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Was ist ZAPP?

ZAPP ist das Medienmagazin des Norddeutschen Rundfunks. ZAPP beobachtet, hinterfragt, erklärt und bewertet die aktuelle Medienberichterstattung. Das moderierte Medienmagazin informiert über die komplexen Zusammenhänge innerhalb der Medienlandschaft.

Der Schwerpunkt liegt beim Fernsehen, aber auch Presse, Radio, Internet, Film oder Medienpolitik haben ihren Platz. Die Rubrik "Durchgezappt" fasst Medienmeldungen in Kürze zusammen. Das Magazin liefert Hintergründe, führt aber auch mit Hilfe von unterhaltenden Elementen Zuschauer an Medienthemen heran, die nicht unbedingt zu den regelmäßigen Lesern der Medienseiten gehören.

Die erste Ausgabe von ZAPP wurde am 14. April 2002 ausgestrahlt. Nach "Wir über uns", das 1979 bis 1993 über ARD-Interna berichtete und der launigen Medienshow Parlazzo, die es im WDR bis 1998 gab, gilt ZAPP derzeit als das einzige Medienmagazin in der ARD.

Die Themen

Als öffentlich-rechtliches Medienmagazin packt ZAPP oft heiße Eisen an. Neben Kritik am"Trash-Fernsehen" der Privaten kam bei einem ZAPP spezial über das Privatfernsehen auch zur Sprache, dass die Kommerziellen trotz aller kritikwürdiger, seichter Unterhaltung ebenso in einigen Bereichen Pionierarbeit geleistet haben: Frühstücksfernsehen, Wissens-Show, Boulevard-Magazine, Soap-Operas, Renaissance der Quiz-Show.

Das Medienmagazin berichtet ebenfalls über die Überschreitung ethischer Grenzen in der Berichterstattung, um Quoten oder Auflagen zu steigern. Zum Beispiel wenn die "Bild"-Zeitung, kurzerhand aus dem Folteropfer El-Masri einen Terroristen macht oder wenn Medizinjournalisten bei Krebskranken falsche Hoffnungen wecken.

Auch Kritik am eigenen Haus

Doch ZAPP befasst sich auch mit dem eigenen Hause und deckt Missstände, Korruption und Ungereimtheiten auf. "Wir können nicht kritisch mit 'FAZ', 'Bild' und den Privatsendern umgehen und dann nicht denselben Maßstab an Produkte der Öffentlich-Rechtlichen anlegen", erklärt der langjährige, ehemalige Redaktionsleiter Kuno Haberbusch.

So berichtete ZAPP ausführlich über die Schleichwerbung in der ARD-Serie Marienhof und im Tatort, über dubiose Verträge des Radprofis Jan Ullrich mit der ARD, die Stasi-Verstrickung des damaligen ARD-Sportkoordinators Hagen Bossdorf und die fehlende Distanz mancher ARD-Journalisten im Sportjournalismus.

Das Image von Journalisten

Immer wieder Thema in ZAPP ist die mangelnde Recherche in der Berichterstattung. Informationen werden nicht mehr eigenständig recherchiert, sondern einfach abgeschrieben, der Wahrheitsgehalt oft nicht überprüft. Es wird inszeniert, um Bilder wirkungskräftiger oder schockierender erscheinen zu lassen. Auch die Vermischung von Journalismus und PR prägt das Bild des Journalismus negativ - es fehlt die kritische Distanz.

Mutige Journalisten

Ein besonders wichtiges Anliegen von ZAPP ist die Berichterstattung von und über mutige Journalisten, die allen Widrigkeiten, Gefahren oder sogar Todesdrohungen zum Trotz weiter kritisch berichten.

ZAPP porträtiert couragierte Journalisten im Inland, die im rechtsradikalen Milieu recherchieren, oft Opfer von Übergriffen werden; ZAPP berichtet über Journalisten, die ungeachtet des hohen Drucks durch Unternehmen, Verlage oder Politiker weiterhin über heikle Themen informieren. Doch ZAPP blickt auch ins Ausland, in Länder, in denen zum Beispiel keine Pressefreiheit herrscht, in denen Journalisten gegen die Zensur der eigenen Regierung und gegen Ungerechtigkeit kämpfen (Birma, China, Russland, Nahost).

ZAPP lässt Reporter zu Wort kommen, die uns die brutale Realität in Kriegs- und Krisengebieten aus einer anderen Perspektive zeigen.

Auszeichnungen

  • META-Medienethik-Award für den Beitrag "Die männliche Meinungsmacht in den Medien", 2011
  • Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik 2011 für den Beitrag "Aktienbetrug - Journalisten unter Verdacht", 2011
  • IGFM-Medienpreis für den Beitrag "Heimliche SAT-Schüsseln im Iran", 2009
  • Sonderpreis des Weißen Rings 2009 für den Beitrag Winnenden aus Sicht der Opfer.
  • Bert-Donnepp-Preis 2008 für mutige Medienkritik und praktizierte Medienethik
  • Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, 2007
  • Marler Fernsehpreis für Menschenrechte, Kategorie "Nachrichten Ausland" 2007
  • Kritikerpreis für Fernsehen des Verbands der deutschen Kritiker e.V. 2007
  • 3. Platz beim Otto Brenner Preis 2006 für kritische Rechercheleistung, mit Mut, Einsatz und erfolgreicher Teamarbeit

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