Das Interview mit Stefan Reinecke, Redakteur "taz".
Video starten (12:52 min)Anstatt sich vor den wichtigen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern als Einheit zu präsentieren, hüpft die von Richtungskämpfen zerzauste Linkspartei zielsicher von einem Fettnapf zum nächsten: Automatische Glückwünsche an Castro, Reden über Wege zum Kommunismus und widersprüchliche Aussagen zum Mauerbau bringen reichlich negative Schlagzeilen. Und die Linken ereifern sich ihrerseits in Verschwörungsvorwürfen gegen Springer & Co. sowie die öffentlich-rechtlichen Medien, die ihnen zu wenig Redezeit einräumten.
Ein Film von Mareike Fuchs und Grit Fischer.
Dass schon die Bundestagsfraktion der Linken und ihre Führung oft gegenteilige Positionen haben, ist da wenig hilfreich. So ließ Linksfraktionschef Gregor Gysi verkünden, man werde in der umstrittenen linken Zeitung "Junge Welt" keine Anzeigen mehr schalten, nachdem diese den Mauerbau auf ihrem Titel bejubelt hatte. Seinen diesbezüglichen Antrag hat dann aber nicht einmal die Hälfte der Fraktionsmitglieder unterzeichnet. Denn die "Junge Welt" ist vor allem für den linken Flügel der Linkspartei eine letzte Bastion in einer ansonsten feindseligen Medienlandschaft, in der sie sich unterrepräsentiert und oft falsch wiedergegeben fühlen.
Die Linkspartei eiert weiter rum - und solange sie sich nicht eindeutig von der DDR und ihrer SED-Vergangenheit abgrenzt, wird das wohl so bleiben. Egal, wie oft sie in den Medien zitiert werden.