Stand: 16.07.2015 14:25 Uhr

Mehr Untertitel im NDR Fernsehen – "Leichte Sprache" neu im Angebot

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Niels Rasmussen und Uschi Heerdegen-Wessel (1. u. 2. v.l.), beim Treffen mit Vertretern der Blinden- und Sehbehinderten-Verbände.

Der NDR hat seine barrierefreien Angebote weiter ausgebaut und in den vergangenen Monaten mehrere neue Projekte auf den Weg gebracht. Es bleibt aber auch noch einiges zu tun. So lautet das Fazit nach den drei Treffen von Vertretern der Blinden- und Sehbehinderten-Verbände sowie den Gehörlosen- und Schwerhörigen-Organisationen mit Niels Rasmussen, Leiter der ARD AG Barrierefreiheit, und Uschi Heerdegen-Wessel, Leiterin der Redaktion Barrierefreie Angebote, in den vergangenen zwei Wochen in Hamburg. Dabei ging es sowohl um eine Bilanz des bislang Erreichten als auch um die nächsten Schritte auf dem Weg zur Barrierefreiheit.

Lob für Untertitelung

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Hans-Hagen Härtel freut sich, dass im NDR "mittlerweile so viele Sendungen untertitelt werden".

Viel Lob gab es für den Bereich der Untertitelung im NDR Fernsehen. "Der NDR ist in Deutschland führend, wenn es darum geht, wie Barrierefreiheit gestaltet werden kann. Das gilt vor allem bei der Untertitelung von Fernsehsendungen", sagte Thomas Zander, Bundesreferent Barrierefreie Medien beim Deutschen Gehörlosen-Bund. "Wir freuen uns, dass mittlerweile so viele Sendungen untertitelt werden. Auch die Qualität hat sich erheblich verbessert. Hier gehört der NDR bei den Fernsehsendern mittlerweile zur Spitze", sagt Hans-Hagen Härtel, der 1. Vorsitzende vom Bund der Schwergehörigen Hamburg.

"Wir freuen uns sehr, dass die Verbände unsere Bemühungen anerkennen", sagt Niels Rasmussen. Schwerhörige und gehörlose Menschen können mittlerweile durchschnittlich 76 Prozent des NDR Fernsehprogramms mit Untertiteln verfolgen. 2012 waren es noch 42 Prozent.

"Gehörlose sitzen in der ersten Reihe"

Im ersten Quartal 2015 hat der NDR die "Quizshow", "Panorama 3" und "Sportclub History/Stars" neu in das Angebot aufgenommen. Im April folgten Live-Sportsendungen (u. a. Fußball 3. Liga) sowie im Juni "Mein Nachmittag". Von September an werden auch die Vormittagsausgaben von "NDR aktuell" um 11.00, 12.00 und 13.00 Uhr mit Untertiteln versehen. Außerdem untertitelt der NDR alle Erstsendungen für Das Erste und alle Sendungen von ARD aktuell in der Zeit von 9.00 bis 1.00 Uhr ("Tagesschau", "Tagesthemen", "Nachtmagazin") sowie Sendungen von Radio Bremen.

"Wir haben das Gefühl, dass sich der NDR sehr um seine gehörlosen Zuschauer bemüht. Früher saßen die Gehörlosen in der letzten, jetzt sitzen sie in der ersten Reihe", sagt Cortina Bittner, Geschäftsführerin des Gehörlosen-Verbandes Schleswig-Holstein e.V.

Verbandsvertreter wünschen sich mehr Angebote in Gebärdensprache

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Thomas Zander und Bernd Schneider wünschen sich mehr Angebote in Gebärdensprache.

Bei den Angeboten in Gebärdensprache wird der NDR die Kindernachrichten von NDR Info, sein bereits mehrfach ausgezeichnetes Projekt, auch nach den Sommerferien auf NDR.de fortsetzen. Gleiches gilt für die Musikvideos, die Dolmetscherin Laura Schwengber für den NDR in Gebärdensprache übersetzt. In der zweiten Jahreshälfte werden zehn neue Lieder produziert. Außerdem wird Laura Schwengber bei drei Stationen der NDR Sommertour live auf der Bühne Lieder gebärden – zu sehen am 18. Juli im schleswig-holsteinischen Nortorf, am 8. August in Hamburg-Lurup und am 15. August in Hamburg-Volksdorf.

Die Verbandsvertreter wünschen sich einen weiteren Ausbau der Angebote in Gebärdensprache. "Wir brauchen mehr Fernsehsendungen mit Gebärdensprache", sagt Bernd Schneider von der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten.

"Ein großes Dankeschön an den NDR"

Auch bei der Audiodeskription hat der NDR erneut einen Schritt nach vorne gemacht. 12,5 Prozent des Hauptabendprogramms im NDR Fernsehen sind mittlerweile mit einer Hörfilmfassung versehen (Stand: Juni 2015). Regelformate sind beispielsweise: "Neues aus Büttenwarder", "Der Tatortreiniger" und "Die Landpartie". Als erste Landesrundfunkanstalt ist der NDR in die Live-Audiodeskription eingestiegen, die in diesem Jahr auch wieder beim "Eurovision Song Contest", bei der "Echo"-Verleihung und bei der Spielshow "Klein gegen Groß" umgesetzt wurde.

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Hans-Werner Lange lobt "viele neue positive Ansätze" bei der Audiodeskription.

"Ein großes Dankeschön an den NDR. Das Thema Audiodeskription wird weiter intensiv vorangetrieben. Es gab in den vergangenen Monaten viele neue positive Ansätze. Ich freue mich, dass der NDR hier sehr mutig ist", sagt Hans-Werner Lange, Vizepräsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Sein Wunsch? "Schön wäre es, wenn es im Abendprogramm des NDR ähnlich viele Hörfilm-Angebote gäbe wie im Ersten. Zudem wünschen wir uns einen Ausbau bei den regionalen Formaten im Vorabendprogramm."

"Leichte Sprache" neu im Angebot

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Ein Piktogramm kennzeichnet Texte, die in "Leichter Sprache" verfasst sind.

Neu im Bereich der Barrierefreien Angebote ist die "Leichte Sprache". Die ersten Beiträge gingen im Rahmen des "Thementag Alphabetisierung" am 30. April online, darunter das Projekt "Der NDR in Leichter Sprache". Eingeführt wurde der Thementag mit einer speziellen Pressemeldung in "Leichter Sprache" - ebenfalls ein Novum beim Norddeutschen Rundfunk.

"Das neue Angebot richtet sich an Menschen, für die Texte häufig zu kompliziert geschrieben sind", sagt Uschi Heerdegen-Wessel. "Die 'Leichte Sprache' hilft ihnen, diese Texte besser zu verstehen. Sie ist damit ein Mittel der Barrierefreiheit." Von der "Leichten Sprache" profitieren unter anderem Menschen mit Behinderung, aber auch solche mit Lese- und Schreibschwäche und Migranten. Für die Zukunft plant der NDR einen Ausbau des Angebots. Denn Lesen ist eine wichtige Voraussetzung zur selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Mehr Informationen

Wer sich über die Angebote informieren möchte: Beim NDR erhältlich ist die Broschüre "Barrierefreier Rundfunk" mit Braille-Version, die alle Angebote des NDR für seh- und hörbehinderte Menschen vorstellt. Sie kann per E-Mail unter barrierefrei@ndr.de bestellt werden.