredaktion des Bayerischen Rundfunks war er vor seinem Antritt beim NDR als Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk tätig, wo er neben Formaten für den Vorabend ebenso Fernseh- und Kinofilme betreut hat, wie zum Beispiel "Jäger in der Nacht" oder "Junges Licht".

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NDR Info | Aktuell | 22.03.2017 | 09:55 Uhr